Logo - nuernberginfos.de
Nürnberg Nürnberg
Nürnberg Startseite Nürnberg
Nürnberg Nürnberg Brücken
Nürnberg Nürnberg Nürnberg
Gebäude Bauwerke Bauwerke
Brücken Brücken Brücken
Brunnen Brunnen Brunnen
Denkmäler Denkmäler Denkmäler
Foto Foto-Dokus Dokus
Gastgewerbe Gastgewerbe Gastgewerbe
Gewässer Gewässer Nürnberg
Industrialisierung Industrialisierung Industriekultur
Kinos Kinos Kinos
Kirche Kirchen Kirchen
Lokalbahnen Lokalbahnen Nürnberg
Ludwigseisenbahn Ludwigseisenbahn Ludwigseisenbahn
Mühle Mühlen Mühlen
Bedeutende Nürnberger Nürnberger
  Behaim, Martin
  Bestelmeyer, Germ.
  Cramer-Klett, Th. v.
  D´Addario, Ray
  Dürer, Albrecht
  Faber, Lothar von
  Heideloff, K. Alexan.
  Heller, Friedrich
  Henlein, Peter
  Hisel, Herbert
  Ihre Kinder
  Kraft, Adam
  Luppe, Hermann
  Marschütz, Carl
  Mayer, Friedrich
  Meister Franz
  Neumeyer, Fritz
  Nürnberger Originale
  Nürnberger Orig. II
  Pfinzing, Paul d. Ä.
  Platner, Zacharias G.
  Schmidt, Ferdinand
  Schuckert, Sigmund
  Schweizer, Otto E.
  Spaeth, Wilhelm Joh.
  Stoß, Veit
  Stromer, Ulman
  Wanderer, Friedrich
  Wilson, William
  Zeltner, Johannes
Ratserlässe Rats(v)erlässe Nürnberg
Nürnberger Spezialitäten Spezialitäten
Straßen und Gassen Straßen u. Plätze
Traditionsfirmen Traditionsfirmen Nürnberg
Nürnberg Vermischtes Mix
Nürnberg Weitere Inhalte Nürnberg
Stichwort Stichwortverzeichnis Stichworte
Neu Was ist neu? Neu
Hilfe Hilfe Hilfe
Links Links Links
Quellen Literatur u. Quellen Literatur
Über Über diese Seiten uns
Kontakt Kontakt Nutzungsbedingungen
Weihnachtsmarkt Nutzungsbedingungen Christkindlesmarkt
Sitemap
Impressum Impressum Impressum
Nürnberg

Ulman Stromer – Papierfabrikant, Kaufmann und Politiker

Ulman Stromer nahm Ende des 14. Jahrhunderts die erste Papiermühle Deutschlands in Betrieb, wobei über das Datum der ersten Papierschöpfung in der Gleißmühle heftig diskutiert wird. Ulman Stromer schaffte es nicht nur in den Rat der Stadt, er hinterließ uns auch seine Autobiographie, das "püchel von meinem geslecht und abentewr."


Ulman Stromer wurde am 6. Januar 1329 als zwölftes von achtzehn Kindern in Nürnberg geboren. Sein Vater Heinrich betrieb in der Pegnitzstadt ein Handelshaus, in dem Ulman wahrscheinlich seine Ausbildung absolvierte. Das elterliche Unternehmen verfügte zu dieser Zeit bereits über Niederlassungen in halb Europa, in denen der junge Stromer weitere Erfahrungen sammelte. Sein Weg führte ihn nach Barcelona, Genua, Mailand und Krakau. Erstmals urkundlich erwähnt wird Ulman Stromer erst 1360 in Sulzbach/Opf. Dort hatte er 1358 Anna Hegner (oder Hegnein), die Tochter eines reichen Hammer- und Hüttenherren, geheiratet. Anna starb bereits 1365 und hinterließ Ulman ein einjähriges Töchterchen. Schon 1366 heiratete Stromer die erst vierzehnjährige Agnes Groland, die neben der Stieftochter auch noch weitere sieben eigene Kinder großzog.

