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Unfälle auf der Ludwigseisenbahn

In den fast 87 Betriebsjahren der Ludwigseisenbahn (LEB) gab es nur kleinere Zwischenfälle an der Bahntrasse, die fast alle glimpflich verliefen. So etwa im Dezember 1835, als beim Abkoppeln der Wagen diese einen zu großen Schubs vom Dampfwagen bekamen und eine Mauer zum Einsturz brachten – einen Prellbock kannte man noch nicht. Die Nachricht verbreitete sich schnell. Wahrscheinlich haben Gegner des neuen Transportmittels das Ganze hochstilisiert. Jedenfalls fragte ein paar Tage später das Passauer Stadtkommissariat an, was es denn mit dem Gerücht über eine Explosion am hiesigen Dampfwagen auf sich habe.


Ein weiteres Malheur ereignete sich ebenfalls im ersten Betriebsmonat. Am 1. Weihnachtsfeiertag 1835 kam es zu einem Radbruch. "Da der Führer der Dampfmaschine diesen Unfall nicht sogleich bemerkte, so gingen noch zwei Räder zugrunde, jedoch ohne den Personen Schaden zu thun." Drei Wagen sollen hierbei entgleist sein.

Ein tödlich endender Zwischenfall trug sich 1840 zu, als der Kutscher Popp mit seinem Gespann auf der Chaussee (heutige Fürther Straße) unterwegs war. Durch das Herannahen eines Zuges scheuten seine Pferde, der Mann erlitt in der ganzen Aufregung einen Herzinfarkt. Allerdings entfachte dieser Vorfall eine Diskussion über die Sicherheit der Bahnlinie. Das Direktorium ließ daraufhin Anschläge in Gasthäusern machen, die über Fahrzeiten und Verhaltensregeln informierten. Von verschiedenen Stellen wurde darüber hinaus eine Einhausung gefordert. Man solle links und rechts der Trasse eine Hecke zur Verminderung der "Gefahr für Leben und Eigentum der Vorüberpassierenden" anlegen.

Das Direktorium der LEB war jedoch der Auffassung das dies keine Lösung sei, da das "ungewöhnliche Gerassel des Eisenbahn-Trains und der stark widerliche Dampf und Rauch des Dampfkessels, der besonders bei dem stets vorherrschenden Süd-Westwind eine dicke Rauchwolke zwischen den Alleebäumen der Straße" bilde, wie es in dem Gutachten einer Forstbehörde heißt. Man dachte sogar an die Verlegung der Straße, jedoch wurde dies von allerhöchster Stelle nicht genehmigt. Schließlich pflanzt man dennoch Hecken an, worauf sich die Gemüter wieder beruhigen. Die Witwe Popp erhielt eine Entschädigung in Höhe von 200 Gulden.

Glimpflicher ging ein Unfall am 23. Juni 1845 an der sogenannten Fürther Kreuzung aus. Dort wo die Ludwig-Süd-Nord-Bahn die Trasse der Ludwigseisenbahn kreuzte, wartete ein Dampfzug der LEB länger als gewöhnlich. Ein aus Nürnberg kommender Pferdezug erkannte die Situation zu spät und fuhr auf. Während das eine Pferd neben das Gleis sprang, wurde das zweite zwischen den Zügen zerquetscht. Personen kamen nicht zu Schaden.

Belustigend ist ein Vorfall der sich am 24. August 1845 zutrug. Die Maschine Pfeil setzte sich wie von Geisterhand in Bewegung und dampfte ohne Lokführer in Richtung Fürth. Der zweite Dampfwagenführer hatte die Lokomotive für die 13.00 Uhr Fahrt vorschriftsgemäß vorgeheizt und sich dann zum Mittagsmahl begeben. Aufgeschreckt durch Rufe, erkannte William Wilson die Situation, bespannte den Tender der Lok mit einem Pferd und nahm die Verfolgung auf. Im Bericht der Eisenbahngesellschaft liest sich der Vorfall folgendermaßen:

"Der Himmel hat von unserer Bahn ein großes Unglück abgewendet. Während der Heizer bei Tische war, setzte sich heute gegen 1.00 Uhr die zweite Lokomotive Pfeil nur mit Holz vorgeheizt und der Tender noch nicht dran, durch einen unbegreiflichen Zufall in Bewegung und kam bis in die Nähe Muggenhofs, wo eben ein Wagenzug aus Fürth entgegenkam.

Die Bediensteten bemerkten das Entgegenkommen, spannten das Pferd aus, ließen die Passagiere aussteigen, alles ehe noch die ganz matt gewordene Maschine ankam, sodass ihr Anstoß an die Wagen ganz unbedeutend war. Ein zufällig bei den Passagieren befindlicher Bediensteter sprang sofort auf die Lokomotive, stellte sie fest und gleich darauf kam Maschinist Wilson mit dem Tender durch ein Pferd gezogen nach, heizte mit Kohlen die Maschine auf, brachte sie zurück, ohne dass der mindeste Unfall stattgefunden hatte."

Ansonsten gab es in all den Jahren keine größeren Vorkommnisse. Lediglich der Hut einer Dame und ein Tragekorb sollen durch Funkenflug Feuer gefangen haben – zu Schaden kam auch hier niemand.


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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: 150JE, DAL, DEE, DLE, LUE, ZDZ

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