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Der Gründungsaufruf für die Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft

Bereits nach den Versuchen von Baaders (s. Vorgeschichte) beschäftigte man sich 1826/27 in Nürnberg und Fürth mit dem Bau einer Eisenbahnlinie zwischen den Nachbarstädten. Allerdings scheute man zu dieser Zeit die hohen Kosten, und war der Auffassung, dass der Gütertransport nach bisherigem System erheblich billiger wäre. Und somit wurde es wieder still um dieses Projekt.


Johannes Scharrer, von 1826 bis 1829 zweiter Bürgermeister der Stadt Nürnberg, war als Direktor der Technischen Lehranstalt vom Staatsministerium 1832 beauftragt worden als Vertreter Bayerns an den Zollverhandlungen in Berlin teilzunehmen. Scharrer, ein angesehener Kaufmann, wurde auserkoren weil er "... die Interessen der Industrien Bayerns genau kennt und imstande ist, nach dem Stande der Unterhandlung jedes Mal sogleich praktischen Rat zu geben." Während der Verhandlungen wurde Scharrer von namhaften preußischen Technikern angeregt, den Bahnbau zwischen Nürnberg und Fürth wieder aufzugreifen.

Zurück in Nürnberg, erörterte Johannes Scharrer solch ein Projekt im Kreis seiner Freunde und Bekannten. Er besprach sich mit Marktvorsteher Georg Zacharias Platner, Bürgermeister Binder, sowie den Kaufleuten Merkel und Mainberger. Jedoch dachte man hauptsächlich über den Gütertransport nach.

Der Verleger und Journalist Friedrich Leuchs brachte mit seinem "Aufruf zur Gründung einer Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth" Bewegung in das Vorhaben. In einem Artikel, abgedruckt in der "Allgemeinen Handelszeitung" vom 2. Januar 1833 heißt es: "In ganz Bayern, vielleicht selbst in ganz Deutschland ist kein Punkt, wo eine Eisenbahn leichter und mit größeren Vortheilen für die Unternehmer ausgeführt werden könnte. (...) Möchte eine Stadt, die die Wiege deutscher Gewerksamkeit und des Erfindungsgeistes war, nicht hinter dem kleinsten Orte und Dorfe Amerikas zurückbleiben, in einer den Gewerben so frommenden Sache! Eilen wir uns, Süddeutschland den Ruhm der ersten deutschen Eisenbahn zu sichern."

Leuchs appelierte nicht nur an den Patriotismus, er stellte den zukünftigen Aktionären auch eine Dividende von 12-16% in Aussicht. 1.800 Exemplare dieser Schrift ließ Leuchs verteilen und sandte auch einige Ausgaben an den Fürther Magistrat. Diese Initiative wurde von Befürwortern in beiden Städten wohlwollend begrüßt. Verschiedene Gremien sagten zu, das Projekt "möglichst zu unterstützen". Allerdings sind die Stadtratsmitglieder in beiden Städten anfangs skeptisch.

Fürths damaliger Bürgermeister, Franz Joseph von Baeumen, konnte nur die beiden Kaufleute Meyer und Reißig für die Idee gewinnen, worauf Platner an diesen schreibt: "Zwar ist es fatal, dass in ihrer Stadt ein ungünstiges Vorurteil herrscht, allein es geht eben mit dieser Sache, wie mit so mancher anderen, bey welcher über das Kleine das Große übersehen wird, und die schon deshalb, weil sie eine Neuerung ist, Gegner findet."

Auch die sonst so geschäftstüchtigen Juden beider Städte hielten sich zurück. Sie fürchteten anscheinend Konkurrenz im Transportwesen, und waren der Ansicht dass ohne sie das Projekt nicht zustande käme. Nach Beginn der Aktiensubskription heißt es in einer Beilage des Fürther Intelligenz-Blattes vom 3. Juni 1833 hierzu:

"Die sonst so industriösen Fürther Juden und israelitischen Kapitalisten haben nicht eine einzige Aktie zur Nürnberg-Fürther Eisenbahn gekauft, weil sie glaubten, das Unternehmen könne nicht ohne sie zustande kommen. In Fürth gibt es viele Hauderer ohne eigenes Fuhrwerk. Dieses ist Eigentum einzelner jüdischer Spekulanten. So ein Spekulant kauft eine ausgediente Chaise und ein paar alte Klepper und gibt dieses Fuhrwerk einem konzessionierten Lohnrößler, der ihm dafür täglich 30 Kreuzer geben muss. ..."

Die bayerische Staatsregierung nahm den Aufruf für dieses Unternehmen mehr oder weniger gleichgültig zur Kenntnis. Ungeachtet dessen, trieben die Initiatoren ihr Vorhaben voran. Es folgte die "Einladung zur Gründung einer Gesellschaft für die Errichtung einer Eisenbahn mit Dampfkraft zwischen Nürnberg und Fürth."


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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: 150JE, DAL, DEE, DLE, LUE, ZDZ

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