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Bahnbetriebswerk Nürnberg West – ehem. Bw Nürnberg Hauptbahnhof, vorm. "Centralwerkstätte"

Das Bahnbetriebswerk Nürnberg West (kurz Bw Nbg.-West) in Gostenhof ist derzeit (Nov. 2010) wieder verstärkt in den Medien vertreten, nachdem es schon 2005, nach dem Großbrand im Ringlokschuppen, überregional in den Blickpunkt rückte. Begonnen hatte seine Geschichte bereits im zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts, als der Eisenbahnbau Hochkonjunktur hatte.


Nach der ersten Fahrt der Ludwigseisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth, entwickelte sich das Eisenbahnwesen in Deutschland rasch. Das Werkstattwesen spielte eine zunehmende Rolle. Anfangs baute man die Wartungs-Werkstätten meist in Bahnhofsnähe, wo sich aufgrund der stadtnahen Lage wenig Expansionsmöglichkeiten boten. Neben der "Werkstatt-Remise" der Ludwigseisenbahn am Plärrer, befand sich eine Werkstatt der Kgl. Bayerischen Staatsbahn östlich des "Centralbahnhofs" (dem heutigen Hauptbahnhof) und später auch an der heutigen Regensburger Straße.

Durch rapide Zunahme des Zugverkehrs bzw. Lok- und Wagenmaterials stießen die vorhanden Bahnbetriebswerke an ihre Grenzen. Deshalb begann man 1869 mit dem Bau einer neuen "Centralwerkstätte" an der Austraße, direkt an der Bahnlinie nach Fürth, und einst auch am Ludwig-Donau-Main-Kanal gelegen. Bereits 1870 wurde die "Betriebswerkstätte Nürnberg Centralbahnhof" teilweise in Betrieb genommen, die Fertigstellung erfolgte 1875. Das aus französischen Reparationszahlungen finanzierte Bahnbetriebswerk errichtete man neben der Centralwerkstätte. Die reinen Baukosten beliefen sich auf vier Millionen Mark.

In der Anfangszeit arbeiteten 900 Mitarbeiter auf dem elf Hektar großen Gelände. Ihre Aufgabe bestand in der Instandhaltung von 160 Maschinen, sowie 910 Personen- und 2.100 Güterwagen jährlich. Auf dem Areal befanden sich Lokomotiv-Hallen mit 52 Ständen, eine Kesselschmiede, eine Loklackiererei, eine Lackierhalle für Personen- und Güterwagen, sowie eine Wagenmontierung mit 48 Ständen. Das Betriebswerk verfügte weiterhin über eine Schmiede mit drei Dampfhämmern, eine Schreinerei, eine Gießerei und vier Magazine. Die Energie für die Dampfhämmer, sowie der Gebäudeheizung lieferten zwölf Kessel mit einer Heizfläche von 610 Quadratmetern.

Auf dem Gelände war auch die "maschinentechnische Abteilung III" ansässig, welche für die Instandhaltung von Güter- und Rangierlokomotiven zuständig war. Auch die Lokomotiven der Ludwigseisenbahn wurden teilweise hierher überstellt. Ursprünglich standen dem Bahnbetriebswerk zwei Ringlokschuppen mit je 29 Ständen zur Verfügung, die mittels Drehscheibe befahren werden konnten. Für die Befeuerung der Dampfloks diente ein großer Kohlevorrat. Ebenso verfügte die Werkstatt über einen eigenen Brunnen.

