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Hauptbahnhof Nürnberg

Nürnberg hatte 1835 den ersten Bahnhof Deutschlands, den Ludwigsbahnhof am Plärrer, der aber nur von lokaler Bedeutung war. Da sich das deutsche Eisenbahnwesen rasch entwickelte, eröffnete man 1846/47 den Staatsbahnhof vor dem Frauentor, ein Gebäude im neugotischen Stil. Dieser Kopfbahnhof war der Vorgänger des heutigen Hauptbahnhofs.


Friedrich Mayer schrieb 1849 in seinem Werk "Nürnberg und seine Merkwürdigkeiten" folgendes über den Staatsbahnhof: "Im Jahre 1843 wurde nach Abbruch einer Menge Gebäude, nach Fällung einer äußerst schönen Anlage und nach Abtragung der von Schwedenkönig Gustav Adolf 1632 errichteten Schanzen mit der Grundlegung der umfaßenden Bahnhofgebäude begonnen, deren hervorragenstes im Jahr 1846 vollendet wurde. Dieser Bahnhof ist einer der großartigsten in Bayern und wird sich auch mit denen anderer Länder wohl messen können." In einem Nachtrag von 1852 fährt er fort: "In dem königl. Bahnhofgebäude sind viele Neubauten, Remisen, Keller, Krahnen ec. vorgenommen worden. In dem Mittelbau der Einsteighalle befindet sich die Telegrapheneinrichtung für die Behandlung der internationalen Korrespondenzen im deutsch-österreichischen Telegraphen-Vereine."

Entgegen den Wünschen der Stadt, die den Bahnhof gern vor dem Neutor gesehen hätte, entschied sich die königliche Eisenbahnkommission für den Standort am heutigen Bahnhofsplatz. Dieses Empfangsgebäude der Bayerischen Nord-Süd-Staats-Bahn genügte einige Jahrzehnte den Anforderungen des modernen Eisenbahnverkehrs. Geplant wurde das Bauwerk von Architekt Eduard Rüber. Die Lage des Bahngebäudes trug wesentlich zum Aufschwung der bis dahin eher unbedeutenden Lorenzer Stadthälfte bei. Auch die Nähe zur Mauthalle und zum Postgebäude in der Karolinenstraße war ein wichtiges Kriterium für den gewählten Standort.

Die Umgestaltung zum Durchgangsbahnhof erfolgte nach Anschluss der Bayerischen Ostbahnen, mit der 1859 eröffneten Strecke nach Hersbruck. In den folgenden Jahren wurde das Schienennetz nach Würzburg (1865), Neumarkt/Opf. (1871), Ansbach (1875) und Bayreuth (1877) erweitert. Durch diese Anbindungen nannte man das Empfangsgebäude nun Zentralbahnhof, der 1882 auf neun Bahnsteiggleise erweitert wurde.

Das Verkehrsaufkommen stieg zwischen 1882 und 1898 auf mehr als das dreifache an. Bereits 1898 zählte man 430 Ein- und Ausfahrten, wobei sonntags noch 48 Ausflugszüge hinzukamen. Bereits 1896 stellte man anlässlich der Landesausstellung fest, dass die Anlage zu Spitzenzeiten völlig überlastet war. Diese Zahlen machten eine Neuplanung erforderlich, um für die Zukunft des Eisenbahnknotens Nürnberg gerüstet zu sein.

Der damalige Bürgermeister Dr. Georg Ritter von Schuh wandte sich am 17. September 1897 persönlich an den Prinzregenten Luitpold. Er bat um die Aufstellung eines Reiterstandbilds von "Höchstdemselben" auf dem Bahnhofsvorplatz. Geschickt hatte von Schuh einfließen lassen, dass sich solch ein Denkmal vor einem neuen Bahnhofsgebäude natürlich besser machen würde. Diese kleine List hatte Erfolg, sodass Luitpold wenig später einem Neubau zugestimmt haben soll. Das Reiterdenkmal wurde vorab schon am 12. Dezember 1901 feierlich enthüllt. Dieses imposante Ehrenmal wurde 1933 von den Nazis abgebaut und später eingeschmolzen.

