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Nürnberg

Die Lorenzkirche in Nürnberg (St. Lorenz)

Die Lorenzkirche in Nürnberg zählt heute zu den schönsten gotischen Sakralbauten Deutschlands. An Stelle der heutigen Kirche stand einst die Laurentius-Kapelle, die als Filialkirche zur Pfarrkirche von Fürth gehörte. Dieser Bau wird in päpstlichen Urkunden schon 1235 und 1258 erwähnt. Wann das Gotteshaus seine Selbständigkeit erlangte kann nicht mit Sicherheit gesagt werden – vielleicht war es schon 1275, spätestens aber 1315. Der Name "St. Lorenz zum Heiligen Grab" taucht erstmals 1243 auf.


Der wirtschaftliche Aufschwung begünstigte einen Neubau für eine Kirche dieser Größenordnung. Die Bauphasen der Lorenzkirche kann man grob in zwei Abschnitte einteilen, wobei der genaue Baubeginn nicht bestimmt werden kann. Wahrscheinlich begann man zwischen 1243 und 1315 mit dem Bau einer hochgotischen Basilika. Bereits 1350 wurde mit umfangreichen Umbauten begonnen, die das Erscheinungsbild der Basilika entscheidend veränderten. Diese Maßnahmen wurden auch durch die wachsende Stadt und den Repräsentationswillen der Patrizier begünstigt. Die prächtige, rosettengeschmückte Westfassade zwischen den beiden Türmen, verdankt das Gotteshaus der Wappenallianz mit Kaiser Karl IV. und seiner dritten Gemahlin Anna von Schweidnitz (verh. 1353).

Schon während der Umbauzeit ergaben sich Planänderungen. Es wurden Seitenkapellen zwischen den Strebepfeilervorlagen der Seitenschiffe und Emporeinbauten mit einbezogen. Eine Erweiterung des Langhauses erfolgte um 1400. Zwischen 1438 und 1477 wurde der bisherige Chor abgerissen und durch den großzügigen, spätgotischen Hallenchor ersetzt, der nach Plänen des Nördlinger Baumeisters Konrad Heinzelmann entstand. Gefördert wurde dieser Bau durch den Juristen und damaligen Pfarrer zu St. Lorenz, Dr. Conrad Konhofer. Er stiftete u. a. zwei Altäre, fünf gewirkte Teppiche und ein Glasfenster für den neuen Chor.

Die bereits erwähnte Westfassade mit dem kaiserlichen Wappen und der steinernen Rosette (1353/60), auch "Stern von St. Lorenz" genannt, ist nur ein kleiner Teil der prächtig ausgestatteten Kirche. Im inneren des Gotteshauses finden sich zahlreiche Ausstattungen berühmter Nürnberger Künstler wie Adam Kraft, Veit Stoß oder Peter Vischer (siehe weiter unten). Der Teufelsbrunnen am Nordturm, nach einem Entwurf von Friedrich Wanderer, wurde erst 1888 errichtet.

August von Platen schreibt um 1800 über die Lorenzkirche: "(...) Von da an ging ich in die Lorenzkirche, wo ich mich von ganzer Seele an diesen hohen Hallen, an diesen gigantischen Säulenbündeln, an dieser edlen Form der Bogen, an diesem heiligen Halbdunkel und den Glasmalereien erfreute. Wie fällt doch bei dem Anblick einer solchen Kirche jeder Gedanke an gotische Schnörkel und so weiter weg!"

Auch Friedrich von der Hagen schwärmte 1818 von den Glasfenstern der Kirche: "(...) Vielleicht hat Nürnberg die vollkommensten Werke dieser Kunst aufzuweisen, und unter diesen ist ohne Zweifel das Volkamerische Fenster in St. Lorenz das höchste ... Hier ist bei der trefflichsten Zeichnung eine Glut, Verschmelzung, Abstufung und Einklang der Farben, dass das Ganze, aus so vielen Stücken zusammengesetzt, in Einen Kristall zerflossen oder daraus hervorgeschliffen scheint."

Lange vor dem Zweiten Weltkrieg begann man mit einer umfangreichen Renovierung der Lorenzkirche, die bis zu Kriegsbeginn fast abgeschlossen war. Doch die Kriegsereignisse machten diese Maßnahmen gegenstandslos. Das Gotteshaus wurde zwischen 1943 und 1945 mehrfach durch Bomben und Artilleriebeschuss getroffen und schwer beschädigt. Unter der Leitung von Julius Lincke begann man bereits 1945 mit dem Wiederaufbau. Die erneute Weihe fand zwar schon am 10. August 1952 statt, jedoch dauerten die Instandsetzungsarbeiten (ab 1956 unter Georg Stolz) noch etliche Jahre.

Die Beschreibung aller Kunstwerke und Ausstattungen der Lorenzkirche würde Bände füllen, weshalb sich der Verfasser auf den Englischen Gruß und das Sakramentshaus beschränkt.

Der Englische Gruß von Veit Stoß

Den Englischen Gruß, auch Engelsgruß genannt, schuf Veit Stoß im Auftrag von Anton Tucher. Das Kunstwerk aus Lindenholz entstand 1517/18. Die Schnitzereien verkörpern die Verkündigung von Christigeburt durch den Erzengel Gabriel an Maria. Die überlebensgroßen Figuren sind umrankt von musizierenden Engeln die von einem Rosenblütenkranz umgeben sind. Sieben Medaillons zu den sieben Freuden Marias ergänzen den Engelsgruß.

Neben Veit Stoß der die Bildhauer-, Vergolder- und Fassmalerarbeiten ausführte, war Jacob Pulmann an den Metallarbeiten für den 55-kerzigen Marienleuchter beteiligt. Jedoch ist der Englische Gruß nicht mehr komplett. Das herabschwebende Christuskind ging bei einem Absturz des Kunstwerkes am 2. April 1817 verloren. Das beschädigte Schnitzwerk wurde auf Initiative von Friedrich Campe und dem königlichen Konservator Karl Alexander Heideloff 1825/26 wieder hergestellt. Die notwendigen Arbeiten führten die Bildhauerbrüder Lorenz und Johann Michael Rotermundt aus. Die von Veit Stoß gefertigte Winde zur Aufhängung des schweren Meisterstücks ist heute noch in Betrieb.

Dr. Friedrich Mayer beschreibt den Engelsgruß in seinem 1849 erschienen Taschenbuch "Nürnberg und seine Merkwürdigkeiten" folgendermaßen: "(...) Der englische Gruß von Veit Stoß (1518) ist eine vielfach bewunderte Holzsculptur, die, nachdem sie 1817 von ihrem Schwebepunkt herabgestürzt und zerbrochen war, 1826 durch die beiden Bildhauer Rotermundt nach K. Heideloffs Angaben wieder hergestellt wurde. Dieser englische Gruß ist von Anton Tucher gestiftet und enthält die betende Jungfrau Maria und den Engel der Verkündigung in einem Rosenkranze; über demselben Gott Vater zwischen zwei Engeln. Am Kranze sind die sieben Freuden der Maria angebracht, wovon Gypsabdrücke vorhanden sind. ..."

Das Sakramentshaus von Adam Kraft

Gestiftet wurde das spätgotische Sakramentshaus von Kirchenpfleger Hans IV. Imhoff. Adam Kraft führte die Arbeiten von 1493 bis 1496 aus. Der turmartige Bau aus hellgrauen Vacher Sandstein steht am nördlichen Freipfeiler im Hallenchor. Das filigrane Gebilde ist in mehrere Geschosse gegliedert und mit den Wappen des Stifters sowie seiner beiden Frauen verziert. Ebenso sind die Wappen der Kinder des Hans Imhoff zwischen Sockel und Schrein eingearbeitet. In den einzelnen Stockwerken sind Szenen aus der Passion Jesu dargestellt. Auch Adam Kraft hat sich mit zwei Gesellen in dem Kunstwerk verewigt. Er kniet in Arbeitskleidung mit seinem Handwerkszeug unter dem reich geschmückten Umgang. Obwohl das Kunstwerk während des Zweiten Weltkriegs zum Splitterschutz eingemauert war, wurden die obersten sieben Meter beim Einsturz des Gewölbes durch Bombentreffer zerstört. Sie wurden 1948-52 wiederhergestellt.

In seinem bereits erwähnten Werk schrieb Dr. Friedrich Mayer: "Dieses Sakramentshäuschen, mit ausserordentlichem Fleiße in den zierlichsten und überreichsten Formen in Steimassen ausgeführt, die fast wie gebrannte Erde aussehen, wird von den knieenden Figuren des Meisters und der beiden Gesellen auf dem Rücken getragen und rankt sich verjüngend an einem Pfeiler des Chores bis zur Decke empor, wo das Ende in Form eines Bischofstabes umgebogen ist. ..."

Der Reiseschriftsteller Friedrich Nicolai schilderte in "Beschreibung einer Reise durch Deutschland und die Schweiz im Jahre 1781" das Sakramentshäuschen folgendermaßen: "Das schöne Sakramentshäuslein in der Lorenz-Kirche, das Adam Kraft 1500 zu Stande gebracht hat, ist wegen der zierlichen Form und künstlichen mühsamen Ausarbeitung, da alle Bogen und Zierathen leicht und durchbrochen gearbeitet sind, in der That sehenswürdig (...) Dieß Sakramentshäuslein wird von den steinernen Figuren Adam Krafts und seiner zwey Gehülfen getragen. Ich habe das Gesicht dieses Meisters mit großer Aufmersamkeit und Vergnügen betrachtet. Es ist ganz Natur und Ausdruck."


Weitere Kunstwerke in der Lorenzkirche:
Schöne Madonna (1280/90)
Die anbetenden Könige (um 1360)
Apostelfiguren (1380/90)
Triumphbogenkreuz (Ende 14. Jh.)
Dreijungfrauenstein (um 1410)
Deocarusaltar (1437)
Laurentius und Stephanus (1440/50)
Erzengel Michael (1475/80)
Krellaltar (1483)
Sebastiansmarter (1490)
Peter Vischer-Leuchter (1498)
Relief der Erdrosselung der Beatrix (um 1500)
Kruzifix von Veit Stoß (1520)
Teufelsbrunnen (1888)




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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: DNK, NEL, NUM, NZS, SLN

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