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Die "Seekuh" – Lokalbahnstrecke Erlangen-Gräfenberg

Als "Seekuh" bezeichnete man einst die Lokalbahnstrecke Erlangen-Gräfenberg. Die Gräfenberger sträubten sich anfangs noch über diese umständliche Sekundärbahn-Anbindung, mussten doch die Obst- und Gemüsebauern ihre Ware mit einem Umweg über Erlangen auf den Markt nach Nürnberg bringen. Die Stadt Gräfenberg forderte eine Anbindung an den im Bau befindlichen Bahnhof Nürnberg/St. Jobst an der Strecke Nürnberg-Lauf-Bayreuth, hätten aber bei dieser teureren Lösung 1,34 Mio. Mark selbst beisteuern müssen. Der Plan für diese Streckenführung wurde vorerst auf Eis gelegt.


Die Lage änderte sich grundlegend mit dem 1882 erlassenen Lokalbahngesetz. Demnach mussten die Gemeinden nur noch für den Grunderwerb sorgen, die Hauptlast der restlichen Kosten wurde vom Staat übernommen. Daraufhin regte Erlangens Bürgermeister Dr. Schuh eine Trassierung unter Einbeziehung der vorhandenen Staatsstraße Erlangen - Neunkirchen am Brand - Eschenau - Gräfenberg an, was die ursprünglichen Baukosten (mit Erdarbeiten etc.) auf ein Drittel reduzierte. Die Gräfenberger legten zwar immer noch ihr Veto ein, stimmten aber dann doch zu, um eisenbahntechnisch nicht abgeschnitten zu sein.

Nachdem man im Oktober 1885 mit den Bauarbeiten begonnen hatte, wurde die erste Teilstrecke Erlangen-Eschenau mit einer Probefahrt am 17. Nov. 1886 eröffnet. Die Freigabe an den allgemeinen Verkehr erfolgte am 22. November gleichen Jahres. Gemeinden und Staat hatten insgesamt 1.284.099,00 Mark investiert um das Erlanger Umland an die Hauptbahnlinie Bamberg-Nürnberg anzubinden. Zweimal täglich verkehrte die Seekuh in beide Richtungen. 22 Personen waren nötig um den Steckenbetrieb aufrecht zu erhalten. Später stellte sich heraus, dass die "billige" Lösung auch seine Nachteile hatte. Durch den stark angewachsenen Straßenverkehr um 1920/30 und die Einbeziehung von 11 Kilometern Staatsstraße als Bahntrasse kam es immer wieder zu schweren Unfällen.

Aber wie kam die Seekuh zu ihrem Namen? Der Überlieferung nach eröffnete ein Wirt an der Haltestelle Erlangen-Zollhaus (Streckenkilometer 2,4) die "Restauration zur Sekundärbahn". Der beauftragte Schriftenmaler schien es mit seinem Feierabend ziemlich genau zu nehmen. Er stellte den Firmenschriftzug am ersten Tag nicht mehr fertig. Als am nächsten Tag, wahrscheinlich war es am Wochenende, viele Passanten die halbfertige Beschriftung "Restauration zur Seku" lasen, war der Spitzname "Seekuh" geboren. Im fränkischen Dialekt macht das fehlende e und h sprachlich keinen Unterschied.

Durch die oben beschriebene Tatsache, dass sich Seekuh und Autoverkehr teilweise die Straße teilen mussten, ergaben sich für die Eisenbahn niederschmetternde Fahrzeiten. Teilweise durfte nur mit einer Geschwindigkeit von 15 km/h gefahren werden, bei "Vollgas" waren es 35 km/h. Als man ab 1932 moderne Triebwagen für den Personenverkehr einsetzte, wurden auch höhere Geschwindigkeiten genehmigt. Die Zugfrequenz wurde in dieser Zeit von zwei/drei Zugpaaren auf sechs erhöht. Der Güterverkehr wurde weiterhin mit Dampfzügen abgewickelt. Aber selbst nach dem Zweiten Weltkrieg brauchte ein Personenzug für die knapp 21 Kilometer zwischen Erlangen und Eschenau sage und schreibe 60-70 Minuten und war somit dem Auto haushoch unterlegen.

Immens rückläufige Fahrgastzahlen und der zunehmende Individualverkehr brachten am 1. Mai 1961 die Einstellung des Betriebs zwischen Neunkirchen/Brand und Eschenau, die Gesamtstrecke wurde 1963 aufgegeben. Die Personenbeförderung wurde ab 1961 sukzessive durch bahneigene Busse übernommen. Die Seekuh hatte am 17. Februar 1963 ihren letzten großen Auftritt. An diesem Tag schnaufte ein mit zwei Dampflokomotiven bespannter Sonderzug letztmalig auf der einst so wichtigen Strecke.

Die Geschichte wäre nicht komplett, hätten die hartnäckigen Gräfenberger nicht doch noch ihre direkte Anbindung an den Bahnhof Nürnberg-Nordost bekommen. Nachzulesen hier.


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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: LUE
Weitere Quelle: http://www.fen-net.de/er/einzelthemen/seku/seku01.htm

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