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Gänsemännchenbrunnen

Der Gänsemännchenbrunnen in Nürnberg steht auf dem Rathausplatz – das ist bekannt. Weniger bekannt, kein anderer Brunnen Nürnbergs kann auf so viele Kopien verweisen. Allein im Nürnberg gibt es mindestens zwei Gänsemännchenbrunnen. Die wohl berühmtesten Verehrer der Brunnenfigur waren Johann Wolfgang von Goethe und König Ludwig II.


Die Brunnenfigur wurde um 1550 von Pankraz Labenwolf gegossen, der Entwurf wird Hans Peisser zugeschrieben. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Auftragsarbeit des Nürnberger Rates. Dargestellt wird ein Bauer aus dem Knoblauchsland, der unter jedem Arm eine Gans trägt. Nein, es ist nicht Hans im Glück mit zwei Gänsen. Der Legende nach handelt es sich um einen modisch gekleideten Bauern des 16. Jahrhunderts, der seine Gänse zu Markte trägt um sie zu verkaufen. Die Gänse ahnten was ihnen bevorstand und begannen lauthals zu schreien. Durch dieses Geschnatter erweicht, erbarmte sich der Bauer und nahm seine Tiere wieder mit nach Hause.

Die bronzene Brunnenfigur steht auf einem Sockel in der Mitte einer kelchartigen Brunnenschale. Umsäumt wird das Brunnenbecken aus Granit von einem schmiedeeisernen Renaissancegitter. Die Gänseschnäbel fungieren als Wasserspeier. In reichsstädtischer Zeit hatte der Brunnen seinen Standort auf dem Platz hinter der Frauenkirche – am Gänsemarkt, dem heutigen Obstmarkt. Seinen heutigen Standplatz bekam der Gänsemännchenbrunnen in der Wiederaufbauzeit nach 1945.

Ein weiterer Brunnen mit der Gänsemännchenfigur aus der Kunstgießerei Lenz befindet sich in der Wilhelm-Spaeth-Straße 47. Ein Modell aus Lindenholz kann im Stadtmuseum Fembohaus besichtigt werden.

Berühmter "Entenmann"

Johann Wolfgang von Goethe verweilte zu Lebzeiten viermal in Nürnberg. Bei seinem letzten Besuch, 1797, schaute er sich neun Tage lang gründlich um. Er erwarb durch Vermittlung seiner Nürnberger Freunde einige Kunstgegenstände. Auch das Gänsemännchen schien es ihm angetan zu haben, sodass er den Arzt und Physiker Dr. Thomas Seebeck bat, einen Abdruck der Brunnenfigur zu besorgen. Für Goethe verkörperte die Kleinplastik die deutsche Kunst des 16. Jahrhunderts. In einem Brief bedankte sich der Dichter am 5. Juli 1814 für den Erhalt der Nachbildung: "Ernstlich Dank für den Entenmann, welcher glücklich angekommen ist". Die Kopie aus gebranntem Ton war wahrscheinlich nicht perfekt und vermittelte nur einen allgemeinen Eindruck vom Original.

Johann Heinrich Meyer schrieb nach einem Nürnberg-Besuch im Jahr 1827 an den Dichterfürst: "Den berühmten Entenmann habe ich auch besucht und solchen in gutem Wohlsein auf seinem Brunnen am Gemüsemarkt getroffen." Was nach Goethes Tod aus dem Entenmann-Abdruck geworden ist, konnte nicht geklärt werden.

Überliefert ist aber, dass die Zarentochter Maria Pawlowna einen Bronzeabguss des Nürnberger Gänsemännchens erwarb. Dies ist auf das Jahr 1846 datiert, also 14 Jahre nach Goethes Tod. Wo diese Kopie hergestellt wurde ist nicht bekannt. Es wird vermutet, dass das Weimarer Gänsemännchen in der Gießhütte des Jakob Daniel Burgschmiet gegossen wurde. Der Großherzogin, seit 1804 mit dem Erbprinzen von Weimar verheiratet, wird nachgesagt, dass sie mit dem Geschehen um Goethe sehr vertraut war. Nach dem Ableben Pawlownas (1859) baten die Weimarer Anwohner der Schillerstraße um die Aufstellung eines Wasserbrunnens. In einem Brief an den Gemeindevorstand verwiesen sie auf einen Wunsch der Großherzogin, " die Schillerstraße mit der von ihr bestellten Erzstatuette des so genannten Entenmännchens zu schmücken, die sich jetzt ohne Bestimmung bei der Oberbaudirektion befindet." Diese Bitte wurde umgesetzt und der Brunnen 1863 fertig gestellt.

Neben vielen Repliken der beliebten Figur in Privatgärten gab es noch einen weiteren berühmten Liebhaber der Plastik – König Ludwig II. bestellte sich eine Nachbildung für sein Schloss Hohenschwangau. Ein weiterer Gänsemännchenbrunnen befindet sich in Luzern.



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Gänsemännchenbrunnen
Gänsemännchenbrunnen
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"Entenmann"
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Text: mw
Fotos: mw
Verwendete Literatur: BDF, SLN

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