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Nürnberg

Straßenbahndepot Muggenhof – Die einstige Hauptwerkstatt der Nürnberg-Fürther Straßenbahn

Das Straßenbahndepot in Nürnberg Muggenhof wurde im Jahr 2003 von der VAG (Verkehrs-Aktiengesellschaft) aufgelöst. Seither wartet der ehemalige Betriebshof auf eine Neunutzung. Wie vor einiger Zeit in den Nürnberger Nachrichten zu lesen war, gab es Überlegungen die KFZ-Zulassungsstelle dorthin umzusiedeln. Konkret entschieden ist bislang (April 2009) noch nichts.


Als am 12.04.1881 der Bremer Unternehmer Heinrich Alfes die Konzession zum Betrieb einer Pferdebahn erhielt, konnte noch niemand ahnen wie rasch sich das neue Verkehrsmittel durchsetzen würde. Mit der Elektrifizierung ab 1896 entwickelte sich Nürnbergs Straßenbahnnetz rapide. Das "Hauptwerk" für die Instandhaltung und Wartung der Fahrzeuge befand sich damals in der Fürther Straße.

Zu Zeiten der Pferdebahn spielte das Werkstattwesen eine eher untergeordnete Rolle. Mit der Einführung des elektrischen Betriebes änderte sich dies jedoch durch Untersuchungsfristen und den sogenannten "vorbeugenden Instandsetzungen" an sicherheitsrelevanten Teilen.

Von 1881 bis 1912 wurden sämtliche Untersuchungen und Reparaturen im "Hauptwerk" in der Fürther Straße durchgeführt. Durch den zunehmenden Wagenbestand und dem somit steigenden Wartungsaufwand musste jedoch bald mit dem Bau von neuen Werkstattgebäuden begonnen werden. Hierfür wurde ein Grundstück an der Fuchsstraße angekauft. Mit dem Bau des Straßenbahndepots Muggenhof konnte bereits im Frühjahr 1912 begonnen werden. Im selben Jahr konnten Werkstatttrakt und Lagerhalle bezogen werden. Die Bauarbeiten an der neuen Werkstatt in Muggenhof wurden 1913 beendet. Die Baukosten beliefen sich auf 2.166.812,69 Mark.

In dem großen Gebäude waren Schreinerei, Lackiererei, Montagehalle, Dreherei und Schmiede untergebracht.
  • Schreinerei: Seitlich des Gleises waren Holzbearbeitungsmaschinen angebracht, die zentral über Transmissionen von einem im Keller installierten Motor angetrieben wurden. Über der Schreinerei befand sich ein Holzlager.
  • Lackiererei: Der Werkstattbereich der Lackiererei konnte durch Rolltore abgetrennt werden, da für das Überlackieren höhere Temperaturen erforderlich waren.
  • Montagehalle: Vier Gleise wurden jeweils paarweise von zwei elektrischen Kränen mit 10t Tragkraft überspannt. Eine zentrale Druckluftanlage erlaubte überall den Anschluss von notwendigen Werkzeugen wie z. B. Niethämmern oder Meißel. Tageslicht trat durch große Glasdächer ein.
  • Dreherei: Diese war mit Radsatzdrehmaschinen zum Abdrehen von ausgebauten Wagenrädern auf die vorgeschriebene Form ausgestattet.
  • Schmiede: In der Schmiede befanden sich vier Doppelherde mit Turbinengebläse. Die Absaugung des Rauchgases erfolgte unterirdisch.

Weiter befanden sich in dem neuen Werkstattgebäude Schlosser-, Mechanische- und Elektromechanische Werkstätten, eine Gießerei, eine Ankerwicklerei, sowie ein Straßenbahnmuseum mit sämtlichen je verwendeten Fahrscheinen, Gleisen, Uniformen und anderen Exponaten.

In der Zeit von 1914 bis 1918 und den sich anschließenden unruhigen Zeiten konnten nur notdürftige Instandhaltungen an Fahrzeugen durchgeführt werden. Um Entlassungen zu vermeiden wurden von 1923 bis 1924 Leistungen für andere Unternehmen erbracht. Nach der Währungsreform 1923 ging es jedoch wirtschaftlich bergauf: In großer Stückzahl wurden neue Fahrzeuge beschafft, technische Neuerungen erprobt und auch die erste Unterflurradreifen-Schleifmaschine wurde installiert.

Neben dem Hauptwerk Muggenhof gab es noch andere Betriebshöfe der Nürnberg-Fürther Straßenbahn-Gesellschaft. Wegen Aufgabe des Nebenwerks Luitpoldhain, aufgrund von Baumaßnahmen auf dem Reichsparteitaggelände, wurde 1935 im Straßenbahndepot Muggenhof eine große Wagenabstellhalle aus Holz errichtet. Zusammen mit bereits früher erbauten Abstellanlagen konnten nun 110 Wagen in der Hauptwerkstatt abgestellt werden. Mit der Erneuerung des Maschinenbestandes, der Einrichtung eines Holzlagers sowie einer Telefonanlage mit 23 Nebenstellen, waren die letzten Modernisierungen vor dem Zweiten Weltkrieg beendet.

