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Nürnberger Originale: Peitschenmännla, Heringsbändiger, Brunskartler, Schweinauer Durl, Baron von Schniegling

Auch beim zweiten Teil über die "Nürnberger Originale" kann nicht mit Sicherheit behauptet werden das es all diese Personen wirklich gegeben hat. Für die Richtigkeit der folgenden Beschreibungen kann keine Gewähr übernommen werden.


Das Peitschenmännla

Vom Peitschenmännla soll es Ende des 19. Jahrhunderts gleich mehrere gegeben haben. Es handelte sich hierbei um eine Art selbsternannte Obrigkeit. Meist waren es ältere Mitbürger die als Spaziergänger "getarnt" durch die Nürnberger Parks schlenderten. Besonders bei den Lausbuben von Gostenhof, Johannis, Wöhrd und Maxfeld waren die sagenumwobenen Gestalten gefürchtet.

Das Peitschenmännla hatte nämlich immer seine Geheimwaffe dabei, einen Spazierstock der besonderen Art. An diesem Stock war eine Peitschenschnur befestigt, die am oberen Ende durch einen Geheimmechanismus gehalten wurde. Besonders hatten es die selbsternannten "Parkaufseher" auf Jugendliche abgesehen, die sich unschicklich verhielten. Als so etwas galt das Plündern von Rosenbeeten oder das Hinausschieben von leeren Kähnen in den Rosenauweiher -– der Kahnwart musste sie dann mühselig zurückholen.

Hatte das Peitschenmännla eine Rotte Jugendlicher ersteinmal im Visier, begann er mit unauffälliger Observation. Beobachtete er dann eine Schandtat, näherte er sich wie ein erholungsbedürftiger Spaziergänger bis auf Reichweite seiner Geheimwaffe. Meist reichte die Warnung "Es Peitschenmännla kummt" nicht mehr, auch die meisten Fluchtversuche blieben dank des verlängerten Arms erfolglos. Der Vollstrecker übte sein Amt mit dem Peitschenstock aus, was bei den Sündern ganz schöne Striemen hinterließ.

Angeblich soll es im Stadtpark und der Rosenau bis in die 1960er Jahre Peitschenmännla gegeben haben, was der Verfasser aus eigener Erfahrung nicht bestätigen kann, weil er immer brav war (grins).

Der Heringsbändiger

Der Heringsbändiger hieß mit bürgerlichen Namen Schorsch Ödhofer, nannte sich im Geschäftsleben aber Hein Hamburg. Er verkaufte auf Kirchweihen und Märkten gewedelte Fische und versuchte dabei immer Plattdeutsch zu "snacken". Den Kunden gegenüber brüstete er sich immer mit einer Tante in Kiel – er selbst hatte die Waterkant nie gesehen. Als Marktschreier könnte man ihn heute mit "Aal-Paule", "Forellen-Mike" oder wie sie alle heißen vergleichen. Die Fische die der Heringsbändiger anbot kamen aber keineswegs von der Nordsee wie er immer betonte, sondern aus der heimischen Pegnitz.

Seine Masche und Sprüche schienen erfolgreich angekommen zu sein, denn der Schorsch brachte es zu einem Häuschen in Lichtenhof.

Der Brunskartler

Den Nichtfranken muss hier vorab erklärt werden was es mit "brunsen" auf sich hat. Es ist ein Dialektausdruck den man am besten mit "urinieren" übersetzt. "Dreeg" ist ein Nürnberger Kartenspiel bei dem man nacheinander "66", "Rot Aßn", "Rufen" und "Kamerunn" spielt.

Der Brunskartler, mit bürgerlichen Namen Schorsch Hofbeck, durfte aber in seiner Stammkneipe "Zum Walfisch" nie richtig mitspielen. Er war nur Ersatzmann, wenn einen der Kartler ein menschliches Bedürfnis drückte – er sprang dann in der Pinkelpause ein.

Die Kartelrunde soll den Schorsch immer mit "Dozent" gerufen haben, weil er die legendäre Kartenspiel-Hochschule in Weinzierlein besucht haben soll. Eine Akademie die es freilich nie gab. Der Volksmund behauptet aber hartnäckig, dass dort ein Italiener, der Wirt des "Blauen Affen" in Venedig, Schuldirektor war. Dieser soll sogar einmal Nürnberger Meister im "Dreeg" spielen gewesen sein. Nun ja, glauben wir das halt mal.

Die Schweinauer Durl

Nüchtern und trocken betrachtet war die Schweinauer Durl eine Art "Werbedame" für das bayerische Militär im ausgehenden 19. Jahrhundert.

Sie zog mit ihren Kolleginnen durch die Spelunken der Stadt und machte jungen Männern schöne Augen – es wurde gescherzt und getrunken. Wollte dann einer der Umworbenen mehr wissen bzw. wollen, verwies die Animierdame auf ihr bescheidenes Heim im Nürnberger Vorort Schweinau. Die Masche schien zu funktionieren. Es ging aber keinesfalls zur Schweinauer Durl/Dorl nach Hause, sondern direkt in eine Schweinauer Vorstadtkneipe, "auf ein letztes Bier". Dort wurde der Anwärter dann völlig betrunken gemacht, bis er durch seine Unterschrift "freiwillig" in die bayerische Armee eintrat. Das böse Erwachen am nächsten Morgen kann sich wahrscheinlich jeder vorstellen.

In dem mehrstrophigen Volkslied (um 1855) "Laßt nur der Jugend ..." wird die Schweinauer Durl/Dorl sogar besungen, dort heißt es: "Tanz mit der Dorl, walz mit der Dorl bis nach Schweinau mit der Dorl, tanz mit der Dorl, walz mit der Dorl bis nach Schweinau!", das über die Grenzen Frankens hinaus bekannt ist. Den Liedtext kann man hier nachlesen.


Der Baron von Schniechling

Die Berliner haben ihren "Hauptmann von Köpenick", die Nürnberger ihren "Baron von Schniechling". In dem Nürnberger Stadtteil Schniegling ist er aufgewachsen der Baron. Den Titel "Baron" verdankt der Mathes Heiner, wir er bürgerlich hieß, der Tatsache das er in einem vornehmen Elternhaus aufgewachsen ist.

Der Baron war ein hochgewachsener Mann, der träumend und philosophierend, man könnte sagen völlig abwesend, durch die Straßen der Vorstadt spazierte. Es wird ihm nachgesagt, dass er beim Studieren verrückt geworden sei. Für sein publizistisches Erstlingswerk fand der Schriftsteller in spe keinen Verleger, sodass uns keine weiteren Details überliefert wurden. Das Büchlein sollte den Namen tragen: "Die Bedeutung der Weißwurst im Dreißigjährigen Krieg".

Hinweis
Rudolf J. Weickmann hat 1977 ein Büchlein unter dem Titel "Der Gänskrong trifft den Dittlasbatscher" (2. Auflage) herausgebracht, dass als Grundlage für diese Seite diente. Sollten Sie diese amüsante Lektüre in einem Antiquariat oder bei Onlineauktionen entdecken und Sie mehr über Nürnberger Originale wissen wollen, mein Tipp: Unbedingt kaufen! Preis meist um 5 €.


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Text: mw
Verwendete Literatur:

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