Doch auch an der Austraße stieß man bald an Kapazitätsgrenzen. Die Lage entspannte sich Anfang des 20. Jahrhunderts, als Aufgaben an die 1912 fertiggestellte Werkstatt am Hasenbuck abgegeben werden konnten. Die Trennung im Werkstattwesen zwischen Güter- und Personenverkehr brachte auch für die ehemalige Zentralwerkstatt Veränderungen mit sich. Nachdem Nürnberg über vier Standorte für Reparatur und Instandhaltung des rollenden Materials verfügte, wurde es ruhiger auf der Fläche zwischen Ludwigskanal und Austraße. Man richtete sich auf die Revisionen von Dampfloks und Reisezugwagen aus. Als Erweiterung wurden 1929 die ersten Hallen für Triebwagen errichtet, gefolgt von den 1934 erbauten Hallen für Elektrolokomotiven und -triebwagen. 1936 ergänzte man das Werk durch ein Heizkraftwerk zwischen den beiden Ringlokschuppen.

Während der Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg wurde auch die Bahnanlage in Gostenhof nicht verschont. Einer der beiden Ringlokschuppen ging im Bombenhagel unter und wurde nicht wieder aufgebaut. Das Ausbesserungswerk wurde von der noch jungen DB 1952 aufgelöst und an den Hasenbuck verlegt. Es verblieb nur noch das Bahnbetriebswerk Nürnberg Hauptbahnhof, wie es jetzt genannt wurde. Nachdem neue Traktionsarten (Diesel, Elektro) ab den 1960er Jahren die Schiene eroberten, endete die Dampflok-Ära im Bw Nbg.-Hbf. 1972. Bereits 1968 wurde auf dem einstigen Werkstättenareal, östlich des Bw gelegen, der Containerbahnhof eröffnet worden. Seit 1. Sept. 1980 war das Betriebswerk als Bw Nürnberg 1 benannt. Im Zuge der Bahnreform 1994 wurde das Betriebswerk der DB Regio zugeordnet und erhielt die Bezeichnung Nürnberg West.

Ein tragisches Unglück ereignete sich am 17. Oktober 2005. Ein Großbrand vernichtete den übrig gebliebenen Ringlokschuppen, den das DB-Museum für die Unterbringung historischer Fahrzeuge nutzte. Unschätzbare Werte, wie der Adler-Nachbau, wurden an diesem Montagabend ein Raub der Flammen. Insgesamt gingen 24 Museumsfahrzeuge unwiederbringlich verloren. Auch die letzte, existierende Dampflok der Baureihe 23 wurde vernichtet. Traurige Bilder von ausgeglühten Stahlrössern gingen überregional durch die Medien. Da der Brand vermutlich durch ein Glutnest von tagsüber durchgeführten Schweißarbeiten am Dach ausgelöst worden war, fragten sich Eisenbahnfans warum kein Rauch- oder Brandmelder angeschlagen hatte. DB-Museumsdirektor Jürgen Franzke gegenüber den Fürther Nachrichten (19.10.05): "Rauchmelder waren zu teuer." Die Reste des Lokschuppens wurden 2006 abgetragen.

Wir schreiben November 2010 und seit einigen Monaten steht das Bw Nbg.-West wieder im Interesse der Öffentlichkeit. Besonders die Anlieger der Austraße, die in den letzten Jahrzehnten unter dem Lärm von Bw und Containerbahnhof zu leiden hatten, verfolgen aufmerksam die Planungen der DB Regio Mittelfranken. Nachdem der Containerumschlagplatz Ende 2009 stillgelegt und an den Hafen verlagert wurde, soll das Bahnbetriebswerk der Abrissbirne zum Opfer fallen.

Die DB will bis Ende 2012 an dieser Stelle ein neues Werk erstellen. Die Anlieger befürchten dass der geplante Lärmschutz der Bahn nicht ausreicht und die Lärmbelästigung größer als bisher wird – sie haben bereits ein "Lärmschutzinitiative" gegründet. Die angestrebten Maßnahmen würden, das auf 66 Millionen Euro geschätzte Projekt, um mehrere Millionen verteuern, die die Bahn aber nicht ausgeben will. Wie das ausgeht werden die kommenden Wochen/Monate zeigen.


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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: LUE, SLN; Nürnberger Zeitung v. 25.01.10: "Bahn-Werkstätten Austraße – Königlicher Service für Loks" v. Ulrich Rockelmann"

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