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Nürnberg

Central-Theater

Das Central-Theater war eines der Stadtteilkinos die ab 1909 in der Nürnberger Südstadt entstanden. Das Lichtspielhaus befand sich im Lauf der Jahrzehnte immer auf dem gleichen Areal, allerdings in drei unterschiedlichen Bauten.


Das Central-Theater in der Wiesenstraße 67 wurde 1909 unter Karl Dohmstreich eröffnet, anfangs jedoch nur als Ladenkino, wie es zu dieser Zeit mehrere im Stadtgebiet gab. Das Gebäude wurde Ende der 1920er Jahr abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Entstanden war ein zeitgenössisches Gebäude dessen Kinosaal 700 Plätze bot.

1920 gab es in Nürnberg bereits 27 Kinos, die Mitte der 1920er Jahre etwa 2,5 Millionen Besucher hatten. Die deutsche Kinokultur beschreibt Siegfried Kracauer 1928 folgendermaßen:
"Unzählige neue Kinos sind entstanden die sich Paläste nennen, ... Von den Arbeitern in den Vorstädten an bis zur Großbourgeoisie in den Palast-Etablissements strömen heute dem Film sämtliche Schichten der Bevölkerung zu, am stärksten vermutlich die kleinen Angestellten. ..."

1931 machte sich Curt Baumgärtner, bis dahin erster Direktor des Phoebus-Palastes, selbstständig und übernahm das Central-Theater. Der Kinobetreiber veranstaltete im "Central" alljährlich Wahlen zur Steinbühler Schönheitskönigin, was dem Lichtspielhaus einiges an Publicity einbrachte. Baumgärtner führte das Haus bis zur Zerstörung durch Bombentreffer im Jahr 1945.

An gleicher Stelle entstand 1953 ein Kino-Neubau. Am 8. Januar 1954 wurde das neue Central-Theater mit 800 Sitzplätzen eröffnet, Inhaber waren E. Wegner und H. Vogel. Zur Aufführung kam an diesem Tag der Fernandel-Film "Der Bäcker von Valorgue". Laut "Der neue Film, 9/1954" verfügte das Kino an der Außenfassade über eine 7 Meter lange und 2 Meter hohe Lichtwand, darunter eine 5 Meter breite, schmückende Blumenfront. Die Bestuhlung bestand aus 800 dicken Polstersesseln mit abwaschbarem Acellabezug. Die Wände des Zuschauerraumes waren mit grünem Acella verkleidet. Die Leinwandgröße betrug 11 Meter in der Breite und 4 Meter in der Höhe.

Schon kurz nach der Wiedereröffnung verweilte Liesl Karlstadt, am 12. Februar 1954 zur Aufführung des Films "Lachkabinett", in dem Kino an der Wiesenstraße. Nachdem der Fernsehapparat Einzug in die Wohnzimmer gehalten hatte, spürte man auch im Central die Auswirkungen der Kinokrise. Das Anwesen wechselte 1976 den Besitzer. Im Zuge von Umbaumaßnahmen wurde der Kinosaal verkleinert, ein Großteil der Fläche wurde zum Supermarkt umfunktioniert. Übrig blieb ein Kino mit 170 Plätzen.

Nach Freigabe der Pornographie Mitte der 70er Jahre schwappte eine Pornofilmwelle in viele deutsche Kinos. Nachdem bereits der Delphi-Palast in der Nürnberger Innenstadt zum "Pam-Kino" umgenutzt wurde, spielte man auch im Central-Theater Pornoproduktionen in Spielfilmlänge. Allerdings hatte die Sache einen Haken. In Paragraph 184, Absatz 1.7 StGB hieß es nämlich: "Wer pornographische Schriften in einer öffentlichen Filmvorführung gegen ein Entgelt, das ganz oder überwiegend für diese Vorführung verlangt wird, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe belegt."

Deshalb umgingen die Kinobetreiber dieses Gesetz mit einem Kniff. Man "verkaufte" für 10 oder 15 DM eine Schallplatte, Getränke oder Gummibärchen, die pornographische Vorführung gab es "gratis" dazu. Die Justiz wollte zwar nachzuweisen, dass das Entgelt nicht für die Zugaben entrichtet wurde, sondern für die Vorführung, jedoch vergebens – man konnte es nicht. Doch auch dies ist, wie das Central-Kino selbst, längst Geschichte. Der Spielbetrieb wurde wahrscheinlich 2002 oder 2003 eingestellt.


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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: SLN, SSG, VKC
Quelle im Internet
Central-Theater in "Der neue Film" auf Kinowiki

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