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Nürnberg

Zeppelintribüne

Einmal im Jahr dreht sich heutzutage alles um die Zeppelintribüne, nämlich dann wenn die Rennwagen während des Norisring-Rennens den großen Bau umrunden. Ansonsten ist es eher ruhiger auf dem Zeppelinfeld am Dutzendteich. Die Zeiten als "Monsters of Rock", die Vorgänger-Veranstaltung von "Rock im Park", auf dem Gelände ihre Konzerte spielten und die Zeppelintribüne als Zuschauerplatz diente sind längst vorbei.


Der Platz auf dem das massige Bauwerk steht, wurde einst als Zeppelinwiese bezeichnet, nachdem dort am 28. August 1909 das Luftschiff "Zeppelin III" gelandet war. Die Zeppelintribüne entstand durch die Nationalsozialisten, die auf dem Zeppelinfeld ab 1933 ihre Aufmärsche während der Reichsparteitage abhielten. Konzipiert und entworfen hatte die Anlage "Reichsbaumeister" Albert Speer, als Teil eines riesigen NS-Parteitagsgeländes. Zeppelinfeld, Zeppelintribüne, Luitpoldarena, Kongresshalle, Deutsches Stadion und Große Straße sollten damals den Schauplatz der Nazi-Inszenierungen bilden, und das romantische Stadtbild Nürnbergs, als "deutscheste aller deutschen Städte", musste als Kulisse herhalten. Das gigantische Projekt, auf einer Gesamtfläche von 11 Quadratkilometern, wurde aber nie fertiggestellt, vollendet wurden nur die Luitpoldarena, die Zeppelintribüne, das Zeppelinfeld und ein großer Teil der Aufmarschstraße.

Wegen der Kriegsereignisse wurden die Bauarbeiten auf dem gesamten Gelände im September 1939 eingestellt. Nach Kriegsende hielt die US-Armee am 24. April 1945 ihre Siegesparade auf dem Zeppelinfeld ab. Am gleichen Tag sprengten sie auch das überdimensionale Hakenkreuz auf der Zeppelintribüne, welches das Bauwerk direkt über der "Führerkanzel" überragte. Danach wurde das Areal in "Soldiers-Field" umbenannt und von den Besatzern zum Sportplatz umfunktioniert.

Das 360 Meter lange und bis zu 20 Meter hohe Gebäude hatte Speer nach einem antiken Vorbild entworfen, dem Pergamonaltar. Die Zeppelintribüne war einst gekrönt von einer nach vorn offenen Halle mit 144 Pfeilern. Jede dieser Stützen war 90 Zentimeter breit und ca. 8,80 Meter hoch. Da diese Pfeiler baufällig waren, hat man sie 1967 weggesprengt. Diese Sprengung hat bis heute ihre Spuren hinterlassen. An manchen Stellen gilt das Bauwerk als einsturzgefährdet, weil Dach und Abdeckung der Konstruktion ebenso weggesprengt wurden und Regen ungehindert in den Treppenbau eindringen konnte. In den vergangenen Jahrzehnten hat die Stadt zwar die notwendigsten Ausbesserungsarbeiten vorgenommen, aber für eine Generalsanierung fehlte das Geld.

Im Inneren der Zeppelintribüne befindet sich der sogenannte "Goldene Saal". In diesem 8 Meter hohen, 300 Quadratmetern großen Saal trafen sich einst die Größen des Naziregimes, bevor sie zu ihren Ehrenplätzen geleitet wurden. Benannt ist der Raum nach der goldenen Mosaikdecke, die ebenso wie die mit Muschelkalk verkleideten Wände, unbeschädigt erhalten ist/sind. Dort und in den Nebenräumen richtete die Stadt Nürnberg 1985 die Ausstellung "Faszination und Gewalt -– Nürnberg und der Nationalsozialismus" ein.

Wie bereits erwähnt, ist das kolossale Bauwerk heute (Aug.2009) in einem angeschlagenen Zustand. Die Stadt schätzt die Sanierungskosten auf ca. 25-40 Millionen Euro. Wie den Nürnberger Nachrichten (23.07.09) zu entnehmen war, will Nürnbergs OB Ulrich Maly in Berlin wegen Zuschüssen anfragen. Zwar gibt es keinen Fonds für die Erhaltung von NS-Relikten, aber es handelt sich ja um kein Nürnberger, sondern ein nationales Erbe, so der Oberbürgermeister.

Jahre- bzw. Jahrzehntelang diente die glatte, ebene Rückseite der Zeppelintribüne Tennisfreunden als "Trainingswand". Doch auch diese Zeiten sind vorbei, das rückwärtige Areal ist seit Kurzem durch Gitter eingezäunt. Man will verhindern, dass die Tennisspieler weiterhin ihre Bälle an die Muschelkalk-Fassade schmettern. Auch ein kleiner Teil der Treppenkonstruktion ist wegen Einsturzgefahr gesperrt.

