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Nürnberg

Hotel Kaiserhof

Das Hotel Kaiserhof zählte einst zu den renommierten Herbergen Nürnbergs. Erbaut hatte es der selbst ernannte Hotelkönig Johann Baptist Zetlmeier, der schräg gegenüber bereits das Hotel Monopol betrieb. Später kaufte er noch den Wittelsbacher Hof und eröffnete 1896 das Apollo-Theater.


Die Königstraße hatte sich seit Eröffnung des Centralbahnhofs (heute Hauptbahnhof) zur neuen "Eintrittsstraße" in die alte Noris entwickelt. War vorher die Sebalder Stadtseite der Bereich mit bekannten Herbergen (Bayerischer Hof, Rotes Roß) und Wirtschaften, entfaltete sich dieser Straßenzug ab Mitte des 19. Jahrhunderts zum neuen Hotelquartier.

Unter Zetlmeier enstand1893/94 in der Königstraße 39 sein zweiter Hotelbetrieb, der Kaiserhof. Der Hotelier kaufte das Grundstück nahe der Lorenzkirche und lies in nur neun Monaten sein neues Haus entstehen. Zetlmeier, der 1933 völlig mittellos verstarb, schrieb etwas selbstherrlich in seinen Erinnerungen:

"... Namentlich die Königstraße, der direkte Zugang vom Bahnhof ins Stadtinnere, wies, im krassen Gegensatz zu ähnlich günstig gelegenen Straßen in anderen Städten von Nürnbergs Größe, Häuserfronten auf, die geradezu als kläglich und kümmerlich bezeichnet werden müssen. (...) Man bedenke, kein einziges zeitgemäß eingerichtetes Hotel ... nur ein paar äußerst bescheidene Gasthäuser sollten die Tausende der in der überwiegenden Mehrzahl sehr verwöhnten, begüterten Fremden, wie Engländer, Amerikaner etc., zum längeren Dableiben, zum Übernachten veranlassen und zu mehrtägigem Geldverbrauch am Orte bewegen."

Soviel zu den Beweggründen des Hoteliers, innerhalb kürzester Zeit mehrere gastronomische Betriebe zu erschaffen. Zetlmeier verschweigt allerdings die bereits bestehenden, luxuriösen Häuser wie das Hotel Strauß und den 1888/89 umgebauten "Deutschen Kaiser".

Der Kaiserhof, ein Bau aus fränkischem Sandstein mit Balkons aus gehauenem Granit und handgeschmiedeten Geländer, wurde nach Plänen des Nürnberger Architekten Emil Hecht erbaut. Das am 1. Dezember 1984 eröffnete Haus verfügte über 80 Fremdenzimmer und einen elektrischen Aufzug. Im Souterrain befand sich der Ratskeller mit 200 Sitzplätzen zu dem Zetlmeier schreibt:

"Für Gemütlichkeit und Zerstreuung ward durch Einrichtung eines Ratskellers in den Souterrainräumen des geräumigen Hotels bestens gesorgt; lauschige Nischen, eine kunstvoll gemalte Decke, eine trauliche Holzvertäfelung und nicht zum mindesten vorzügliche Speisen und Getränke zwangen dort den Eintretenden förmlich, so lange wie möglich hier Bacchus und Gambrinus zu opfern.
Auch ein Musikpodium hatte man nicht vergessen und bei den lustigen Klängen von Zigeuner-, Damen- und anderen Kapellen saß und trank sich´s noch mal so feste. Und welch Nürnberger Kind, aber auch welcher Besucher der alten Noris kennt heute nicht den lustigen, stets übervollen Ratskeller im alten Kaiserhof."


Nachdem Zetlmeier bereits 1895 das Hotel Monopol verkaufte, wechselte ein Jahr später der Kaiserhof für 800.000 Mark den Besitzer. Neuer Inhaber wurde Georg Eckert, der das Haus bis nach 1900 betrieb. Ein erneuter Besitzerwechsel erfolgte 1907, als Johannes und Rose Polenski das Etablissement übernahmen. Nach dem Tod Polenskis (1910) führte seine Frau Rose das Hotel alleine weiter, bevor sie es 1927 ihrer Tochter Rose und deren Gatten Ludwig Westermann übergab. Unter den Westermanns hatte auch der Ratskeller ausgedient, er wurde unter Rose Westermann 1952/53 zum Pfälzer Faß umgestaltet. In einem Stadtführer (Nürnberg alt und neu, 1953) heißt es dazu:

"Pfälzer Landsleute treffen sich natürlich am liebsten in den Gelassen des neugeschaffenen Weinrestaurants Pfälzer Faß in der Königstraße, deren Ausstattung ganz auf unser bayerisches "Bruderland", auf die angestammte Rheinpfalz, abgestimmt ist."

Das Hotel Kaiserhof überlebte seinen Erbauer noch um Jahrzehnte. Zetlmeier der am 2. November 1933 verstarb und unter großer Beteiligung der Bevölkerung auf dem Johannisfriedhof beigesetzt wurde, schrieb 1910, nachdem er bereits wirtschaftlichen Schiffbruch erlitten hatte, in seinen "Erinnerungen" über seine Verdienste:

"Mit berechtigtem Stolz kann ich sagen: Das bin ich, J. B. Zetlmeier, gewesen, der ich durch Gründung jetzt so bekannter Hotels und Vergnügungsetablissements ... den Grund zu Nürnbergs Ruf als moderne Großstadt legte, und dies Verdienst mir abzusprechen, wird wohl niemand wagen, der Zeuge meines Wirkens und Schaffens war."

Beim großen Luftangriff vom 2. Januar 1945 hatte das Hotel Kaiserhof "Glück". Das Haus wurde nur leicht beschädigt, während die benachbarte Herberge Deutscher Kaiser schwere Treffer abbekommen hatte. Andere Hotels in der Königstraße (Roter Hahn, Weißer Hahn) wurden total zerstört. Laut "Stadtlexikon Nürnberg", wurde der Kaiserhof unter den Westermanns bis 1967 betrieben.


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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: ANG, DLN, NAN, NWG

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