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Dr. Friedrich Mayer – Journalist, Schriftsteller

Dr. Friedrich Mayer wird auf diesen Seiten immer wieder gern zitiert. Sein Taschenbuch "Nürnberg und seine Merkwürdigkeiten; Ein Wegweiser für Fremde" galt als Standardwerk für Nürnbergreisende. Die darin beschriebenen Sehenswürdigkeiten und Gegebenheiten bieten auch heute noch einen interessanten Lesestoff.


Friedrich Mayer wurde am 20. Februar 1804 in Gunzenhausen als Sohn eines Zollbeamten geboren. Durch die Versetzung seines Vaters verschlug es ihn nach Erlangen, wo er von 1816-23 das Gymnasium Fridericianum besuchte. Sein Studium der Naturwissenschaften und Kameralistik in der Hugenottenstadt blieb ohne Abschluss. In den folgenden Jahren zog es den jungen Friedrich hinaus in die Ferne. Er soll sich ab 1825 drei Jahre in Heidelberg aufgehalten haben, ohne an der dortigen Universität immatrikuliert gewesen zu sein. Danach trat er in die Forstschule Aschaffenburg ein. Zwischen 1828 und 1830 praktizierte Mayer am Forstamt Neustadt a. d. Haardt, wo er wegen "Unfleißes" vom Dienst suspendiert wurde.

Friedrich Mayer bemühte sich um eine Dozentenstelle für Mathematik an der Aschaffenburger Forstschule, anscheinend ohne Erfolg. Ferner promovierte er 1831 erfolgreich an der Universität Tübingen in Mathematik, ohne das er dort anwesend war. Seine Teilnahme am Hambacher Fest (1832) verhinderten einen erhofften Lehrauftrag. Im selben Jahr kehrt Dr. Mayer wieder nach Erlangen zurück und erklärt: "dass er von dem Forstwesen abgestanden sey und sich auf die Journalistik legen wolle." Die Erlanger Behörden waren über Mayers Anwesenheit nicht sehr erbaut, da er Kontakt zu Bruderschaften aufnahm. In einem Bericht ist die Rede von einem "Individuum, welches täglich mehr die Aufsicht in Anspruch nimmt."

Mayers erstes schriftstellerisches Werk, "Novellen und Erzählungen", erscheint 1832, findet aber bei der Stadt keine Anerkennung. Dementsprechend fällt das Urteil des Stadtkommissars aus: "Eine ganz erbärmliche Schrift, welche sehr anzügliche Anspielungen auf Erlanger Professoren ... enthält." Die bayerischen Regierungsbehörden hielten fortan ein wachsames Auge auf den Rebell.

In den folgenden Jahren zog es Mayer erneut in die weite Welt. Er bereiste Schweden, Österreich, Ungarn, Dänemark und Böhmen, woraus 1835 sein zweites Werk "Reiseskizzen aus Deutschland, Dänemark und Schweden" hervorging. Gewidmet war das Buch seinem Vorbild Heinrich Heine. Bei ihm erkundigte sich Mayer auch ob er sich in Paris durch "literarische Leistungen" eine Existenz aufbauen könne. Anscheinend wurde seine Anfrage abschlägig beantwortet, da er sich weiterhin in Erlangen aufhielt, einer "Musenstadt ohne Musen", wie er schrieb.

Seine Reiseskizzen fanden kaum Beachtung. Es folgten weitere Werke wie "Novellen und Lieder" (1836) und zwei Bände "Wanderleben in Bayern, Ober- und Unterösterrreich, Ungarn, Mähren und Böhmen" (1837/38). Auch in diesen Werken konnte sich Mayer die eine oder andere Stichelei nicht verkneifen. In den folgenden Jahren widmet er sich vermehrt dem Journalismus. So ist er als Redakteur beim "Nürnberger Lustwandler" tätig, gefolgt als Herausgeber des "Vaterländischen Magazins", dass dem Leser die Geschichte und Gegenwart des Königreichs Bayern näher bringen wollte. Friedrich Mayer gab auch noch zwei literarische Blätter heraus, die aber nur kurz Bestand hatten (Der Salon, 1838; Münchener Literatur- und Kunstblatt, 1840). Ebenso verfasste er 1840 weitere Reiseschilderungen, sowie einen Führer durch München. 1841 heiratet Dr. Friedrich Mayer Thekla Louise Urban, die Tochter eines Münchner Hofschauspielers. Aus dieser Ehe gehen vier Kinder hervor.

