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Nürnberger Originale: Diddlasbadscher, Gänsgroong, Gässlasgeicher Schnapsgermania, Schusserbou und Zeitungskoarla

So richtig sicher kann es keiner sagen, ob all diese Personen wirklich existiert haben. Zumindest drei von ihnen gab es wirklich, außerdem halten sich ihre Geschichten jetzt schon über 100 Jahre. Die Entstehung ihrer Spitznamen führt entweder auf körperliche Besonderheiten zurück, oder aber auf besondere Vorlieben und Tätigkeiten.


Gänsgroong (Gänsehals)

Der Gänsgroong hieß in Wirklichkeit Johann Förter (1820-86). Er war Zündholzverkäufer und verdankte seinem Spitznamen der Tatsache, dass er einen ziemlich langen Hals gehabt haben soll. "Der Gänsgroong kummd" hallte es in seiner Zeit laut durch die Gassen. Besonders Kinder verspotteten ihn gern, was den Johann Förter immer wütend gemacht haben muss und er deshalb als bösartig galt. Er war bettelarm und verstarb im Winter 1886. Der Gänsgroong legte sich in seiner Todesnacht in einem städtischen Streusandkasten zum Schlafen nieder und wachte nie wieder auf – er erfror. Auf einer Postkarte von 1914 ist der Gänsgroong Pfeife rauchend, mit einem Kästchen voller Zündhölzer abgebildet, während er sich mit der Schnapsgermania unterhält.

Schnapsgermania

Die Schnapsgermania (ca. 1850-1906) verdankt ihren zweiteiligen Spitznamen folgenden Tatsachen: Einerseits der Aussage über ihrer Trinkgewohnheit, nach der sie Unmengen von billigen Kräuterfusel zu sich genommen haben soll, anderseits ihrer Leibesfülle. Drei Zentner soll sie gewogen haben. Die Nürnberger Bevölkerung soll ihre Statur an die Germania-Denkmäler erinnert haben. Mit einfachen Arbeiten, wie Holzhacken bei wohlhabenden Nürnbergern, verdiente sie sich ihren Lebensunterhalt. Den spärlichen Lohn setzte sie nach getaner Arbeit sofort in Schnaps um. Auf bereits erwähnter Postkarte, wird sie mit einer Flasche Schnaps in der Hand dargestellt. Unter dem anderen Arm eine Axt geklemmt und einen Korb in der Hand wurde sie mit typisch roter Schnapsnase dargestellt.

Zeitungskoarla (Zeitungskarl)

Dem Zeitungskoarla (ca. 1850-1908) wird nachgesagt, dass er ein armer, aber sehr fröhlicher Mensch war. Er verdiente seinen Pfennig-Lohn durch den Zeitungsverkauf. Er galt als geselliger Zeitgenosse und soll auch im Wirtshaus keinem Freibier abgeneigt gewesen sein. Körperliche Besonderheiten soll der Karl keine gehabt haben, seinen Spitznamen verdankt er seiner Tätigkeit als Zeitungsverkäufer.

Diddlasbadscher

Ob es ihn überhaupt gegeben hat, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Der Spitzname Diddlasbadscher ist schon sehr umgangssprachlich. Diddla bezeichnet im Fränkischen die weibliche Brust, badscher könnte man mit Klopfer oder Grabscher übersetzen. Wenn es ihn dann gegeben hat, war er also ein Lüstling welcher dem weiblichen Geschlecht nachstellte und ungefragt an den Busen grabschte. Ohrfeigen oder andere Abstrafungen waren vermutlich die Folgen.

Gässlasgeicher

Auch der Gässlasgeicher soll ein Lustmolch der besonderen Art gewesen sein. Gässla bezeichet im fränkischen Dialekt eine Gasse. Geicher müsste man wörtlich mit Geiger übersetzen. Wenn Sie jetzt vermuten das der Gässlasgeicher ein Straßenmusikant war, muss ich Sie enttäuschen. Mit "geigen" bezeichnet man umgangssprachlich auch den Vollzug des Geschlechtsaktes. Demnach muss er eine Art Exhibitionist gewesen sein, der den Geschlechtsverkehr mit Vorliebe in den engen Nürnberger Gassen praktizierte.

Wie gesagt, ob es die beiden Lüstlinge je gegeben hat ist fraglich. Ihre Geschichte hält sich aber hartnäckig. Zumindest haben es der Diddlabadscher und der Gässlasgeicher geschafft, sich mit ihren nicht ganz jugendfreien Tätigkeiten zu verewigen. Beide sind auf Butzenscheiben in der Gaststätte "Bratwurstherzle", in der Nürnberger Brunnengasse abgebildet.


Schusserbou (Schusserjunge)

Der Schusserbou (eher eine Sagengestalt) soll ein rechter Hitzkopf gewesen sein, der nach der Schule, auf dem Schulhof am Lorenzer Platz mit seinen Kameraden geschussert, also mit Murmeln gespielt hat. Er hat beschummelt wo es nur ging. Von seinen Freunden darauf angesprochen, stritt er alles ab und beteuerte seine Unschuld: "Wenns nicht wahr ist, soll mich der Teufel holen!" Prompt kam der Teufel und nahm den Sünder mit. Beim Flug durch die Luft hat der Schusserbou noch seine Kappe verloren die dann am Blitzableiter des Chordachs der Lorenzkirche hängen blieb. Deswegen hat der dortige Blechknauf, mit seiner eigenwilligen Form, auch den Beinamen "Lausbubenkäpple".

Das ehemalige Schulhaus am Lorenzer Platz 3 wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Das Szenario wie der Teufel den Jungen ergreift, kann man am Teufelsbrunnen betrachten. Dieser befindet sich am Nordturm der Lorenzkirche.



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Text: mw
Verwendete Literatur: SLN

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