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Nürnberg

Johannes Zeltner – Ultramarinfabrikant, Unternehmer, Mäzen

Johannes Zeltner war 1838 Mitbegründer der ersten Ultramarinfabrik Bayerns. Als Mäzen unterstützte er kulturelle und soziale Belange. Zeltner besaß eine gute Allgemeinbildung und war bis zu einem Schlaganfall 1878 in vielen Gremien tätig.


Johannes Zeltner wurde am 12. April 1805 in Eschenbach (Krs. Nürnberger Land) geboren. Als Sohn von Hopfenhändler Johann Zeltner besuchte er die Schule in Hersbruck und trat 1823 in den väterlichen Betrieb ein. Als Angestellter bereiste er Sachsen und Preußen um das väterliche Geschäft auszuweiten.

1830 zog es ihn nach Nürnberg wo er sich selbstständig machte und neben dem Hopfenhandel auch einen Weinhandel betrieb. Im selben Jahr ehelichte der Jungunternehmer Johanna Sibylla Amberger, welche kurz darauf verstarb. Sechs Kinder gingen aus seiner zweiten Ehe mit Käthe Scharrer, Bürgermeistertochter von Johannes Scharrer, hervor, die er 1833 heiratete. Seinen Bruder Johann Georg Zeltner unterstützte Johannes 1836 bei Gründung dessen Zeltner-Brauerei.


Nürnberger Ultramarinfabrik

An der Polytechnischen Schule in Nürnberg entwickelte in dieser Zeit der Chemielehrer Thomas Leykauf gemeinsam mit Friedrich Wilhelm Heyne, dem späteren Schwager Zeltners, ein Verfahren zur Erzeugung von Ultramarin. Die Geldmittel hierfür stellte Johannes Zeltner zu Verfügung. Schließlich ließ Zeltner auf einem 6 ha großen Gelände in der heutigen Zeltnerstraße 1838 die erste Ultramarinfabrik Bayerns errichten. Bereits ein Jahr später begann man dort unter dem Firmennamen Leykauf, Heyne & Co. mit der Erzeugung von blauem und grünem Ultramarin. Dieses wurde für Anstriche, färben von Textilien, oder für Druck auf Papier und Gewebe verwendet.

Nach dem Ausscheiden Leykaufs 1841 wurde das Unternehmen in "Nürnberger Ultramarinfabrik" umbenannt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten entwickelt sich der Betrieb gut. Bereits 1843 betrug der Gewinn 200.000 Gulden und Ende der 1840er Jahre gehörte die Anlage zu den größten Ultramarinfabriken Europas. Exportiert wurde in fast alle Länder des Abendlandes, sowie nach Nord- und Südamerika, in Teile Asiens und Afrikas.

Die Fabrik verbrauchte 56.000 Tonnen Steinkohle jährlich. Den 102 fest angestellten Arbeitern und 30 Hilfsarbeitern standen zwei Dampfmaschinen zu Verfügung. Eine dritte Dampfmaschine wurde 1860 installiert, die Belegschaft wuchs bis zu diesem Jahr auf 210 Arbeiter.

Johannes Zeltner war ein Multi-Unternehmer wie man heute sagen würde. Bereits 1840 beteiligte er sich an der Hüttensteinacher Eisenwerksgesellschaft, 1852 übernahm er die Hakenfabrik Oertle & Hertlein. Der 1846 gegründeten Nürnberger Kammgarnspinnerei AG sicherte er 1859 den Fortbestand bis diese 1868 in seinen, und 1876 in städtischen Besitz überging. 1859 schied auch sein Schwager Heyne aus der Fabrik aus und Zeltner wurde Alleininhaber, allerdings mit Übernahme einer Schuldenlast.

Zeltner nahm seinen Bruder Heinrich, ab 1861 seinen Schwiegersohn Carl Mahla und 1862 seinen Sohn Johannes als Teilhaber auf. Justin Wunder, ein Mitarbeiter in der Fabrik, erfand das Verfahren zur Herstellung einer roten Ultramarinfarbe. Daraufhin ließ sich Zeltner für diesen Prozess 1877 ein Patent eintragen, das erste deutsche Reichspatent überhaupt. Weiterer Erfinderschutz folgte für die Produktion von violettem Ultramarin.

Doch die folgenden Jahrzehnte standen unter keinem guten Stern. Fortwährende Absatzkrisen veranlassten am 31. Mai 1890 vierzehn Ultramarinfabriken zur Fusion zu den Vereinigten Ultramarinfabriken, bei denen Zeltners Sohn Johannes Vorstand des Aufsichtsrats wurde. Die Nürnberger Ultramarinfabrik wurde 1893 nach Leverkusen verlegt.

Wie eingangs erwähnt hatte Johannes Zeltner auch eine soziale Ader. Bereits 1839 führten die Firmeninhaber eine Kranken- und Beerdigungskasse ein, gefolgt von einer Pensionskasse im Jahr 1841. Er stiftete namhafte Beträge für Kirchen und soziale Einrichtungen. Auch ein 1872 ins Leben gerufenes Projekt für arme Handwerker, die "Herberge zur Heimat" geht auf ihn zurück.

Auch politisch war der Fabrikbesitzer tätig. Er gehörte von 1845 bis 1848 dem Gremium der Gemeindebevollmächtigten an, war seit 1846 Mitglied der Handelskammer Nürnberg und hatte von 1851 bis 1855 das Amt des ersten Direktors des Industrie- und Kulturvereins Nürnberg inne. Der Loge "Zu den Drei Pfeilen im Orient" trat Zeltner 1859 bei. Der Aktiengesellschaft zur Unterstützung des Germanischen Nationalmuseums stand er ab 1858 als Direktor vor. Seit 1872 saß er im Verwaltungsrat dieses Museums.

Den Herrensitz Gleißhammer, das heutige Zeltnerschloss, hatte Johannes Zeltner 1845 erworben. Ebenso zählte das Rittergut Obersteinbach ab 1866 zu seinen Besitztümern. Der umtriebige Unternehmer erlitt 1878 einen Schlaganfall und war künftig an Armen und Beinen gelähmt. Der Spitzenvertreter der Nürnberger Industrie im 19. Jh. verstarb am 1. Juni 1882.

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Text: mw
Verwendete Literatur: BNN, SLN

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