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Nürnberg

Luitpold-Lichtspiele, Lu-Li

Das Lu-Li Kino befand sich einst in der Luitpoldstraße – vor dem Zweiten Weltkrieg eine vornehme Nürnberger Geschäftsstraße mit prachtvollen gründerzeitlichen Fassaden. Der Kurzname Lu-Li stand für Luitpold-Lichtspiele. An seiner Stelle findet man heute das Neue Museum – Staatliches Museum für Kunst und Design.


Oskar Speyer, der Besitzer des Hauses Luitpoldstraße 3, stellte 1912 den Antrag für einen Kino-Umbau des oberen Saals im "Hotel Luitpold", welcher genehmigt wird. In seinem Schreiben an den Polizeisenat der Stadt Nürnberg heißt es: "... Eine große Vorhalle mit Kuppelbau führt ins Foyer, in dem sich die Garderobe und mehrere Zugänge in das Theater befinden. Architekt: Hans Ebert."

Die Luitpold-Lichtspiele wurden 1912 (wahrscheinlich Oktober) eröffnet und fassten 900 bis 1.000 Zuschauer. Noch vor Inbetriebnahme des neuen Lichtspielhauses, war in einer Zeitungsmeldung vom 19. Januar 1912 zu lesen:

"Neben Darbietungen ernster und heiterer Art wird das Theater besonders interessanten populärwissenschaftlichen Vorführungen gewidmet sein; wie verlautet, soll u. a. auch mit dem auf diesem Gebiet wohlbekannten Professor Miethe-Berlin, zum Zweck der Abhaltung wissenschaftlicher Vorträge mit Lichtbildern, in Verbindung getreten worden sein. Die Bühne, die vorn einen versenkten Orchesterraum neuester Art besitzt, wird auch für Gastspiele von Ensembles geeignet sein."

Betrieben wurde das Lu-Li Kino bis 1933 von der Parklichtspiel GmbH, Wiesbaden. Ab diesem Jahr übernimmt Oskar Speyer, der im Keller des Hauses auch das Cabaret "Wintergarten" betrieb, die Luitpold-Lichtspiele. Durch einen Nachtangriff der Royal Air Force im August 1943 wurde das Haus durch Bombentreffer schwer beschädigt.

In der Nachkriegszeit wurde der Wiederaufbau des Lu-Li ab 1952 durch die Familie Speyer, sowie Franz Lottes, dem neuen Pächter, betrieben. Lottes führte bereits seit 1950 den "Regina-Palast", ein Filmtheater im ersten Stock des Cafés "Königshof" gelegen. In "Der neue Film" (1952) wird berichtet, dass das Kino nun über eine 7,5 x 5,5 Meter große Leinwand verfügt. Die Wände sind mit Stoff bespannt und eine moderne Klimaanlage ermöglich einen Luftaustausch von bis zu siebenmal in der Stunde. Der elfeinhalb Meter hohe Saal mit seinen "1000 roten, behaglichen Kamphöner-Polstersesseln" wird indirekt beleuchtet. Über den großen Glastüren am Eingang prangt eine Neonreklame in gold und grün. Eine rote Marmortreppe und ein Springbrunnen im Foyer sorgen für einen repräsentativen Eindruck. Die Inneneinrichtung lag in der Hand von Kinoarchitekt Ludwig Amann. Zur Eröffnung spielte man den Film "Saison in Salzburg".

Der Vorführraum war zu dieser Zeit mit Ernemann-X-Apparaten bestückt. In den ersten vier Wochen liefen zwei Tonanlagen im Wettstreit gegeneinander – eine von UFA-Handel Roth und Schwarz und eine von Siemens-Klangfilm. Schon zwei Jahre später wird die Technik modernisiert. Die Luitpold-Lichtspiele wurden auf CinemaScope umgestellt. Fritz Lottes hatte die neue Leinwand (13 m breit, 5 m hoch) per Flugzeug aus New York einfliegen lassen. Die Tonanlage konnte jetzt stereophon betrieben werden.

In den 1960er Jahren wechselt das Kino den Eigentümer. Unter dem Namen "Rex" wird es 1970 in zwei Häuser aufgeteilt, dennoch stellte sich kein wirtschaftlicher Erfolg ein. Das ehemalige Lu-Li Kino stellt kurz darauf den Betrieb ein.

Das Haus wurde zu einem Center für erotische Unterhaltung umfunktioniert. Noch eine Zeit lang wurden dort in Videokabinen pornographische Filme gezeigt, ergänzt durch eine Peepshow.

Im Hinblick auf den Bau des Neuen Museums, 1990 durch die Bayerische Staatsregierung beschlossen, erwarb die Stadt Nürnberg das Grundstück in der Luitpoldstraße 3 und gab es im Ringtausch an den Freistaat Bayern weiter. Das "Lu-Li" und weitere Gebäude wurden abgerissen um einem geschwungen Museumsneubau mit Glasfassade Platz zu machen – Baubeginn war im Herbst 1996. Das Neue Museum Nürnberg, Staatliches Museum für Kunst und Design, wurde am 15. April 2000 eröffnet.


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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: SLN, VKC;
Quelle im Internet
Luitpold-Lichtspiele in "Der neue Film" auf Kinowiki

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