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Einladung zur Gründung einer Gesellschaft für die Errichtung einer Eisenbahn mit Dampfkraft zwischen Nürnberg und Fürth

Die Initiatoren der ersten deutschen Eisenbahn verschickten am 14. Mai 1833 die " Einladung zur Gründung einer Gesellschaft für die Errichtung einer Eisenbahn mit Dampfkraft zwischen Nürnberg und Fürth". Unterzeichnet war das Dokument von den Bürgermeistern Binder und von Baeumen, sowie den Kaufleuten Platner, Scharrer, Meyer und Reißig. In dem Einladungsprospekt heißt es:


"Die Erfindung der Eisenbahn mit Dampfkraft ist für den materiellen Verkehr der Staaten und für die Verbindung der Völker von einer ebenso unberechenbaren Wichtigkeit, wie die Erfindung der Buchdruckerkunst für ihren geistigen Verkehr. Wie durch die Buchdruckerpresse die Produktionen des menschlichen Geistes in Tausenden von Exemplaren für die ganze zivilisierte Welt geliefert werden, wie sie als ein Hebel von unvermeßlicher Kraft zur Beförderung des geistigen Verkehrs, zur Verbreitung der Kenntnisse und zur Emporhebung der Wissenschaften und Kunst wird, ebenso wird durch die Eisenbahn mit Dampffahrt der persönliche und materielle Verkehr der Menschen und der Austausch der Produkte der Natur und des Gewerbefleißes erleichtert und beflügelt. Die Entfernungen werden durch dieses, dem Fluge der Vögel nachstrebende, Verbindungs- und Transportmittel immer kleiner, Staaten und Nationen rücken dadurch einander näher, und der Mensch bemächtigt sich immer mehr der Herrschaft über Raum und Zeit. (...) Die Eisenbahnen in Verbindung mit Dampfmaschinen gehören unstreitig zu den wichtigsten und einflussreichsten Erfindungen unserer Zeit; sie sind das schnellste, wohlfeilste und sicherste Transportmittel für Personen und Wagen. (...) Sollen wir in einer so bedeutungsvollen Entwicklungsperiode der Früchte des menschlichen Erfindungsgeistes müßig zusehen, ohne zu erwägen, ob nicht auch wir im Inneren Deutschlands dieser Früchte teilhaftig werden oder wenigstens einen unsern örtlichen Verhältnissen und Kräften angemessenen Versuch machen können? Sollte es nicht der Mühe lohnen zu untersuchen ob nicht die frequente Kommunikation zwischen Nürnberg und Fürth eine günstige Gelegenheit zur Herstellung einer Eisenbahn mit Dampffahrt zwischen diesen Nachbarstädten, die hinsichtlich ihres Verkehrs und ihrer Gewerbeindustrie so vielfältig und innig miteinander verbunden sind, darbiete?"

Diese Einladung wurde von den Beteiligten an befreundete Geschäftshäuser verschickt, sowie in großen Tageszeitungen veröffentlicht. Das Thema Eisenbahn rückte jetzt wieder verstärkt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Allerdings gab es auch kritische Stimmen. Ein Anonymus erwiderte den Aufruf und schrieb:

"Man muß Dampfwägen, Dampfschiffe und Dampfmaschinen schon gesehen und gehört haben, um sich von dem Lärmen zu überzeugen, den sie machen, die Schnelligkeit der Fahrt, der Dampf und Rauch, der Lärm, dieses macht die ruhigsten Pferde scheu, dass an kein Bändigen derselben mehr zu denken ist. (...) Diese Speculation geht allein von der reichen Classe aus, und ihr Capital soll ihnen höhere Zinsen tragen, es macht viele Menschen brodlos, ohne andere zu beschäftigen, gewährt dem Staat keinen Vortheil, es ist daher eine große Frage, ob es nicht besser auf andere Zeiten unerbliebe."

Johann Carl Leuchs, ein Verehrer des neuen Verkehrsmittels, schrieb in seinen Erinnerungen: "Ich bedauere die Einwände, welche gegen dieses Unternehmen, namentlich auf den Bierbänken, gemacht wurden, nicht aufgeschrieben zu haben. Ihre Zahl war Legion. Die einen bezweifelten, dass der Bahndamm in dem Nürnberger Sand halten würde, andere, dass jemand sein Leben dem so schnell fahrenden Dampfwagen anvertrauen werde. Wieder andere sahen voraus, dass die Schienen gestohlen oder von den Kutschern, die durch sie um Verdienst kämen, zerstört würden oder durch einen Krieg von dem Feind weggenommen."
Ungeachtet dessen erfolgte 1833 die Gründung der Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft.


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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: 150JE, DAL, DEE, DLE, LUE, ZDZ

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