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Gedichte über die Ludwigseisenbahn

Schon vor Eröffnung Deutschlands erster Eisenbahn mit Dampfkraft wurden Befürchtungen und hoffnungsvolle Erwartungen in Reime gefasst und veröffentlicht. Die Auszüge der Gedichte, zusammengetragen von Dr. Wolfgang Mück, sind dem Buch von Dagmar Mück (Hrsg.) entnommen: "Setz dich auf die Eisenbahn ... Allerlei alte Gedichte und neue Bilder über die Ludwigseisenbahn."

Klage eines Lohnkutschers (Auszug)

v. Godwin, in: Allgemeine Zeitung von und für Bayern, 27.08.1835

(...)
Ach! Brodlos sind wir alle drei
Mit Lohn und Trinkgeld ist´s vorbei.
Zu ist´s mit der Lohnkutscherkunst!
Es fährt der Rauch, es treibt der Dunst.

(..)

Es ist nun so! Es siegt der Dampf,
Der letzt das Fuhrwerk treibet.
Vergeblich wäre jeder Kampf.
Mir und euch, Schimmel, bleibet
Nichts als das traurige Nachseh´n.
Bald wird´s mit uns zu Grabe geh´n;
Zu ist dann alle Fahrwerkskunst,
Und Alles war nur Rauch und Dunst.


Das Lied von der Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth

Michael Geißelbrecht, in: Intelligenz-Blatt der Stadt Fürth v. 12.11.1835

Festgeschmiedet auf der Erden
Liegt die schöne Eisenbahn,
Möchte sie bald größer werden,
Daß man weiter fahren kann.
Setzt die Wagen drauf!
Nehmet alles auf!
Soll das große Werk gelingen,
Muß das kleine Nutzen bringen.

Rundgesang am Abend vor der Eröffnung der Ludwigseisenbahn (Auszug)

06.12.1835

(...)

Wenn der neue Morgen glänzet,
Weckt uns der Erwartung Glück,
Und mit frohen Wünschen kränzet
Das Gelungne jeder Blick.
Fröhlich schwebt er in die Weite,
Die die Eisenbahn umschließt,
Sieht mit des Gelingens Freude:
Weil ihm Fürth so nahe ist.

Denn verbunden sind sie Beide,
Die sich innig lang verwandt,
Fürth und Nürnberg eint ein Band,
Eint´s zur allgemeinen Freude.

(...)

Gesang zur Feier der Eröffnung der Ludwigseisenbahn (Auszug)

Jakob Schnerr, in: Der Korrespondent von und für Deutschland, 08.12.1835

Glück auf mein Gott! Der Anfang ist geschehen,
Es liegt die Strecke Bahn! –
Und soll´s nach Ost und Westen weiten gehen,
So knüpft man eben an.

(...)

Seht ihr die Bahn, die Linien von Eisen,
Die, fest und schnurgerad,
Bedeutungsvoll nach Ost und Westen weisen?
Seht ihr den Zauberpfad?

Was schnaubt und qualmt dort vor der Wagen Reihe?
Es scheint ein Elephant,
Daß er als Zugthier sich dem Dienste weihe,
Gemacht von Menschenhand.

(...)

Zur feierlichen Eröffnung der Ludwigseisenbahn mit Dampfkraft (Auszug)

Johann Wolfgang Weikert,, in Allgemeine Zeitung von und für Bayern, 07.12.1835

Gelungen ist´s; besiegt die Todten Massen
Entlassen ihrer Haft;
Entwickelt durch der Elemente Hassen,
Wirkt nun die freie Kraft!

(...)

Die Adler Frankreichs waren nicht willkommen;
Doch unsrer wird es seyn;
Die Franken-Adler haben mitgenommen;
Doch unsrer trägt uns ein!

In kurzer Zeit wird er noch weiter fliegen;
Wir wissen, daß er´s kann!
Bahn ist gemacht – Beharrlichkeit wird siegen;
Im Kleinen fängt man an.

Allein, wovon soll nun der Adler leben? –
Vom Wasser nicht allein;
Denn soll er seine Schwingen kräftig heben,
Muß er im Feuer seyn.

(...)

Höfliche Bitte

o. V., in Allgemeine Zeitung von und für Bayern, 10.02.1836

Wir bitten Sie, verehrte Herren
Inhaber vom Dampfwagen!
Leih´n Sie uns Ihre Ohren gern,
Um etwas vorzutragen:

Der Tritt zum Wagen ist zu hoch,
Um auf und ab zu gehen;
Da kann sich leicht im Sprunge doch
Manch´ schöner Fuß verdrehen.

Drum lassen – o wir bitten Sie,
Steigeisen Sie anschmieden;
Dies lässt sich ja mit leichter Müh´
Durch Aktien vergüten.

Da es die Pflicht des Christen ist,
Fehltritte zu vermeiden,
So hofft man, wird in kurzer Frist
Der Wunsch erfüllt, mit Freuden.