Ob und wann es zu einer Sanierung kommt ist derzeit (Aug. 2009) ungewiss. Auch über eine zukünftige Nutzung liegen noch keine konkreten Pläne vor. Dass das auf der anderen Dutzendteichseite gelegene "Dokuzentrum Reichparteitagsgelände" die Zeppelintribüne in ihr Konzept integriert ist zurzeit nicht im Gespräch. Zwei Sachen sind sicher: Der "Goldene Saal" wird auch weiterhin nicht für private Feierlichkeiten vermietet. (Eventuell öffnen sich die Türen zukünftig für die regelmäßigen Führungen über das einstige Reichsparteitagsgelände.) Und, die Fans des "Noris-Speedweekends" werden auch zukünftig nicht auf ihren Sitzplatz auf der Steintribüne verzichten müssen. Abgerissen wird der Monumentalbau (wahrscheinlich) nicht, er steht seit 1973 unter Denkmalschutz.

Nachtrag, 19.10.2009
Wie den Nürnberger Nachrichten vom 15.10.2009 zu entnehmen war, wird die oben erwähnte Summe für die Instandsetzung der Tribüne nicht ausreichen. Inzwischen geht man von geschätzten 60-70 Millionen Euro aus, wobei die Grenze nach oben offen ist. Das Baureferat schätzt, dass 80 Prozent der Natursteinblöcke der Stufen ersetzt werden müssen, bei der Fassade kalkuliert man mit 60 Prozent.

30.000 bis 100.000 Euro kostet gibt die Stadt jährlich für die notwendigsten Reparaturen aus. Aufhalten lässt sich der Zerfall damit nicht. Im schlimmsten Fall müsste das gesamte Areal gesperrt werden, wenn die Stadt ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht mehr nachkommen könnte – ein Super-GAU für das Norisring-Rennen.

Bleibt weiterhin die Frage der Finanzierung. Ohne Hilfen aus Bund- und Landesmitteln kann das Projekt nicht gestemmt werden. Selbst ein Drittel der Summe wäre aus städtischen Mitteln nicht zu finanzieren, so OB Maly gegenüber den NN. Bayerns derzeitiger Ministerpräsident Horst Seehofer hat Nürnbergs Oberbürgermeister bei seinem Antrittsbesuch Unterstützung zugesagt. Maly zur Zeitung: "Wir müssen eventuell zwei, drei Jahre um Geld buhlen, aber das hält die Tribüne noch durch."

Nachtrag, 26.10.2009
Wie den Nürnberger Nachrichten vom 24.10.09 zu entnehmen war, beschäftigte sich Kulturausschuss des Stadtrats letzte Woche mit der Zeppelintribüne. Basierend auf dem Konzept des Vereins "Geschichte für alle" arbeite man an einer Lösung die Anlage zukünftig der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Politiker aller Fraktionen sprachen von Entmystifizierung und Entlarvung des Pomps der NS-Diktatur.

Hinter der Finanzierung steht immer noch ein großes Fragezeichen. Sollte dies jedoch geklärt sein, rechnet das städtische Baureferat mit einem Zeitraum von zehn Jahren bis das Projekt abgeschlossen sein wird. Es geht hierbei allerdings nicht um eine Restaurierung sondern nur um Instandsetzungsmaßnahmen.

Wie dem Bericht weiter zu entnehmen war, brauchen sich die Motorsportfans nicht um ihre Sitzgelegenheit sorgen. Bis zum Norisring-Rennen 2010 lässt die Stadt schwerwiegende Mängel beseitigen. Mit einer 280.000 Euro teuren Baumaßnahme soll die Sicherheit der Zuschauer bis zum nächsten Jahr sichergestellt werden.
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Zeppelintribüne
Zeppelintribüne

Zeppelintribüne
Zeppelintribüne

Zeppelintribüne
Zeppelintribüne

Blick über das Gelände
Blick über das Gelände

"Führer-Kanzel"
"Führer-Kanzel"
Schautafel
Schautafel

Backbleche
Ausgang zur Haupttribüne
Die untenstehenden Aufnahmen entstanden während des "Informationstages Zeppelinfeld".
(24.09.2011)
Die Fassade brökelt
Die Fassade brökelt
"Goldener Saal"
"Goldener Saal"
Feuerschale
Feuerschale
"Goldener Saal"
"Goldener Saal"
"Goldener Saal"
"Goldener Saal"
Ausgang zur Haupttribüne
Ausgang zur Haupttribüne
Ornamente im Aufgang
Ornamente im Aufgang

Aufgang zur Haupttribüne
Aufgang zur Haupttribüne
Ornamente im Aufgang
Ornamente im Aufgang
Maroder Seitenaufgang
Maroder Seitenaufgang

Toilettenanlagen
Toilettenanlagen
Maroder Seitenaufgang
Maroder Seitenaufgang

Flakscheinwerfer
Flakscheinwerfer



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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: SLN, SSG, Nürnberger Nachrichten v. 23.07.2009: "Rätseln über die Zukunft der bröckelnden NS-Altlasten" von Hartmut Voigt; NN v. 15.09.2009: "Bröckelnde Zeppelintribüne verschlingt 70 Millionen Euro" von Hartmut Voigt

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