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs am 01.09.1939 änderte sich für die Hauptwerkstatt Muggenhof nur wenig, da die Straßenbahn als "kriegswichtig" eingestuft wurde. Mit Fortdauer des Krieges wurden die Materialeinteilungen jedoch gekürzt und weitere Mitarbeiter an die Front eingezogen. Ab Sommer 1943 wurden immer mehr Fahrzeuge beschädigt und konnten meist nur notdürftig wieder instand gesetzt werden. Durch Annäherungen der Front an Nürnberg wurde der Betrieb am 16. April 1945 ganz eingestellt.

Bereits am 16. Mai, acht Tage nach der Kapitulation, konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden, da die Hauptwerkstatt mit ihren wertvollen Maschinen unversehrt geblieben war. 1946 wurde der Zweischichtbetrieb eingeführt und so konnte im April 1950 mit dem Triebwagen 654 die Beseitigung der Kriegsschäden abgeschlossen werden.

Mit fortschreitender Modernisierung des Wagenmaterials ab 1955, durch die Beschaffung der ersten Großraumwagen, vergrößerten sich die Platzprobleme immer mehr. Aus diesem Grund wurde bereits 1958 mit den Planungen für eine neue Werkstatthalle hinter dem Gebäude aus dem Jahr 1912 begonnen, mit deren Bau 1959 angefangen wurde. Der Neubau hatte eine Fläche von ca. 6.500 Quadratmetern. Am 13. Oktober konnte das neue Gebäude von der VAG übernommen werden. Der Auszug von Lackiererei und Schreinerei aus der alten Halle brachte selbiger den nötigen Platz. Die im Altbau verbleibenden Werkstätten erhielten weitere Räumlichkeiten in der neuen Halle.

1963 konnte die alte Heizanlage der Hauptwerkstätte außer Betrieb genommen werden, da die Versorgung mit Heizenergie nun durch das neu eingerichtete Fernheizkraftwerk Fuchsstraße übernommen wurde. Mit Inbetriebnahme des ersten U-Bahnteilstücks in Langwasser übernahm auch die Hauptwerkstatt neue Aufgaben – so wurden beispielsweise auch Fahrmotoren der U-Bahn gewartet. Im Jahr 1978 konnte die neue Kantine nach 14-monatiger Bauzeit eingeweiht werden.

Durch Umsatzeinbußen und zunehmend steigende Personalkosten kam es auch in der Hauptwerkstätte zu Personalreduzierungen, wodurch sich jedoch die Standzeiten der Straßenbahnwagen verlängerten. Mit dem weiteren Ausbau der U-Bahnwerkstatt Langwasser übernahm diese in vielen Bereichen die Rolle der Hauptwerkstatt Muggenhof, so z. B. die Instandhaltung der Fahrmotoren.

Mit dem Grundsatzbeschluss zum Fortbestand der Straßenbahn durch den Stadtrat im Jahr 1994 begannen die Überlegungen bezüglich des Baus einer neuen Hauptwerkstatt. Mit dem Ankauf von Grundstücken an der Katzwanger Straße und dem Baubeginn der neuen Schwerpunktwerkstatt Süd im Jahr 2001 zeichnete sich das Ende des Staßenbahndepots Muggenhof ab. Das Areal an der Fuchstrasse diente in der Folgezeit nun hauptsächlich als Unterstellmöglichkeit.

Am 21. Oktober 2003 begann man mit der Verbringung der zukünftigen Museumswagen bzw. Ersatzteilspender in den Gleisbauhof Maximilianstraße, von wo sie im Mai 2004 in den neuen Betriebshof Heinrich Alfes Straße überführt wurden.

Nun ist ruhig auf dem Gelände hinter dem ehemaligen AEG-Komplex. Das altehrwürdige Straßenbahndepot Muggenhof wartet nun auf eine Neunutzung. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude mit seinem markanten Turm war schon im Gespräch als Domizil für die KFZ-Zulassungstelle und die SÖR-Zentrale. Angeblich gab es auch schon Anfragen eines Diskothekenbetreibers, auch der TÜV soll Interesse bekundet haben. Ob Nutzung als Großraumdisko oder Betriebsstätte eines Unternehmens, die Umbau- bzw. Renovierungskosten werden sicher beträchtlich sein. Eine Straßenbahn wird in das Areal jedenfalls nicht mehr einfahren – Oberleitung und Zufahrtsgleis sind längst abgebaut.

