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Straßenbahndepot St. Peter – heute "Historisches Straßenbahndepot St. Peter"

Heute dient das ehemalige Straßenbahndepot St. Peter dem Verein "Freunde der Nürnberg-Fürther Straßenbahn e. V." als Ausstellungshalle und Vereinsheim – es ist überregional als "Historisches Straßenbahndepot St. Peter" bekannt.


Lange bevor die erste elektrische Straßenbahn 1896 durch Nürnbergs Straßen fuhr, bediente die Pferdebahn den Nahverkehr. So nahm am 25. August 1881 die Pferdebahnlinie Pärrer-Lorenzkirche-Staatsbahnhof ihren Betrieb auf. Weitere Linien im Stadtgebiet folgten, auch Ausflugsstrecken in (ehemalig) außerstädtische Vororte wie St. Jobst oder zum Dutzendteich nahmen den Verkehr auf.

Um das ständig wachsende, rollende Material warten und unterstellen zu können, erwirbt die "Nürnberg-Fürther-Straßenbahn-Gesellschaft" ein Grundstück im "Grünen", an der heutigen Schloßstraße. Das neue "Filialdepot Sct. Peter", mit einer dreigleisigen Wagenhalle für 12 Wagen und Stallungen für 26 Pferde, wurde am 1. Oktober 1888 in Betrieb genommen. Beherbergt wurden hier hauptsächliche die Fahrzeuge der "rothen Linie", die bis zum Dutzendteich verkehrte. Durch ein verstärktes Aufkommen im Pferdebahnverkehr, musste das Depot am Petersfriedhof 1891 bereits um ein viertes Gleis erweitert werden.

Der technische Fortschritt läutete am 7. Mai 1896 ein neues Zeitalter ein. Seit diesem Zeitpunkt verkehrte die "Elektrische" zwischen Nürnberg und Fürth. Auch die beliebte Dutzendteichlinie wurde seit dem 3. Juli 1897 elektrisch betrieben. Für das "Filialdepot Sct. Peter" bedeutete dies eine grundlegende Umstellung. Die Pferdeställe wurden mit Gleisen bestückt und dienten fortan als Triebwagenhalle. In der "alten" Wagenhalle stellte man weiterhin die Pferdebahnwagen ab, die jetzt als Beiwagen für die Stromtriebwagen Verwendung fanden.

Mit Strom versorgt wurden die Fahrzeuge von einem Dampfkraftwerk im Hauptdepot an der Fürther Straße. Noch vor der geplanten Landesausstellung (1906) wird die Stadt Nürnberg 1903 Eigner der Straßenbahn, was umfangreiche Veränderungen mit sich brachte. Im Hinblick auf ein erhöhtes Verkehrsaufkommen zur erwähnten Schau und der dezentralen Lage des Hauptdepots, installierte man eine Fernbatterie im Depot St. Peter, die in einem Anbau östlich der Triebwagenhalle untergebracht war.

Noch vor der großen Jubiläumsschau im Luitpoldhain wird die Beiwagenhalle abgerissen und 1905 durch einen Neubau ersetzt. In der neuen, sechsgleisigen, von Jugendstilelementen geprägte Halle, fanden 42 Wagen Platz. An ihrer Ostseite errichtete man einen Werkstatt-, Magazin- und Sozialraumtrakt. Auch ein Sand- und Salzbunker mit Gleisanschluss gehörte zur Ausstattung.

Nachdem die Städte Nürnberg und Fürth 1911 die "Großkraftwerk Franken AG" gegründet hatten, um eine ausreichende Stromversorgung für Haushalte und Industrie zu gewährleisten, wurden die straßenbahneigenen Dampfkraftwerke stillgelegt. Das Straßenbahndepot St. Peter, sowie das Hauptdepot, erhielten ein Umformerwerk das den Drehstrom in Gleichstrom umwandelte. Hierzu diente, nach Umbauten, die ehemalige Triebwagenhalle aus der Pferdebahnzeit. Am 25. März 1913 beginnt in St. Peter die neue Stromära, gefolgt von einer Leistungssteigerung im Jahr 1914.

Wegen der Weltwirtschaftskrise muss das Werk St. Peter den Betrieb am 1. November 1931 einstellen und wurde nur noch zum Abstellen von momentan nicht benötigten Fahrzeugen genutzt. Die dort ausgeführten Arbeiten wurden vom Werk Luitpoldhain mit übernommen. Da das Naziregime mit dem Gelände rund um den Dutzendteich andere Pläne hatte, musste der Betriebshof Luitpoldhain für den Bau der Luitpoldarena im April 1935 weichen.

