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Nürnberg

Aki Aktualitätenkino

Das "Aki" befand sich einst im Westflügel des Nürnberger Hauptbahnhofs. Kinos dieser Art gab es auch in anderen deutschen Bahnhöfen, das erste wurde 1951 im Frankfurter Hauptbahnhof eröffnet. In Nürnberg verschwand das "Aki" mit Neugestaltung und Umstrukturierung des Bahnhofgebäudes, die bis zum 100-jährigen Bestehen (2006) abgeschlossen war.


Der Name "Aki" steht als Abkürzung für Aktualitätenkino. Initiiert wurden die Bahnhofkinos von der 1950 gegründeten Aki-Aktualitäten-Kino AG, Betreiber war die Aki-Aktualitäten-Betriebs GmbH & Co. In Nürnberg wurde das Lichtspielhaus am 24. April 1953 eröffnet. In einer Pressemitteilung hieß es:

"Es ist das neunte seiner Art in den größeren Bahnhöfen der Bundesrepublik. Es bietet mit 585 Sitzplätzen ein alle fünfzig Minuten wechselndes Programm aus vier Wochenschauen, zwei Kulturfilmen und einem Zeichentrickfilm, zum Eintrittespreis von DM 0,50 plus DM 0,10 Notgroschen; und zwar durchgehend von 9 - 24 Uhr, bei dauerndem Einlaß."

Im Jahr 1954 gab es in Deutschland etwa 18 Aktualitätenkinos (andere Quellen zählen nur 13). Zielgruppe waren vorwiegend Bahnreisende, die sich die Zeit zwischen zwei Zugverbindungen verkürzen konnten. Architektonisch war das Nürnberger Aki eher nüchtern und sachlich. Neben der großen Leinwand befand sich eine beleuchtete Uhr, sowie ein kleine Leinwand auf die bei Bedarf Mitteilungen, beispielsweise über Zugverspätungen, projiziert werden konnten.

Die Kölnische Rundschau würdigte am 11. Juni 1960 aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der AKI-Betreibergesellschaft die Aufgabe der Aktualitätenkinos mit folgendem Artikel:

"Die deutschen Aktualitätenkinos, meist in Bahnhöfen untergebracht, können am 10. Juni auf ihr zehnjähriges Bestehen zurückblicken. Unbeeinflußt von Saisonschwankungen haben sie längst ihr treues Stammpublikum gefunden, nämlich alte, junge und jüngste Besucher, die sich mit Vorliebe Kultur- und Dokumentarfilme ansehen, aber nebenbei auch einen kräftigen amerikanischen Zeichentrickfilm nicht verschmähen. Hauptanziehungspunkt bleibt jedoch immer der große Querschnitt durch die aktuellen Wochenschauen der in Deutschland ansässigen Gesellschaften, eine Wochenschau, wie sie das normale Lichtspielhaus in dieser Breite nicht bieten kann. Trotz der täglichen Bildnachrichten des Fernsehens hat der Zustrom von Besuchern kaum nachgelassen, ein Umstand, der zum Teil gewiß mit den nun schon zur Tradition gewordenen, rasch auf den Markt geworfenen farbigen Exklusivberichten über besonders herausragende Ereignisse zu erklären ist. Entgegen den Befürchtungen der Filmwirtschaft, daß die Akis eines Tages auf normale Filmprogramme umschalten würden, ist der Charakter der Programme von Anfang an beibehalten worden."

Das Programm wiederholte sich alle 50 Minuten. Der Slogan lautete: "In 50 Minuten um die Welt" und zu Programmbeginn hieß es, "Aki zeigt zuerst das neueste aus aller Welt mit Ufa-Wochenschau, Blick in die Welt, Neue Deutsche Wochenschau und Fox Tönende Wochenschau." Nachdem der Fernsehapparat Einzug in die Wohnzimmer gehalten hatte, wurde dieses Programmschema unattraktiv. Mitte der 1960er Jahre stellte die Kino-Kette auf abendfüllende Unterhaltungsfilme um.

Wie andere Kinos auch, musste sich das "Aki" den Bedürfnissen der Zeit anpassen und den 585 Plätzen fassenden Kinosaal in drei Räume aufteilen. In den "Schachtelkinos" wurden fortan Sex- und Actionfilme gezeigt. Die Sexfilmchen wichen in den 1970er Jahren den harten Pornostreifen. Die öffentliche Aufführung von Pornofilmen war zu damaliger Zeit unter Strafe gestellt. In Paragraph 184, Absatz 1.7 StGB hieß es: "Wer pornographische Schriften in einer öffentlichen Filmvorführung gegen ein Entgelt, das ganz oder überwiegend für diese Vorführung verlangt wird, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe belegt."

Deshalb umgingen die Kinobetreiber dieses Gesetz mit einem Kniff. Man "verkaufte" für 10 oder 15 DM eine Schallplatte, Getränke oder Gummibärchen, die pornographische Vorführung gab es "gratis" dazu. Die Justiz wollte zwar nachzuweisen, dass das Entgelt nicht für die Zugaben entrichtet wurde, sondern für die Vorführung, jedoch vergebens – man konnte es nicht. Diese Methode praktizierten ab den 1970er Jahren Kinos in ganz Deutschland, in Nürnberg auch das "Central" und der "Delphi-Palast". 1981 sah das Programmangebot des Bahnhofkinos folgendermaßen aus:

Aki Nürnberg, im Hauptbahnhof zeigt:
Mo. – Fr. 8.00 – 22.00 Uhr Filme nur für Erwachsene
Sa. – So. 8.00 – 18.00 Uhr Familien- und Jugendfilme, 18.00 – 22.00 Uhr Actionfilme der Sonderklasse ab 18 Jahre

Als Pornokino konnte sich das "Aki" bis 1999 halten. Mit der kompletten Umgestaltung des Nürnberger Hauptbahnhofs (bis 2006 abgeschlossen), war das einstige Aktualitätenkino verschwunden.


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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: HBF, SLN, VKC
Quelle im Internet:
wikipedia.de

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