Die Stromers wohnten im vom Vater geerbten Haus am Hauptmarkt, dass Ulman durch den Zukauf weiterer, einstiger Judenhäuser zu einem ganzen Häuserblock, den Kauffahrerhof ausbaute. Seit 1370 leitete Ulman, gemeinsam mit seinen Brüdern Peter und Andreas das elterliche Handelshaus. Die Geschäfte dehnten sich über ganz Europa aus. Die Blütezeit erlebt das Unternehmen zwischen 1375 und 1434.

Aber Ulman Stromer war nicht nur Handelsherr, er gehörte ab 1371 auch dem Rat der Reichsstadt Nürnberg an. Seit 1384 war er einer der führenden Politiker der Stadt und erhielt ab 1396 den Rang des Vordersten der drei Obersten Hauptleute. Unter seiner Federführung gelangte Nürnberg in den Schwäbisch-Rheinischen Städtebund. Den großen Städtekrieg gegen Burggraf Friedrich V. führte der Politiker 1388 energisch und mit Erfolg. Unter König Wenzel ist Nürnberg auch an den "Großen Judenschulden-Tilgungen" 1385 und 1391 beteiligt. Da Wenzel Führungsschwächen zeigte, wendete sich Ulman Stromer von ihm ab und trug so wesentlich zum Sturz des Königs bei. Auch an der Erhebung des neuen Königs, Ruprecht von der Pfalz, war der Nürnberger maßgeblich beteiligt. Ruprecht nahm für seine Politik nicht nur Ulmans Rat in Anspruch, vielmehr erhielt er auch finanzielle Unterstützung.

Der wohl geschichtsträchtigste Abschnitt im Leben Ulman Stromers, war die Inbetriebnahme der ersten Papiermühle Deutschlands, um deren Datum (1390) heftig diskutiert wird. Der Gleißmühle und deren Geschichte, nebst Debatten über die erste Papiermühle nördlich der Alpen ist ein eigenes Kapitel gewidmet.

Aber nicht nur die deutsche Papiermacherei ist eine Innovation Stromers. Ulman förderte auch andere Entwicklungen, wie etwa ab 1401 die des mechanischen, halbautomatischen Drahtzugs der 1415 gelang. Ulman Stromer widmet sich auch den mittelalterlichen Wissenschaften, wie beispielsweise die Entwicklung der "Visier-Rute" zum Ausmessen des Inhalts von Fässern. Ein mathematisches Problem das erst später durch Johann Kepler gelöst wird.

Als Synonym für den Erfindungs- und Ideenreichtum der Nürnberger Kaufleute, Erfinder, Künstler und Handwerker, sowie deren innovatives Handeln, gilt seit dem späten Mittelalter der Begriff "Nürnberger Witz".

Der einflussreiche und geachtete Großkaufmann und Politiker Ulman Stromer starb am 3. April 1407. Neben seinem Sohn und acht weiteren Familienmitgliedern fiel er einer Pestepedemie zum Opfer. Seine Frau Agnes übernahm dann von 1407 bis 1409 die Leitung der Papiermühle und erwarb zusätzlich das Rittergut Kalbensteinberg bei Spalt. Ferner betrieb sie erfolgreiche Handels- und Geldgeschäfte die bis nach Böhmen und Köln reichten.

Das Handelshaus Stromer ging 1434 unter der Leitung Georgs bankrott. In weiser Voraussicht konnte Ulmans Enkel Andreas die Papiermühle durch Manipulationen, an denen sich auch Kaiser Sigismund und Reichskanzler Kaspar Schlick beteiligten, retten. Die Mühle fiel während des Städtekriegs 1449 den Flammen zum Opfer, wurde aber an gleicher Stelle wieder aufgebaut.


Weitere themenverwandte Seiten:
Text: mw
Verwendete Literatur: BNN, RIF, SLN

Seitenanfang