Mit den Planungen für das neue Empfangsgebäude betraute man Generaldirektionsrat Karl Gustav von Zenger, der schon die Bahnbauten in Regensburg, Landshut, Weiden, Passau und Eisenstein verwirklichte. Er erlebte die Fertigstellung seines Werkes nicht mehr, Zenger starb am 1. Januar 1905. Das alte Gebäude wurde 1903 abgerissen und so entstand zwischen 1900 und 1905 der heutige Hauptbahnhof. Der Vorgängerbau diente bis 1903 noch als Notbehelf, was die Fertigstellung der Gesamtanlage erheblich verzögerte. Aus städteplanerischer Sicht dachte man auch an eine bessere Anbindung der Südstadt. Die gesamte Bahnhofsanlage wurde um 3,27 m höher gelegt, was bessere Verbindungen, aus südlicher Richtung mittels Unterführung, zur Altstadt ermöglichte.

Der Neubarockbau aus Muschelkalk wurde mit kleinen Hindernissen am 10. April 1906 feierlich eröffnet. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 4,1 Millionen Mark. So berichtete der Fränkische Kurier am 14. April selben Jahres: "Der Hauptbahnhof war gestern das Ziel eines großen Teils unserer Bevölkerung. Abgesehen davon, daß das herrliche Wetter zu Ausflügen verlockte, waren viele, die des Karfreitags wegen sich nicht zu Ausflügen verleiten ließen, gekommen, um die neueröffneten Hallen zu sehen. Man muß gestehen, dass der Bahnhof jetzt einen imponierenden Eindruck hervorbringt, und es ist nur zu bedauern, daß die ungenügenden Wirtschafts- und Warteräume noch in Verwendung genommen werden. Das man in den betreffenden maßgebenden Kreisen jetzt einsieht, daß es eine Notwendigkeit ist, die neuen Wirtschafts- und Warteräume baldigst zu eröffnen, geht daraus hervor, daß trotz des hohen Feiertags gestern während des ganzen Tages die Arbeiter mit der Instandsetzung der neuen Räume beschäftigt waren."

Es gab auch kritischere Stimmen. Die Nürnberger Zeitung schrieb am 1. Oktober 1903: "... Der alte Bahnhof Nürnberg war wenigsten stilgerecht dem Städtebild angepaßt. Der Bau des neuen Bahnhofs paßt gar nicht dazu. Lächerlich erscheinen namentlich die kleinen Fenster, welche in der ausgedehnten massigen Fassade wie Schießscharten in der Stadtmauer aussehen. Es wäre besser gewesen, den alten Bahnhof stehen zu lassen und mit Anbauten zu versehen, als ein derartiges architektonisches Ungeheuer auf einen viel zu kleinen Platz zu stellen ..."

Woher rühren diese harschen Töne? Der neue Hauptbahnhof wurde nicht nach dem Wünschen der Stadt gebaut. Die "Bayern" ordneten den Neu-Renaissance-Stil an, anstatt das Gebäude durch den "Nürnberger Stil" mit neugotischer Bauweise an das übrige mittelalterliche Stadtbild anzupassen. Ferner wurde Muschelkalk verwendet anstelle des sonst in Nürnberg gebräuchlichen Sandsteins. Aber diesen Fauxpas musste sich die Stadt nach der "Eingemeindung" 1806 gefallen lassen.

Der prächtige, lang gestreckte Bau mit Ost-, West- und kuppelgekrönter Mittelhalle machte schon 1910 einen Umbau erforderlich. Die Mittelhalle erhielt eine direkte Verbindung zum Mitteltunnel, die in Zengers Plänen nicht vorgesehen war. Nachdem 1928 der Südein und -ausgang dem Verkehr übergeben wurde, verlegte man in den 1930er Jahren den Fahrkartenverkauf in die Osthalle.

Ein besonderes Highlight war die Restauration "Haupt-Bahnhof" zweiter Klasse mit seiner Jugendstilausstattung, die am 1. Dezember 1906 von Karl Stölzle übernommen wurde. 60.000 Mark Pacht musste der Münchner Hotelier jährlich entrichten. Der Speisenkarte aus damaliger Zeit ist zu entnehmen, dass die Preise aus heutiger Sicht recht moderat waren. So kostete eine Tagessuppe 30, Ochsenfleisch 60 Pfennig und ein Rostbraten mit Zwiebeln 1,20 Mark.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Hauptbahnhof zu 42 Prozent zerstört bzw. beschädigt, wobei sich die Muschelkalkfassade als relativ widerstandsfähig erwies. Der Wiederaufbau zog sich mangels Mittel über einen längeren Zeitraum hin. Erst zum 50. Geburtstag 1956 waren die Kriegsschäden weitgehend beseitigt, ebenso erhielt die Mittelhalle eine neue Kuppel. Im gleichen Zug richtete man in der Westhalle ein Aktualitäten-Kino ein, kurz "Aki" genannt. In diesem Nonstop-Kino konnte man in den 1960er Jahren für 50 Pfennig einen Film sooft ansehen wie man wollte.

Die Stadt Nürnberg entwickelte sich weiter und mit ihr der altehrwürdige Hauptbahnhof. Der 1965 beschlossene U-Bahnbau von Langwasser Süd in Richtung Fürth bezog natürlich das Empfangsgebäude der DB als Dreh- und Angelpunkt mit ein. Mit drei Ebenen sollte die Mittelhalle unterkellert werden. Die vorgelegten Pläne bei der die Mittelhalle samt Kuppel aus statischen Gründen verschwinden sollte, wurden von der Deutschen Bundesbahn abgelehnt. Ein anderer Vorschlag diese Halle als Taxizufahrt mit einer Acrylglaskuppel umzugestalten fand ebenfalls keine Zustimmung. Eine andere Vision der Stadtplaner in den 1960er Jahren war das "Verkehrszentrum City". Heinz Schmeißner von der Bauverwaltung legte in dieser Zeit eine Planungsstudie vor, die eine Überbauung der Bahntrassen und des Bahnhofbereichs vorsah welche aber, Gott sei es gedankt, nie verwirklicht wurde (nachzulesen in einem eigenen Kapitel). Nachdem die DB 1973 ein statisches Gutachten vorlegen konnte, in dem belegt ist das die Mittelhalle erhalten werden konnte, einigten sich Stadt und Bahn.

Bei einem Architektenwettbewerb wurde der Vorschlag, die Mittelhalle mit zwei sich durchdringenden, kupfergedeckten Tonnengewölben zu überdachen, angenommen. Der Nürnberger Hauptbahnhof wurde in den folgenden Jahren komplett umgestaltet. Hier einige Eckdaten:
  • 1973 Umsiedelung der Service-Betriebe aus der Mittelhalle; es entstehen neue, moderne Geschäfte in der Westhalle
  • 1976/77 Fassadenreinigung; Beseitigung letzter Kriegsschäden; neue Fußböden in den Hallen und Tunneln
  • 1977 Nach Abschluss der U-Bahn-Bauarbeiten Wiederaufbau der Mittelhalle
  • 28.01.1978 Inbetriebnahme der U-Bahn
  • 21.07.1978 Beendigung der Ausbauarbeiten; die 1.500 qm große Kuppelfläche ist zwischenzeitlich mit Kupferblech gedeckt

Der Hauptbahnhof erstrahlte in neuem Glanz und wurde in den Folgejahren mehrmals umgebaut und renoviert. 1998 konnte die Baugenehmigung für die Umnutzung zu einem Ladenzentrum erteilt werden. Pünktlich zum 100-jährigen Jubiläum und zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 war die Umstrukturierung abgeschlossen. Entstanden war ein modernes Shopping- und Dienstleistungszentrum, das manchmal den Eindruck erweckt das die eigentliche Funktion des Bauwerks nur Nebensache ist.



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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: HBF, NUM, SLN

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