Nachtrag: 04.03.2011
Einem Zeitungsbericht den Nürnberger Nachrichten (22.02.11) zufolge, werden SÖR-Zentrale (Servicebetrieb Öffentlicher Raum) und KFZ-Zulassungsstelle nicht in das ehemalige Straßenbahndepot umziehen. Nach einer erneuten Kalkulation stellte sich heraus, dass die errechneten Sanierungs- und Umbaukosten in Höhe von 30 Millionen Euro nicht zu halten sind. Eine nochmalige Analyse durch ein anderes Büro wies ein langfristig gesehenes Investitionsvolumen von etwa 72 Millionen Euro aus, was der Stadt jedoch zu kostspielig ist. Die SÖR-Zentrale soll nun "Am Pferdemarkt" (alte Müllverbrennung) angesiedelt werden, für die Zulassungsstelle muss nun eine neue Lösung gesucht werden. Somit ist eine mögliche Neunutzung des Straßenbahndepots Muggenhof erst einmal vom Tisch und die Zukunft ungewisser als zuvor.

Nachtrag, 29.04.2012

Straßenbahndepot Muggenhof hat einen Investor

Die Spekulationen über die künftige Nutzung des Areals an der Fuchsstraße scheinen ein Ende zu haben. Wie den Nürnberger Nachrichten (22.03.12) zu entnehmen war, wird die P&P Gruppe (s. a. Zucker-Bär) das ehemalige Straßenbahndepot kaufen um dort Wohnungen für etwa 500 Menschen zu errichten. Es soll auch schon erste Entwürfe von Architekt Gerhard P. Wirth geben. Im unter Denkmalschutz stehenden Hauptgebäude sollen exklusive Lofts entstehen. Die dahinter liegenden ("Neubau")Hallen können abgerissen werden, dort sind neue Stadthäuser geplant.

Michael Peter, Chef der Fürther Immobilienentwickler, hält einen Baubeginn in eineinhalb oder zwei Jahren für möglich. Es könnten dort 8.736 Quadratmeter Wohnfläche im alten Bestand entstehen. Weitere 3.800 Quadratmeter kämen durch Neubauten hinzu. Fast exakt 100 Jahre nach Baubeginn des altehrwürdigen Straßenbahndepots kommt wieder Bewegung in das seit 2003 brachliegende Areal.

Danke: Ich bedanke mich bei Tobias Schneider vom Verein "Freunde der Nürnberg-Fürther Straßenbahn e.V.", der mir die Veröffentlichung seines (Austellungs)Textes gestattet hat.

Tipp: Wer mehr über die Geschichte der Nürnberg-Fürther Straßenbahn erfahren möchte, dem sei ein Besuch im Historischen Straßenbahndepot St. Peter empfohlen. Ein besonderes Erlebnis ist auch die Rundfahrt mit der Oldtimer-Linie. Öffnungs- sowie Fahrzeiten finden sie auf der Internetseite des Vereins:

http://www.strassenbahnfreunde-nuernberg.de/


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Straßenbahndepot Muggenhof

Hauptwerkstatt Halle I
Straßenbahndepot Muggenhof
Straßenbahndepot
Straßenbahndepot Muggenhof
Muggenhof
Straßenbahndepot Muggenhof
Südansicht
Meldung beim Pförtner
Meldung beim Pförtner
Pförtnerloge
Pförtnerloge
Verwaltungsgebäude
Verwaltungsgebäude
Straßenbahndepot Muggenhof

Die untenstehenden Aufnahmen entstanden während einer Führung durch das Straßenbahndepot, anlässlich der Projektwoche "ArbeitsEnde:Gestern"

Nochmals recht herzlichen Dank an unseren sachkundigen und geduldigen Begleiter!
Straßenbahndepot Muggenhof

Straßenbahndepot Muggenhof Haupthalle
In der ...
Straßenbahndepot Muggenhof Haupthalle
Haupthalle ...
Straßenbahndepot Muggenhof Haupthalle
(Halle I)
Straßenbahndepot Muggenhof Haupthalle

Straßenbahndepot Muggenhof Haupthalle

Halle I

Halle I

Die Letzte in Halle I
Die Letzte in Halle I
Halle I

Halle I
Der Zahn der Zeit nagt
Straßenbahndepot Muggenhof Haupthalle

Straßenbahndepot Muggenhof Haupthalle

Motorenprüfstand
Motorenprüfstand
Motorenprüfstand
Motorenprüfstand
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Rückansicht
Rückansicht
Straßenbahndepot Muggenhof

Rückansicht/Schiebebühne
Rückansicht/Schiebebühne
Rückansicht
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Ewag Saloon
EWAG Saloon
Unterstand
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"Neubau"-Halle II
Schiebebühne
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Arbeitsbühne
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Rauchen verboten
Rauchen verboten
Arbeitsbühne
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Straßenbahndepot Muggenhof Halle II

Straßenbahndepot Muggenhof Halle II

Straßenbahndepot Muggenhof Halle II
Explosionsgefahr
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Schlosserei
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Meister
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Kantine
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Straßenbahndepot Muggenhof




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Text: Tobias Schneider, mw
Fotos: mw
Verwendete Literatur: DS01; Nürnberger Nachrichten v. 22.02.11

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