Bereits am 14. April 1935 weckte man das Depot St. Peter aus seinem Dornröschenschlaf. Im gleichen Jahr erhält die Wagenhalle eine geschlossene Umfahrung, ferner wird die Zufahrt durch ein zweites Gleis ergänzt.

Der Zweite Weltkrieg setzt dem Straßenbahnverkehr und dem Depot St. Peter schwer zu. Bereits während des Luftangriffs im August 1943 wird das Gebäude beschädigt und das Umformerwerk völlig zerstört, worauf von dieser Station ein Jahr lang kein Strom geliefert werden kann. Während dieser Zeit übernehmen vier Gleichrichterwagen den Betrieb im östlichen Stadtgebiet. Nach erneuten Luftangriffen am 10. September 1944 muss der Betrieb für zehn Tage ruhen, das endgültige Aus erledigten die Fliegerbomben am 2. Januar 1945. Die Umformer wurden erneut zerstört und von der Jugendstilhalle blieb nur noch ein Gerippe übrig.

Kurz nach Kriegsende beginnt der Wiederaufbau des Nürnberger Straßenbahnnetzes. Als der "Zweier" am 16. Februar 1946 am Straßenbahndepot St. Peter vorbei fährt, sind dort im Hof schon wieder Fahrzeuge abgestellt. Nach dem teilweisen Wiederaufbau des Werks, rollt der erste Zug am 3. Februar 1947 vom Gelände. Der Neubau, auf zwei Dritteln des Grundrisses der imposanten Jugendstilhalle, ist eine funktionelle, gemauerte Halle mit einer Dachkonstruktion aus Holz. Der hintere Trakt wird erst 1949/50 wieder aufgebaut. Ferner entsteht auf der rechten Hofseite ein zweistöckiges Dienstwohngebäude.

Im Gegensatz zum ehemaligen Straßenbahndepot Muggenhof oder anderen Betriebshöfen war das Werk St. Peter eher klein und den Anforderungen des Großraumwagenbetriebs nicht gewachsen. Auch das Ausfahren über die stark befahrene Regensburger Straße stellte ein weiteres Problem dar. Am 1. Oktober 1974 erfolgte die Schließung der Betriebsstätte, die aber weiterhin zum Abstellen von Reservefahrzeugen genutzt wurde.

In den folgenden Jahren wollte man das Areal einer Umnutzung unterziehen. So war 1977 eine Verwendung als kulturelle Begegnungsstätte im Gespräch, gefolgt vom Neubau einer Berufsschule im Jahr 1978.

Eine Wende zurück zu den Wurzeln ereignet sich 1979. In diesem Jahr ziehen die "Freunde der Nürnberg-Fürther Straßenbahn e. V." in einen ehemaligen Unterrichtsraum im Dienstwohngebäude ein. In der Wagenhalle richtet das "Centrum Industriekultur" die Ausstellung "Industriekultur – Expeditionen ins Alltägliche" ein, die vom Herbst 1982 bis Frühjahr 1983 besichtigt werden konnte.

Einen mächtigen Aufschwung erfuhr das Depot St. Peter im Jahr 1985. Anlässlich des Jubiläums "150 Jahre deutsche Eisenbahn" wurde der Betriebshof auf Vordermann gebracht. Das Werk wurde renoviert und auf einen zeitgemäßen Technikstand gebracht. Die VAG verbrachte ihren verstreuten, historischen Wagenpark auf das Gelände und die Vereinsmitglieder der Straßenbahnfreunde bereiteten Straßenbahnutensilien auf und gestalteten Vitrinen und Fotowände.

Der altehrwürdige Betriebshof erlebt seit dem 16. Mai 1985 seinen zweiten Frühling. An diesem Tag eröffnete das "Historische Straßenbahndepot St. Peter" und ist seither Anlaufpunkt für Straßenbahnfans aus nah und fern. Auch die seit 1977 verkehrende, historische Burgringlinie 5, macht seit Eröffnung planmäßige Abstecher zum Depot. Inzwischen hat sich das Areal für Veranstaltungen jeglicher Art bewährt. Selbst für private Feiern kann man sich im Historischen Straßenbahndepot einmieten.

Aktuelle Termine und Veranstaltungen, sowie weitere Informationen über das "Historische Straßenbahndepot St. Peter" erfahren Sie auf der Internetpräsenz der "Freunde der Nürnberg-Fürther Straßenbahn e. V."


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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: DS02, SLN

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