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Nürnberg

Dudelsackpfeiferbrunnen

Seinen heutigen Standort am Unschlittplatz erhielt der Dudelsackpfeiferbrunnen erst im Jahr 1946. Vor dem Zweiten Weltkrieg war er an der heutigen Ecke Tucherstraße /Heugässchen aufgestellt. Das Brunnenoriginal befindet sich im Germanischen Nationalmuseum.


Die bronzene Figur des Dudelsackpfeifers ist die Nachbildung einer Holzfigur aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, die sich heute im Staatlichen Museum in Berlin befindet. Wahrscheinlich war die Statue als Aufsatz für einen Tischbrunnen gedacht.

Die von Friedrich Wanderer geschaffene Kopie wurde 1888 aufgestellt. In der Mitte der kelchartigen Brunnenschale ragt eine Säule empor, auf der die tänzelnde Figur ihr Instrument spielt. Der Dudelsackpfeifer wird von einem schmiedeeisernen Gitter umrankt das auf dem oberen Rand des Brunnenbeckens angebracht ist. Der Stil des Brunnens ist der Nürnberger Renaissance nachempfunden. Eine weitere Kopie der Bronzefigur, gegossen von der Kunstgießerei Lenz, befindet sich am Wandbrunnen im Innenhof der Lammsgasse 14.

Aber wie kam der unbekannte Dudelsackpfeifer zu der Ehre eines Brunnendenkmals? Nun, Nürnberg soll 1348, 1437, 1491, 1522, 1562, 1585 und 1634 von größeren Pest-Wellen heimgesucht worden sein. Ein großer Teil der Bevölkerung verlor durch den Schwarzen Tod das Leben und wurde mit dem Pestkarren nachts auf die, außerhalb der Stadtmauer gelegenen, Friedhöfe transportiert. So wäre es beinahe auch dem Dudelsackpfeifer ergangen. Der Sage nach soll der Musikus in einem Wirtshaus ziemlich viel Wein konsumiert haben und auf dem Heimweg betrunken umgefallen sein. Vom Alkohol benebelt ist er dann eingeschlafen. Die Leichenkutscher hielten ihn für ein Pestopfer und luden den Musiker samt Instrument auf ihren Karren. Durch das Rumpeln und Quietschen des Leichenfuhrwerks soll er dann aufgewacht sein. Als er die prekäre Lage erkannte, hat er dann in seiner Not ein paar Töne auf seinem umgehängten Dudelsack gespielt um auf sich aufmerksam zu machen. Völlig erschrocken, befreiten ihn die Pestkutscher und ließen den Zecher von dannen ziehen. Er soll die Begegnung mit dem Tod unbeschadet überstanden haben, weil ihn der Blutalkoholgehalt vor einer Ansteckung bewahrt hat. Solche Geschichten werden übrigens auch aus anderen mittelalterlichen Städten berichtet, wie beispielsweise aus Wien, wo dem Volkssänger Augustin ein ähnliches Schicksaal wiederfahren ist. Aber, es könnte sich in Nürnberg tatsächlich so zugetragen haben, anno 1437.


Ein Gedicht über den Dudelsackpfeifer habe ich Otto Barthels Heimatgeschichtlichen Lesebuch entnommen. Der Verfasser ist leider nicht genannt.

Der Lebende unter den Toten

Gott sei´s geklagt! Der schwarze Tod
Ist wiederum im Land
mäht um, was ihm im Wege steht
mit seiner Knochenhand.

Ein kecker Musikant allein
Lacht und ist kreuzfidel,
spielt Dudelsack und grölt dazu
sein Lied aus rauer Kehl´.

Einmal hat wieder er gezecht,
nun schwankt er heimwärts spät –
er stoplert – fällt – liegt steif und stumm –
von rauem Wind umweht.

Da kommt ein Karren noch vorbei,
der ist beladen schwer
mit vielen Toten stumm und steif,
die schauen aus wie er.

Der Wagen hält, man lädt ihn auf –
Er schläft und merkt es nicht –
und niemand ahnt, dass lebend er
stumm bei den Toten liegt.

Im Finstern stößt das Wagenrad
Unsanft an einen Stein.
Jetzt wacht er auf, merkt, wo er ist –
will laut um Hilfe schrei´n.

Wie hat Entsetzen jäh gepackt
die arme sünd´ge Seel´!
Er kann nicht schrei´n; oh weh, ihm ist
wie zugeschnürt die Kehl´.

Da fällt der Dudelsack ihm ein.
Er bläst: horch welch ein Ton!
Die Kärrner hörn´s, sie fasst der Schreck
und laufen wild davon.

Ein ein´zger bleibt gelassen stehn,
schaut nach trotz Lärm und Nacht,
befreit das arme Pfeiferlein,
das Tränen weint und lacht.

Still trabt es heim – es bleibt verschont,
ist nach wie vor gesund.
Doch ist sein Übermut vorbei
Seit jener Schreckensstund´.


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Dudelsackpfeiferbrunnen
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Dudelsackpfeifer
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Lammsgasse 14
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Lammsgasse 14


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Text: mw
Fotos: mw
Verwendete Literatur: BDF, NGG, NHL, SLN

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