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Ray D´Addario – Fotograf

Raymond (Ray) D´Addario war ein amerikanischer Militärfotograf der unter anderem die kriegszerstörte Nürnberger Altstadt fotografisch dokumentierte. Bekannt wurde er durch seine Aufnahmen während der Nürnberger Prozesse, die damals um die ganze Welt gingen und die Kriegsverbrecher "hautnah" zeigten. Seine Fotos, und die seiner Kollegen, wurden Zeitungen und Magazinen weltweit kostenlos zur Verfügung gestellt.


Ray D´Addario wurde am 18. August 1920 in Holyoke/Massachusetts (USA) geboren. Seine Eltern Vincent und Antoinette D´Addario hatten noch einen weiteren Sohn und betrieben ein Lebensmittelgeschäft. Nach seinem High-School-Abschluss 1938 machte Raymond sein Hobby zum Beruf und fotografierte freiberuflich für lokale Tageszeitungen. Mr. D´Addario wurde 1942 zum Militärdienst eingezogen und kam ein Jahr zur Ausbildung nach Texas. Später ging er auf eigenen Wunsch nach London zum Armee-Bilderdienst. Als 25-Jähriger wird D´Addario mit einem Dutzend Fotografen und Kameraleuten nach Nürnberg abkommandiert um die Nürnberger Prozesse zu dokumentieren.

Der Armeefotograf lichtete 1945 während der Kriegsverbrecherprozesse, im "Saal 600" des Nürnberger Justizgebäudes, Nazi-Größen wie Göring, Heß oder Speer ab. Diese Aufnahmen sind in vielen Geschichtsbüchern und Dokumentationen abgedruckt. Während seiner Freizeit streifte Ray D´Addario durch die durch Luftangriffe zerstörte Nürnberger Altstadt und bannte die Trümmerwüste auf Film. Der Fotograf lebte von 1945 bis 1949 in der Stadt und lernte hier auch seine spätere Frau Margarte Borufka kennen, die bei den Prozessen als Dolmetscherin arbeitete.

Ray D´Addario schied im Oktober 1946 aus dem Armeedienst aus und lichtete noch die sogenannten Nachfolgeprozesse im Justizpalast ab. Telford Taylor, der Hauptankläger, hatte ihn als "Cheffotograf" engagiert. Ein Großteil der Aufnahmen entstand auf Schwarz-Weiß-Film, aber das "Auge Nürnbergs" experimentierte schon mit Farbfilmen die er sich von seiner Mutter aus den USA schicken ließ. Auch die zerstörte Altstadt dokumentierte der Lichtbildner teilweise in Farbe. Mr. D´Addario soll einmal gesagt haben: "Nürnberg war so zerstört, dass es mir die Leute zu Hause ohne die Bilder nicht geglaubt hätten."

Enttäuscht war der Fotograf weil der die Hinrichtung der 11 zum Tode verurteilten NS-Verbrecher durch das Internationale Militärtribunal (IMT), nicht fotografisch dokumentieren durfte. Hierzu ließ man eigens einen Offizier aus Frankfurt anreisen, der lediglich die Körper nach der Exekution ablichtete. Im Nachhinein war Mr. D´Aaddario froh, die Hinrichtung nicht miterlebt zu haben. In einer Dokumentation über "The Nuremberg Trials" sagte er 2006: "I´m, very, very happy that i didn´t see the execution."

1949 kehrte der Fotograf wieder in seine Heimatstadt Holyoke zurück und eröffnete in der Maple Street ein Fotogeschäft, dem später drei Filialen folgten. Ray D´Addario besuchte in den folgenden Jahrzehnten des Öfteren die Noris. Bei seinem ersten Aufenthalt traf er auf den Buchhändler Heiko Kistner (ehem. Buchhandlung Edelmann), dem er die Fotografien der zerstörten Frankenmetropole zeigte. Daraus entwickelte sich die Idee die gleichen Motive nochmals zu fotografieren, um den Wiederaufbau zu dokumentieren. Der so entstandene, beeindruckende Bildband "Nürnberg damals – heute" (Verlag Nürnberger Presse) ist noch heute im Handel und erlebte mehrere Auflagen. Nach einem erneuten Aufenthalt in Nürnberg (1992) für Dreharbeiten zum Filmporträt "Ray D´Addario – Armeefotograf, Nürnberg 1945" erlitt der Amerikaner einen Schlaganfall und war fortan teilweise gelähmt.

Der Fotograf, der durch das Objektiv seiner Kamera Weltgeschichte beobachtet hatte, verkaufte seine einzigartigen Aufnahmen in den 1990er Jahren an die Stadt Nürnberg. An der Eröffnung der Dauerausstellung "Memorium Nürnberger Prozesse" 2010, die auch viele seiner Aufnahmen zeigt, konnte Ray D´Addario aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen. Seine letzten Tage verbrachte er in einem Pflegeheim in seiner Heimatstadt.

Raymond D´Addario starb am 13. Februar 2011 im Alter von 90 Jahren in Holyoke an den Folgen eines weiteren Schlaganfalls.

Publikationen mit Aufnahmen des leidenschaftlichen Fotografen:
"Nürnberg damals -– heute" (1. Auflage 1970)
"Nürnberger Erinnerungen, Band 4: Nürnberg nach 1945" (1990)
"Der Nürnberger Prozess" (1994)


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Text: mw
Verwendete Literatur: NDH

Quellen im Internet:
The New York Times
rijo-research.de (PDF)
Nürnberger Nachrichten
Abendzeitung Nürnberg


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