Nachdem 1841 das "Vaterländische Magazin" eingestellt wurde, übersiedelte der Reiseschriftsteller als verantwortlicher Redakteur zum "Nürnberger Friedens- Kriegskurier". Seine Vorliebe galt den schönen Künsten, wie zahlreiche Konzert- und Theaterkritiken belegen, in die allerdings auch politische Kritik versteckt war. Zwei Jahre später wechselt er als Herausgeber zur "Nürnberger Zeitung". Dort schrieb er im Feuilleton und verfasste (unliebsame) Kritiken. Unter seiner Leitung avancierte das 1843 als "Allgemeine Zeitung von und für Bayern" gegründete Blatt zur Nürnberger Lokalzeitung. Mayer hatte jetzt sein eigenes, politisches Sprachrohr, welches manchen ein Dorn im Auge war. Er kämpfte für eine radikale Demokratie, sowie gegen die Bevormundung durch die Obrigkeit.

Obwohl politisch nicht gleich gesinnt, gab Mayer die Festschrift anlässlich des 25-jährigen Amtsjubiläums des damaligen ersten Bürgermeisters Jakob Friedrich Binder heraus. Der Journalist engagierte sich auch im "Politischen Verein" und war an der Revolution 1848/49 beteiligt. Im Jahr 1849 musste Mayer, wohl auch wegen seines starken Alkoholkonsums, die Zeitung verlassen. Ohne große berufliche Perspektive lebte er bis zu seinem Tod in Nürnberg.

Nachdem er bereits 1843 den Wegweiser "Nürnberg im neunzehnten Jahrhundert" verfasste, erschien auch noch der "Führer durch Nürnberg und dessen Umgebung". Im Vorwort bekundet Dr. Mayer seine Verbundenheit zu seiner Heimatstadt. Darin heißt es das er: "... die Liebe und Theilnahme, die von frühester Jugend auf für Nürnberg ... für seine politischen und sozialen Zustände und Entwicklungen, ... für seine Geschichte hegte und pflegte." An einer anderen Stelle heißt es: "Unter dem Thore fiel es mir wieder ein, daß ich Nürnberg einmal die Hauptstadt meines Herzens genannt habe; wie ganz treu und voll fühlte ich die Wahrheit dieses Ausspruchs ..."

Eines seiner letzten Werke erscheint 1849. Es handelt sich um das hier des Öfteren gern zitierte Taschenbuch "Nürnberg und seine Merkwürdigkeiten, ein Wegweiser für Fremde", dass zum Teil auch heute noch Gültigkeit hat und in unseren Tagen einen interessanten Lesestoff bietet. Vieles, wie etwa die alten Nürnberger Bierwirtschaften, ist längst verschwunden. Mann gewinnt in dem Büchlein aber einen sehr lebendigen Eindruck über die Lebensweise in der alten Noris, zu Zeiten der Industrialisierung. Ergänzt wird der Stadtführer durch 12 Stahlstiche, sowie einem Grundriss der Altstadt in zwei Blättern.

1851 veröffentlicht Dr. Mayer noch eine Monographie über Nürnbergs Handel. Das Erscheinen (1858) des Bandes mit Abbildungen von Alexander Marx, "Die Fränkische Schweiz in Stahlstichen", für den Textbeiträge aus Mayers "Malerische Wanderung durch das Pegnitztal von der Quelle bis zur Mündung" entnommen wurden, erlebte er nicht mehr mit.

Dr. phil Friedrich Georg Christoph Philipp Mayer starb am 30. Juni 1857. Eine Meldung zu seinem Tod lautete: "Ein Schriftsteller nicht ohne Talent, der aber durch zu große Liebe zum Branntwein die Kräfte des Körper und Geistes zerstörte." Thekla Louise Mayer überlebt ihren Mann noch um Jahrzehnte, sie starb erst 1890 in Nürnberg.


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Text: mw
Verwendete Literatur: NUM (Nachwort von Klaus Matthäus), SLN

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