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Die Almosenmühle

Die Almosenmühle, auch Bachmühle genannt, befand/befindet sich in der Mühlgasse 1 und 3. Die Wasserräder sind längst verschwunden, aber es ist die einzige Mühle Nürnbergs deren Gebäude in fast unveränderter Form noch heute erhalten sind. In der angrenzenden Hutergasse kann man noch nachempfinden wo sich einst der Fischbach hinab gestürzt hat auf die Wasserräder dieser ehemaligen, kleinen Mühlenanlage.


Urkundlich erwähnt wurde die Almosenmühle in einer Schenkungsurkunde von König Heinrich VII. Begünstigter war der Deutschherrenorden welcher die "molendino apud vischbah" (Mühle am Fischbach) am 30. August 1234 erhielt. Die damalige Rechtslage gestatte es, dass Eigenschaft und Erbrecht getrennt voneinander verkauft werden konnten. So ging die Bachmühlen-Eigenschaft 1419 an die Stadt über, welche die Mühle dem "Reichen Almosen" zuordnete.

Diese Almosen-Stiftung wurde 1388 von Burkard Sailer ins Leben gerufen und vom Rat der Stadt verwaltet. Die Stiftung wurde auch als Kirchhof-, