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Nürnberg

Luitpoldhalle

Ein weiteres Bauwerk das längst aus dem Stadtbild verschwunden ist, war die Luitpoldhalle. Sie wurde zur Bayerischen Landes-Gewerbe, Industrie- und Kunstausstellung 1906 errichtet. Anlässlich der 100-jährigen Zugehörigkeit zu Bayern wurde dies Jubiläumsschau in Nürnberg ausgerichtet.


Im Gegensatz zu den anderen Ausstellungsbauten, die als "fliegende Bauten" nur für die Industrieschau von Mai bis Oktober errichtet wurden, wurde das später als Luitpoldhalle benannte Gebäude, für eine längerfristige Nutzung konzipiert.

Gebaut wurde die dreischiffige, verglaste Stahlskeletthalle 1905 von der Firma MAN. Wie auf Fotografien von Ferdinand Schmidt zu erkennen ist, war es eine mächtige Konstruktion, mit einer vom Jugendstil beeinflussten Architektur. Bei einer Länge von 180 Metern und einer Breite von 49 Metern passten später bei Veranstaltungen bis zu 16.000 Menschen in das Bauwerk.

Ursprünglich als Maschinenhalle errichtet wurde das im Luitpoldhain gelegene Bauwerk nach Beendigung der Präsentation vorwiegend als Fest- und Veranstaltungshalle genutzt. Nachdem die Stadt Nürnberg das Gebäude nach Ausstellungsende übernommen hatte, erhielt es auch den Namen Luitpoldhalle – in Anlehnung nach ihrer Lage im Luitpoldhain, der nach dem bayerischen Prinzregent Luitpold benannt wurde.

So fand dort 1910 das 8. Bayerische Arbeiter-Sängerbundesfest statt, gefolgt vom 8. Deutschen Sängerbundesfest mit 40.000 Teilnehmern im Jahr 1912. Auch die Abschlusskundgebung des Wiedervereinigungparteitags von USPD und SPD fand am 24. September 1922 in der Luitpoldhalle statt. Dieses Gebäude diente anfangs auch dem 1912 eröffneten Tiergarten an der Bayernstraße als Restaurant.

Bevor die Nationalsozialisten das gesamte Areal um den Dutzendteich vereinnahmten, nutzen diese die Halle bei ihren Reichsparteitagen 1927 und 1929 als Unterkunftsmöglichkeit. Da der Grundstein für die geplante Kongresshalle erst 1935 gelegt wurde, und die Parteitage ab 1933 immer in Nürnberg stattfinden sollten, musste die Luitpoldhalle in dieser Zeit für die "Nazi-Kongresse" herhalten. Deshalb nannte man sie später auch "Alte Kongresshalle".

Wie bereits erwähnt, hatte das Bauwerk eine vom Jugendstil beeinflusste Architektur. Dies wiederum war den Nationalsozialisten zuwider. Die Halle musste sich eine "Verschönerung" von "Reichsbaumeister" Albert Speer gefallen lassen. Dieser ließ 1935 den Charakter des Gebäudes völlig verschwinden. Die Fassade wurde mit Muschelkalkstein im neoklassizistischen NS-Monumentalstil verkleidet, auch das Glasdach musste weichen. Im Inneren wurden die Eisenpfeiler rot bespannt und die Decke mit Tüchern und Bändern verkleidet. Bis 1938 hielt das Naziregime ihre Versammlungen, in dem Gebäude ab. Nach dieser Zeit soll die Halle als Lebensmittellager für die Nazi-Bonzen gedient haben, wie sie einem Augenzeugenbericht von Fritz Nadler entnehmen können (s. weiter unten).

Nach schweren Bombentreffern beim ersten Großangriff auf Nürnberg, in der Nacht vom 28./29. August 1942, brannte die Luitpoldhalle aus. Ihre eisernen Reste wurden nach Kriegsende beseitigt. Ende der 1950er Jahre begann die Stadt den Luitpoldhain als Freizeit- und Parkanlage wiederherzustellen.

Fritz Nadler beschreibt in seinem Buch "Ich sah wie Nürnberg unterging", den traurigen Zustand der ehemaligen Festhalle, nach dem die "Royal Air Force" in 88 Minuten ihre Bombenlast aus 159 Flugzeugen abgeladen hatte:

"... Total zerschmettert ist die Festhalle im Luitpoldhain, ein Überbleibsel aus der Bayerischen Landes-Industrie-Ausstellung von 1906, das seit 1933 den Namen "Kongreßhalle" führt. Die eisernen Träger sind zerknickt, durcheinandergesprengt, ineinander gesplittert. Vernichtet sind die Massen der dort eingelagerten Möbel, verbrannt Millionen Zigarren und Zigaretten, unheimliche Mengen Schokolade, Liköre, Schnäpse und dergleichen schöne Dinge, die der gewöhnliche Sterbliche nur noch vom Hörensagen kennt. Das für den Katastrophenfall dort eingelagerte Glas ist geschmolzen und zermalmt von den Tommy-Bomben. ..."

Weiter heißt es in einer Bildunterschrift: "In dieser Kongreßhalle soll auch die große Wurlitzer Orgel verbrannt sein. Außerdem lagerten hier enorme Lebensmittelmengen. Das geschmolzene Glas der Halle hing, als es nach dem Angriff vom 28. August 1942 erkaltet war, wie ein Wasserfall an den verbogenen und zerschmolzenen Eisengerüsten."



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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: SLN, SSG

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