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Fernsehturm – Fernmeldeturm Nürnberg

Der Nürnberger Fernsehturm, oder Nürnberger Ei wie er oft genannt wird, trägt die offizielle Bezeichnung Fernmeldeturm Nürnberg. Mit einer Höhe von 292,80 Metern (bis April 2005 waren es 291,52m) ist es nach Berlin und Frankfurt das dritthöchste Bauwerk dieser Art.


Die Planungen für eine Station der Richtfunkbrücke Frankfurt-München reichen bis ins Jahr 1971 zurück. Beim Baubeginn im Frühjahr 1977 musste eine 18 m tiefe Baugrube mit 65 Metern Durchmesser ausgehoben werden. Von da an wuchs das Bauwerk um ca. sieben Meter pro Woche. Nach seiner Fertigstellung im Sommer 1980 war der Fernmeldeturm ein beliebter Anziehungspunkt für Ausflügler aus nah und fern.

Mit einem 35 Personen fassenden Aufzug ging es mit sieben Metern pro Sekunde, auf die Aussichtsplattform in 185 Metern Höhe, die Platz für 300 Personen bot. Für 3,50 DM beförderte einen der Lift in ca. 30 Sekunden hinauf in luftige Höhe. Dort bot sich ein fantastischer Rundumblick über Stadt und Umland. Kaum einen Besucher interessierte der eigentliche Zweck des Bauwerks mit seinen fünf Arbeitsplattformen samt Richtfunkantennen und sonstigen Einrichtungen moderner Übertragungstechnik. Der im Volksmund gebräuchlichen Bezeichnung Fernsehturm wird der Bau erst seit dem 21. 09. 1988 gerecht. Ab diesem Zeitpunkt konnte die Nürnberger Bevölkerung SAT1 und RTL auch ohne Kabel empfangen. Seine jetzige Höhe (ursprünglich 278 m) erreichte das Bauwerk nach Aufstockungen durch Sendeantennen für verschiedene Privatsender.

Schon lange vor Baubeginn setzte die Stadt Nürnberg viel Erwartung in die aus dem Boden gen Himmel ragende Nadel. Neben der Cafeteria auf der Aussichtsplattform, richtete die Betreiberfirma Kroepels aus Hamburg einen Stock höher ein Drehrestaurant ein. Von der Deutschen Bundespost als reiner Zweckbau geplant, schlugen sich solche Bestrebungen natürlich finanziell nieder. Die Fundamente mussten verstärkt werden und die bereits erwähnten Schnellaufzüge waren erforderlich. Die Stadt Nürnberg, der an einem Renommier-Restaurant hoch über den Dächern der Noris gelegen war, beteiligte sich daraufhin mit einer Bürgschaft in Höhe von 8,5 Millionen Mark.

Mit viel Euphorie und hohen Erwartungen wurde das Drehrestaurant 1981 in Betrieb genommen. Man kalkulierte anfangs mit 500.000 bis 700.000 Besuchern jährlich, die das 170 Gäste fassende Lokal auslasten sollten. 50 Minuten dauerte eine komplette "Rundfahrt" bei der man sich in luftiger Höhe stärken konnte. Logischerweise lagen die Preise für Speis und Trank etwas über dem Niveau der übrigen Wirtshauslandschaft. Auch die dort erhältlichen Souvenirs hatten preislich einen kleinen "Höhenzuschlag". Doch das Prestigeobjekt verschlang mehr Baukosten als geplant. Zwölf Millionen Mark waren es am Schluss, die die Kroepels KG nicht mehr aufbringen konnte. Das Unternehmen ging wenige Monate nach Inbetriebnahme in Konkurs.

Die Stadt Nürnberg verlor ihre geleistete Bürgschaft und hatte nun ein Gastronomieobjekt am Bein, was zu heftigen Debatten in der Rathausfraktion führte. Zu damaliger Zeit betrug die Monatspacht 18.000 DM, der Schnellaufzug schlug mit weiteren 5.000 DM monatlich zu Buche, im Winter kamen dann noch 10.000 DM Heizkosten hinzu, pro Monat versteht sich.

Der Nürnberger Verkehrsverein, der die Bewirtschaftung anschließend übernommen hatte, versuchte mit unterschiedlichen Aktivitäten das "Skyline-Turmrestaurant" wieder attraktiver zu machen. Immerhin sechs Jahre konnte der Verein mit kulturellen Veranstaltungen (Kabarett, Theater etc.) den Betrieb aufrecht erhalten – dann war auch hier Schluss.

Der Fernsehturm brauchte nun einen neuen Pächter mit innovativen Konzepten. An Impulsen mangelte es Jürgen Haubner, der das Objekt 1987 gemeinsam mit der Tucher-Brauerei übernahm, nicht. 200.000 Gäste jährlich wären nötig gewesen um das Lokal einigermaßen rentabel zu betreiben. Doch die immensen Fixkosten ließen auch Haubner kapitulieren. Nach vier Jahren musste er trotz vieler Ideen aufgeben. Sein Vertrag wurde Anfang 1992 vorzeitig gekündigt.

Seither hat ließ sich kein neuer Betreiber finden, obwohl es genug Interessenten gab. Die Deutsche Telekom AG, der der Fernmeldeturm seit 1995 untersteht, wäre sogar bereit gewesen die Pacht zu erlassen, wenn der Umsatz 1,5 Millionen DM (vor 2002) nicht übersteigt. Wahrscheinlich lag der Knackpunkt immer bei den Kosten für die monatlichen Wartungskosten des Aufzugs. Auch Pläne für eine Diskothek hoch über den Dächern der Stadt wurden wieder verworfen.

Auch heute (2009) sieht es nicht viel besser aus. In den Nürnberger Gazetten konnte man in den letzten Jahren immer wieder lesen, dass eine mögliche Reaktivierung evtl. in Sicht ist, aber daraus wurde leider nichts. Im Raum steht immer noch die magische Zahl von 200.000 Besuchern jährlich. Um diesen Besucherstrom anzuziehen bräuchte es sicherlich ein bahnbrechendes Konzept. Dass das Restaurant nach all den Jahren wahrscheinlich renovierungsbedürftig ist, braucht nicht extra erwähnt zu werden. Natürlich würden auch die Nürnberger gerne mal wieder einen Blick über ihre Stadt werfen, aber zahlenmäßig wäre dies für den Betreiber nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Apropos. Den Spitznamen "Nürnberger Ei" trägt das Bauwerk wegen der Form des Turmkorbs, die an die in Nürnberg ab Mitte des 16. Jh. gefertigten tragbaren Uhren in Eiform angelehnt ist.


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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: LUS, SLN

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