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Bratwurst Röslein

Das heutige Bratwurst Röslein unweit des Nürnberger Hauptmarkts, nach eigenen Angaben das größte Bratwurstrestaurant der Welt, befindet sich in einem Nachkriegsbau am Rathausplatz 6. Das historische Vorgängergebäude mit seinem schönen Fachwerk wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Auch die dazugehörige, traditionelle Metzgerei in der Obstgasse 3/5 ist inzwischen Geschichte.


Die Nürnberger Bratwurstküche war laut Konrad Nopitsch vor 1801 als einfache Bierwirtschaft "Zu den drei goldenen Röslein" entstanden. Wann die Umbenennung in Bratwurst Röslein erfolgte kann der Autor nicht genau bestimmen, wahrscheinlich aber erst nach dem Ersten Weltkrieg. Noch 1904 warb Paul Zettel für seine "Bratwurstküche zu den drei goldenen Röslein".

So berühmt wie das Bratwurstglöcklein schienen die "drei goldenen Röslein" um 1850 nicht gewesen zu sein. In Friedrich Mayers Reiseführer "Nürnberg und seine Merkwürdigkeiten" wird das Lokal weder unter Bierwirtschaften, noch unter Bratwurstküchen erwähnt. Dr. Mayer schreibt lediglich: "(...) Die seit neuerer Zeit sich mehrenden Garküchen, worin man Bratwürste mit Sauerkraut erhalten kann, deren älteste derartige Anstalt wohl das Glöcklein seyn mag, sind den Fremden sehr zu empfehlen für wohlfeile Dejeuner a la fourchette."

Um 1900 war der Traditionsbetrieb der größte Bratwurstproduzent der Stadt. Anlässlich des 31. Gastwirtstages 1904 pries Paul Zettel seine Wirtschaft als "größtes Geschäft dieser Branche in Bayern, mit Elektromotoren-Betrieb". Die Bratwurstherstellung war also bereits industriell ausgelegt. Allerdings gab es zum "31. Gastwirthstages des Deutschen Gastwirthsverbandes" keine Bratwürste, sondern Ochsenlende auf Mailänder Art und Braunschweiger Stangenspargel, wie ein Blick in die Speisenfolge verrät. Auch das Recht des "Stichs", also zu schlachten und Wurst zu machen hatte Paul Zettel inne. So warb er auf Ansichtskarten mit: "Specialität: Bratwürste auf dem Rost gebraten, sowie feinste Wurstwaren". Zu seinen Kunden zählten vor allem Markthändler und -besucher. Gleich nebenan lag im ersten Stock das beliebte "Café Nestor", ein Geheimtipp für Insider, der in keinem Reiseführer erwähnt wurde.

Die kleinen Nürnberger Bratwürste aus dem Röslein wurden auch weit über die Grenzen Nürnbergs versandt. Laut Zettel wurde "von Oktober bis April frisch (hergestellt), ganzjährig gebraten oder geräuchert". Zum Verzehr in der Gaststätte wurden "von früh 7 bis abends 9 Uhr Bratwürste auf dem Rost gebraten".

In den 1920er Jahren war Konrad Gröschel Wirt im inzwischen zum Bratwurströslein umbenannten Lokal.

Wie bereits erwähnt, wurde das Ursprungslokal im Zweiten Weltkrieg zerstört. Der Nachfolgebau ist wesentlich größer ausgefallen, sodass auch die Metzgerei am Obstmarkt großzügiger gestaltet werden konnte. Im Straßenverkauf in der Obstgasse konnte man sich bis spät abends mit Wurst oder warmen Speisen versorgen. Die Metzgerei wurde in den 1990er Jahren aufgegeben und die frei gewordene Fläche dem Gastraum angegliedert. Seit einem Umbau im Jahr 1994 betreibt "Promi-Wirt" Gregor Lemke das Lokal mit den ca. 600 Sitzplätzen im Inneren, sowie 40 Außenplätzen. "Drei im Weckla", also drei Bratwürste im Brötchen, kann man sich im Bratwurst Röslein an der Theke direkt vom Grill abholen. Außerdem werden, wie in anderen Nürnberger Bratwurstküchen auch, fix und fertig gebratene Bratwürste in Dosen angeboten – ein bei Touristen aus aller Welt beliebtes Mitbringsel für die Daheimgebliebenen.

Nachtrag, 04.10.2011

Das Bratwurst Röslein wurde in China kopiert

Einem Artikel der "Nürnberger Nachrichten" war zu entnehmen, dass das Bratwurst Röslein von einem Chinesen kopiert wurde. Anscheinend begnügen sich die Asiaten nicht nur mit Plagiaten von Marken- und Luxusartikeln, jetzt hat es auch das, nach eigenen Angaben, größte Bratwurst-Restaurant der Welt erwischt. Ein ehemaliger Nachbar der Bratwurstküche der einst am Obstmarkt einen Asia-Markt betrieb, hat in Changchun/Nordchina ein Lokal eröffnet, das dem Original von der Aufmachung her gleichen soll, aber nicht nur das. Röslein-Wirt Gregor Lemke gegenüber den NN: "Logos, Speisekarten und Visitenkarten sind 1:1 übernommen."

In der Autostadt Changchun, wo auch viele Exil-Deutsche leben, scheint das Konzept aufzugehen. Das Lokal in dem Bratwürste, Schweinshaxen und andere fränkische Spezialitäten angeboten werden, soll gut besucht sein. Gregor Lemke sieht die Raubkopie mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Der Original-Röslein-Chef gegenüber der Zeitung: "Was auch immer da in den Bratwürsten drin ist, anscheinend schmeckt es einigermaßen. (...) Wir sehen das sportlich und eher als Kompliment, kopiert wird ja nur, was gut ist." Vielleicht liest man demnächst sogar von einer Trachtennacht oder einem Spargelschälwettbewerb im 8.000 Kilometer entfernten "Blatwulst Löslein"?

Artikel der NN: "Chinesen kopieren Bartwurst Röslein"


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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: ANG, NWG, SLN

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