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Goldener Baum (Zum Goldenen Baum)

Das Anwesen in der Lammgasse 8 hat aus gastronomischer Sicht eine lange Tradition. Es ist eines der Gebäude dessen Erdgeschoss fast ununterbrochen als Lokal genutzt wurde – dies gilt auch heute noch.


Seit 1813 (wahrscheinlich aber schon viel früher) existierte der Goldene Baum, wie die Wirtschaft II. Klasse in dieser Zeit genannt wurde in dem Gebäude, dessen Kern aus dem 16. Jahrhundert stammt. Der Wirt Georg Brunner verpachtete das Lokal 1832 an den Tabakfabrikarbeiter Franz Xaver Ramp. In einem umfangreichen Vertrag sind die Modalitäten bis ins Kleinste geregelt. Ab 1863 wird der Goldene Baum von Georg Adam Mensel betrieben, dem es gelingt die Garküchengerechtigkeit zu erwerben. Zwischen 1869 und 1872 war der Baum "Local des Arbeiterbildungsvereins", welcher dort insgesamt 36 Versammlungen abhielt.

1888 geht das Anwesen für 38.800 Mark in den Besitz des Münchners Josef Andra über. Er hatte im gleichen Jahr bereits versucht die Konzession für die Wirtschaft zu erlangen – vergeblich. Er selbst zieht den Antrag zurück, nachdem die Stadt einen Einblick in sein Vorstrafenregister erhielt. Daraufhin setzte Andra eine Margaretha Kurtz auf den Goldenen Baum.

1891/92 erlebte die Traditionswirtschaft turbulente Zeiten. Die Pächter gaben sich die Klinke in die Hand. In den beiden Jahren wurden fünf Pächterwechsel verzeichnet. Ruhiger wird es erst, als 1892 Leonhard Röder das Lokal in der Lammsgasse übernimmt. In diesem Jahr geht das Haus auch in den Besitz der Humbser-Brauerei über. Bis 1912 hießen die Wirte im Goldenen Baum Röder. Nachdem Leonhard 1910 starb, führte seine Frau Lisette die Wirtschaft noch zwei Jahre weiter.

Nach der Aufgabe von Frau Röder wechselte erneut der Betreiber. Die Brauerei überließ das Lokal für 850 Mark Jahrespacht einem gewissen David Bechmann. In den folgenden Jahren kamen weitere Pächterwechsel hinzu. Konrad Ebersberger, der 1921 den Goldenen Baum betreibt, stellt einen Antrag auf Branntweinausschank, der abschlägig beschieden wird. Die Gewerbepolizei hatte ermittelt, dass Wirtschaften mit dieser Konzession nur wenige Schritte entfernt liegen und somit kein weiterer Bedarf besteht.

Das hier oft mit zweierlei Maß gemessen wurde, ist im Jahr 1924 ersichtlich. Die Brauerei Vasold & Schmitt, die das Anwesen erworben hatte, wollte aus dem Goldenen Baum ein bürgerliches Speisehaus machen. Elf Gaststätten lagen in dieser Zeit in mittelbarer Nachbarschaft die diese Nachfrage abdecken konnten. Dennoch wurde die Konzession erteilt und die Wirtschaft an Therese Brecheis verpachtet. Wieder wechseln in kurzer Zeit die Pächter. Als 1925 der Wirt und Metzger Georg Weber das Lokal betreibt, wird ihn für den Winter gleichen Jahres gestattet das Bier in der Küche auszuschenken. Warum dies geschah ist nicht dokumentiert.

Erneut wechselt das Haus den Besitzer. 1926 muss der derzeitige Wirt, Georg Steger, die Pacht an Hans Maul abführen, der bereits das Restaurant am Südausgang des Hauptbahnhofs betreibt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude zu 75 Prozent zerstört. Glück im Unglück? Das Anwesen konnte schnell wieder aufgebaut werden, da die Fassade erhalten blieb. 1948 wird die Speisegaststätte durch den Opernsänger Alfred Paus in eine Künstlerklause umgewandelt.

In den 1960/70er Jahren befand sich in dem Haus das "Why not", ein Club für Homosexuelle, der bis ca. 1980 bestand. Heute ist der ehemalige Goldene Baum Anziehungspunkt für Nachtschwärmer. Seit einigen Jahren ist dort die "Saigon Bar" ansässig. Ein Ende der gastronomischen Nutzung in der Lammsgasse 8 ist derzeit (2008) nicht in Sicht. Für Tagschwärmer sind wohl eher die Chörlein in der Lammsgasse interessant. Auch an Hausnummer 8 befindet sich ein solches.


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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: ANG, NWG, SLN

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