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Der Schuldturm auf der Insel Schütt

Ehemals gab es zwei Schuldtürme auf der Vorderen Insel Schütt. Sie waren durch die Schuldturmbrücke (heute Heubrücke) miteinander verbunden. Die Türme am Süd- und Nordufer der Pegnitz waren Teil der sogenannten vorletzten Stadtbefestigung. Erbaut wurde der heute noch erhaltene Südturm 1323, unter der Leitung von Baumeister Conrat Stromer.


Jeder der beiden Türme diente im Mittelalter als Gefängnis für verschuldete Personen. Streng nach Geschlechtern getrennt, nannte man die Bauten "Männerschuldturm" bzw. "Männereisen" und "Weiberschuldturm" oder "Weibereisen". Entstanden sind die Namen durch die käfigartigen Innenräume mit Eisenstäben und Eisenketten. Der südlich der Pegnitz gelegene Weiberschuldturm wurde bereits Anfang des 19. Jh. abgerissen. Ins Weibereisen wurden hauptsächlich "fahrende Dirnen oder liederliche Weyber" verbracht "die durch angebliche Unzucht oder durch Beleidigung ehrbarer Leute" aufgefallen waren.

Im heute noch erhaltenen Männerschuldturm befand sich um 1800 noch ein Geldstock für Almosen. Durch lautes Schreien machten die Gefangen auf sich aufmerksam und baten die Vorbeigehenden um eine milde Gabe.

Der erste Inhaftierte war ein Mann namens Schramm, weshalb der Schuldturm im 15. Jh. auch als Schrammenturm bezeichnet wurde. Ihm folgten weitere 592 Personen die häufig wegen Überschuldung oder Fluchens eingesperrt wurden. Apropos Schulden. Wenn ein Gläubiger seinen Delinquenten hinter Gitter brachte, hatte er auch für die Kosten des "Urlaubs" aufzukommen – es wurde kein Festmahl verabreicht, die Speisen bestanden nur aus Wasser und Brot. Wie auch heutzutage üblich, konnten sich die Angeklagten durch eine eidesstattliche Versicherung der Haft entziehen. Bis alle Gläubigerschulden beglichen waren, mussten sich die Sünder in einer Bannmeile von mindestens fünf Meilen außerhalb der Stadt aufhalten.

Zwei berühmte Insassen hatte der Schuldturm in vergangenen Jahrhunderten. Einer von ihnen war Christian Ludwig Kauliz, ein Kalligraph (Schönschreiber) dem eine gestochen scharfe Schrift nachgesagt wird. Durch seine Fähigkeit für exakte Kopien wurde er vom Rat der Stadt als Kartenkopierer und Geheimschreiber eingesetzt. Er starb nach 23-jähriger Haft im Männereisen. Warum er eingesessen ist kann momentan nur gemutmaßt werden – Fälschungen, widerrechtliche Beurkundungen, gefälschte Schuldscheine? (Der Autor ist um Aufklärung bemüht)

Ein anderer Insasse, der Patrizier Hans Stromer, der wegen Veruntreuung (oder war es Mord?) zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, erbat sich zu jeder Mahlzeit eine Bratwurst als Nachspeise. Dies wurde ihm gewährt und somit verzehrte er 28.000 Bratwürste während seines 38-jährigen Kerkeraufenthalts. Der Stadtchronist protokollierte: "die 28.000 die er verzehrte müssen sehr gut gewesen sein, dass sie ihm nicht leid geworden sind".

Der Turm brannte nach dem Bombenhagel von 1945 völlig aus und wurde in ursprünglicher Form wieder aufgebaut.

Der Schuldturm erfuhr in der jüngeren Vergangenheit meist eine gastronomische Nutzung. Erst 2006 wurde er an ein Gastronomieunternehmen verkauft (man spricht von 3 Mio. Euro) und innen komplett renoviert sowie umgebaut. Die Uferfläche an der Pegnitz wird in Sommermonaten als Biergarten genutzt und bietet somit neben dem Kettensteg-Biergarten und dem Ponton unterhalb der Fleischbrücke die einzige Möglichkeit den Nürnberger Stadtfluss hautnah zu erleben.


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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: DIS, SLN

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