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Nürnberg

Die Frauenkirche in Nürnberg

Die Frauenkirche befindet sich, direkt im Herzen der Nürnberger Altstadt, auf dem Hauptmarkt. Das täglich um 12.00 Uhr stattfindende "Männleinlaufen" wird immer, von einer mehr oder weniger großen, Schar von Zuschauern beobachtet. Hierbei handelt es sich um ein "Schauspiel" der Kunstuhr von Jörg Heuss (erschaffen 1506-09) am Giebel des Michaelschors. In Erinnerung an den Erlass der Goldenen Bulle im Jahr 1356, huldigen die sieben Kurfürsten Kaiser Karl IV. Die Kugel über der Uhr zeigt außerdem die Mondphasen an.
In der Weihnachtszeit, immer am Freitag vor dem 1. Advent, spricht das Nürnberger Christkind ihren Prolog auf der Empore der Frauenkirche und eröffnet somit den weltberühmten Nürnberger Christkindlesmarkt.


Die Frauenkirche wurde am 08.07.1355 von Kaiser Karl IV. gestiftet und dem Augustiner-Chorherrenstift "Unsere lieben Frauen" aus der Prager Neustadt unterstellt. Sie wurde auf den Grundmauern der Synagoge des ehemaligen Judenviertels errichtet und konnte, ebenfalls 1355, geweiht werden. Ein in den Fußboden eingelassener Davidstern erinnert noch an die Synagoge. Der Chor der Kirche, übrigens die erste Hallenkirche Frankens, wird dem Prager Hofarchitekten Peter Parler zugeschrieben. Die nahezu quadratische Halle stellte einen Höhepunkt des kirchlichen Bauens im 14. Jh. dar. Die Weihe des Zwölfboten- und Barbaraaltars folgte im Jahr 1358. Der Bildhauer Adam Kraft war für die Umgestaltung (1506-08) des Giebels am Michaelschor zuständig. Zu selber Zeit (1506-09) wurde auch die von Jörg Heuss geschaffene Kunstuhr mit dem "Männleinlaufen" angebracht.

Der bis 1487 in der Augustinerkirche stehende Tucheraltar bildet den Hauptaltar. Viele der Holzplastiken stammen aus dem 15. bzw. frühen 16. Jh. Unter den Epitaphien und Tafelgemälden finden sich auch Werke von Adam Kraft und Michael Wolgemut. Historische Wappenscheiben vieler Nürnberger Familien kann man bei den Glasmalereien entdecken.

Während der Reformation diente die Frauenkirche, nach Einbau von Emporen, als evangelische Predigerkirche. Den Verlust ihrer Ausstattung "verdankte" die Kirche den Übergang Nürnbergs an das Königreich Bayern im Jahr 1806 (man darf das ruhig Beutekunst nennen). Im selben Jahr wurde die Kirche der katholischen Gemeinde überlassen und aus Beständen der säkularisierten Klosterkirchen neu ausgestattet.

Die verheerenden Bombenangriffe im Januar 1945 zerstörten das Gebäude fast vollständig. Die Wiederherstellung, unter Leitung des Architekten Josef Fritz, konnte 1955 abgeschlossen werden.

Fritz Nadler beschreibt in seinem Tagebuch (Ich sah wie Nürnberg unterging) das traurige Bild der Frauenkirche nach den verheerenden Luftangriffen im Januar 1945:

"Zerschmettert, zerschlagen, zerfetzt ist die Kirche "Zu unserer lieben Frau". Nur die Betonwand, die die herrliche Westfassade schützt, blieb erhalten. (...) Vor der Frauenkirche liegt ein Stück bemalter Hauswand. Es stammt aus der Fresko-Malerei "Trau keinem Fuchs". (...) An der nördlichen kleinen Pforte der Frauenkirche drängen sich die Menschen. Seit Tagen schon macht man diese Beobachtung. Männer und Frauen und auch Soldaten stehen vor dieser Türe aus der Bombenschutt quillt. Man muß sich selbst bei 1,77 Meter Körperlänge strecken, wenn man über diese Schutthalde hinwegschauen will, die die Kirche füllt und das Gestühle vergraben hat. Die Beichtstühle sind zerknickt. (...) Was erschüttert diese Menschen so tief? Ein Blick in das Kirchenschiff: Hoch oben hängt unversehrt das kreuz mit dem Erlöser. Es hängt an einem dünnen Strich, einem Faden gleich, der aus dem sich über dem Gotteshaus wölbenden Januarhimmel zu kommen scheint. Hüben und drüben vom Kreuzeszeichen betende Gestalten. Maria und Joseph? Oder Maria und Theresia? Ich kann es nicht unterscheiden. Die Farben leuchten hell und frisch. Das Gold an der Kreuzigungsgruppe glänzt. Das ist das Bild, das die Menschen so erfaßt. Wenn auch kein Wunder, so doch eine wundersame Erscheinung. ..."

Nachdem die Kunstuhr in den Jahren 1657/58, 1738, 1823, 1909 und 1928 immer wieder instand gesetzt werden musste fand 1953 eine Renovierung mit völliger Erneuerung des Uhrwerks statt. Die jüngste, 120.000 Euro teure, Restaurierung erfolgte im Jahr 2003. Dabei trug eine Münchener Spezialwerkstatt unter anderem 13 Farbschichten ab, die sich im Lauf der Jahrhunderte auf dem metallenen Kaiser Karl IV. angesammelt haben. Seither thront das ehemalige Reichsoberhaupt wieder in seiner Urfassung über dem Hauptmarkt, mit einem goldenen Überwurf, darunter ein weißes Gewand.

In den Jahren 1989-92 wurden die Ausmalungen, im Original von August Ottmar Ritter von Essenwein (1831-1894), in der Vorhalle restauriert.

Sollten Sie einmal Nürnberg besuchen, versäumen Sie keinesfalls das "Männleinlaufen"!


Aprops! Letztes Jahr (2009) wurde im Rathaus darüber nachgedacht, das "Männleinlaufen" mindestens zweimal täglich stattfinden zu lassen. Der Verfasser dachte zuerst an einen Aprilscherz, aber das Ansinnen hatte einen touristischen Hintergrund. Die Fremdenführer haben bei gestrafftem Programm manchmal Probleme ihre Gruppen um Punkt zwölf Uhr zum Hauptmarkt zu bringen. Und deshalb wurde angeregt, die Mechanik der Kunstuhr nochmals um 16.00 Uhr in Gang zu setzen. Nicht nur OB Maly sprach sich gegen dieses Vorhaben aus, auch die Nürnberger waren von dieser Idee wenig angetan. In einer Online-Umfrage der "Nürnberger Nachrichten" stimmten 70% der Teilnehmer dafür, dass das Schauspiel nur einmal täglich stattfinden soll. 9,5% votierten für eine stündliche Darbietung (tagsüber) und 20,5% meinten das 12 und 16 Uhr durchaus angebracht wäre. Aber es bleibt alles beim Alten. Wie seit 500 Jahren üblich, findet das "Männleinlaufen" wie gehabt nur um 12 Uhr statt. Punkt!


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Frauenkirche Nürnberg
Frauenkirche Nürnberg
Frauenkirche Nürnberg
"Männleinlaufen"

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Text: mw
Fotos: mw; Uli Kowatsch
Verwendete Literatur: INU, SLN

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