Lohnkutscher und Eisenbahn (Auszug)

o. V., in: Bayerische Dorf-Zeitung, 15.03.1836

Wer das Projekt der Eisenbahnen
Zuerst hat auf die Bahn gebracht,
Der hat – Gott woll´es ihm verzeihen –
An die Lohnkutscher nicht gedacht.
(...)
D´rum gebt doch auf den schlimmen Plan;
Und habt ihr nicht ein Herz von Eisen,
So denkt an keine Eisenbahn.
Doch bleibt ihr taub für diese Bitte,
So wird ein großer Schritt gescheh´n,
Den kein Fiakergaul noch wagte,
Das heißt: man zwingt sie durchzugeh´n.

An einen Freund (Auszug)

Karl Hof, in Allgemeine Zeitung von und für Bayern, 12.04.1836

(...)
Schön – Noris, die berühmte Stadt;
Schön – auch der Kunstschatz, den sie hat;
Schön – Teutschlands erste Eisenbahn;
Schön – gieng mit Beispiel sie voran;
(...)

Huldigung seiner Majestät dem Könige Ludwig I. von Bayern (Auszug)

Jakob Schnerr, in: Der Korrespondent von und für Deutschland, 18.08.1836

Willkommen König! Dreimal hoch willkommen!
Willkommen hier, in Deiner treuen Stadt,
Die gnädig Du in hohe Hand genommen,
Die Dir des Guten viel zu danken hat!

(...)

Wenn auf der glatten Schienen Doppelreihe
Durchfliegt die Bahn des Königs Majestät,
Dann wird dem Werke erst die rechte Weihe,
Dann wird sein Ruhm aufs Herrlichste erhöht!

(...)

Es rauscht die Zeit (Auszug)

o. V. aus: Die kgl. Priv. Ludwigs-Eisenbahn Nürnberg Fürth, 1860

(...)

Das erste Glied zu einer großen Kette,
So klein es wohl auch scheinen mag,
Es wurde einst gelegt an rechter Stätte
Mit festem Sinn an diesem Tag.
Was fester Wille zur Wahrheit gemacht,
Ihm sei der Becher, der volle, gebracht.

Von Nah und Ferne hat die Zahl der Gäste
Den ächten, deutschen Sinn bewährt
Und ist herbeigeeilt zum lieben Feste,
Das uns der Flug der Zeit bescheert.
Ehre den Gästen und Handschlag und Gruß,
Fröhlicher Willkomm und Bruderkuß!

(...)

Prolog (Auszug)

o. V., Bericht über die am 7. Dez. 1885 stattgehabte Jubelfeier der Ludwigs-Eisenbahn

(...)

Denn, durch die winterlichen Fluren brauste,
Von Jubelruf begrüßt, ein Wagenzug,
Gleich eines Zauberrosses wildem Flug,
Das funkensprühend durch die Lüfte sauste.
Hernieder blickt von ihrem Felsensitze
Die alte Kaiserburg am Pegnitzfluß,
Und fernher von des grünen Berges Spitze
Winkt ihm "die alte Veste" ihren Gruß.
Dahin an hoher Pappeln langer Reih´,
An der erstaunten Menschenhaar vorbei
Ist Deutschlands erster Dampfzug eingefahren
In Fürth am heut´gen Tag vor fünfzig Jahren.

Es schwand die Zeit; bald war durch Eisenbahnen
In sich verbunden schon die halbe Welt;
Das Posthorn ist verstummt, die Pfeife gellt
In schrillem Ton schon längst in allen Landen.
Seitdem der Mensch die mächtigsten der Waffen
Zu seinem Dienste der Natur entlieh,
Hat rastlos seine Kraft und sein Genie,
Was keine Vorzeit ahnte, sich geschaffen;
Frei ist die Bahn, es hemmen den Verkehr
Des Menschen nicht die alten Schranken mehr,
Die lange Zeit und Raum um ihn gezogen,
Und zauberschnell durchmisst er Land und Wogen.

(...)

Letzte Fahrt

v. W. R., Zeitungsausschnitt Stadtarchiv Fürth

Es war ´ne Feier ernster Art,
Denn nirgends wehten Fähnchen,
So machte seine letzte Fahrt
Das alte Ludwigsbähnchen.

Es ging nicht mehr zum Kirchweihschwof
Nach Fürth bei frohem Reigen,
Denn kurz schon hinter Muggenhog
Da stellte man die Weichen.

Am Wagendache wuchs das Moos,
Als rasselnd zog die Kette;
Es war ein Trauerzug von Doos
Zur "Alten-Eisen-Stätte".

Noch einmal im Maschinenrumpf
Da regte sich das Leben –
Dann gings zum Tode – ernst und stumpf,
Ohn´ Contredampf zu geben.

So wird auch unser Leben ziehn,
Wohl dem, der dies begriffen, –
Gleich einer Ludwigsbahnmaschin,
Die´s letzte Mal – gepfiffen.

Wer die Gedichte (und noch einige mehr) in voller Länge nachlesen möchte, dem sei das Buch von Dagmar Mück empfohlen: "Setz dich auf die Eisenbahn ... " (s. Literaturhinweis)


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Verwendete Literatur: Setz dich auf die Eisenbahn ... Allerlei alte Gedichte und neue Bilder über die Ludwigseisenbahn, Dagmar Mück (Hrsg.), Verlag Schmidt GmbH, Neustadt/Aisch, 1985, ISBN 3-87707-057-4
s. a. Publikationen

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