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Bratwurst Herzle

Das Bratwurst Herzle, erstmals 1634 unter Wirt Nickolaus Schneider als "Gulden Herz" urkundlich erwähnt, lag ursprünglich in der Herzgasse 9-11 (ehem. Bischof-Meiser-Straße, heute Spitalgasse). Das Bratwurst Herzle gab dieser Gasse, die bis 1809 als Herzwirtsgäßlein bezeichnet wurde, ihren Namen. Das Haus der Bratwurstküche existierte wahrscheinlich schon vor 1494 – es soll von Konrad Groß, dem Gründer des Heilig-Geist-Spitals, erbaut worden sein. Für kurze Zeit trug das Lokal nach 1801 laut Konrad Nopitsch auch den Namen "Das goldene Einhorn".


Aus dem Jahr 1838 ist bekannt das ein Theodor Bayer mit Michael Schneider um Pacht und Preise für das Lokal verhandelten. 1883 betrieb Georg Deinlein das Bratwurst Herzle und taufte es in "Bratwurstküche Zum Goldenen Herz" um. Doch diese Ära währte nicht lange. Georg Beckstein, ab 1896 Wirt in der Bratwurstküche, kehrte wieder zu der alten Bezeichnung zurück. Um die Fläche der winzigen Gaststube zu vergrößern, wandelte Beckstein die Wohnräume im ersten Stock kurzerhand in ein Gastzimmer um. Eine Genehmigung hierfür holte er nicht ein – die Stadt untersagte ihm den Betrieb der oberen Zimmer.

In ihren "Jugenderinnerungen" schildert Helene Hirschmann einen Besuch in der Bratwurstküche um 1900 folgendermaßen: "Wir gingen über den Markt, an der schönen Frauenkirche vorbei und bogen in die kleine Herzgasse ein, wo das schmale, alte Häuslein stand, aus dessen Haustüre schon der Feuerschein loderte; denn der Eingang war gleich die winzige, rußige Küche, in der der offene Bratwurstherd mit seinen glühenden Holzkohlen und dem Rost darüber stand."

Becksteins Sohn Hans übernahm das "Herzla" 1913. Ihm gelang es auch ab 1934 eine Erlaubnis für die Nutzung der oberen Räume, zumindest in den Sommermonaten, zu bekommen. Selbst die Aufstellung von Klapptischen vor der Gaststätte wurde genehmigt. Die dauerhafte Nutzung der Gaststube im ersten Stock erhielt Beckstein erst ab 1939. Eine obskure Gegebenheit ist aus dem Jahr 1937 bekannt: Wegen der Knappheit von Schweinefleisch wies der Wirt seine Bedienungen an, jedem Gast maximal sechs Bratwürste zu servieren, was zu Protesten seitens der Gäste führte.

Der Inbegriff einer Bratwurstküche war für Touristen in damaliger Zeit das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte "Bratwurstglöcklein". So verwundert es nicht, dass das Bratwurst Herzle vorwiegend von der einheimische Bevölkerung aufgesucht wurde. Heinrich Heerwagen formulierte dies in seinem Reisführer so: "... dass der eingeborene Nürnberger das Bratwurstherzla vorzieht, mag immerhin verraten sein." Im Gegensatz zum Bratwurstglöcklein wurde das "Herzle" nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut – allerdings an anderer Stelle. Heute findet man das Traditionslokal, für Touristen etwas versteckt, in der Brunnengasse 11, nahe der Lorenzkirche. Nicht nur von Nürnbergs Bratwurstliebhabern wird das Restaurant nach wie vor geschätzt.


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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: ANG, NWG, SLN

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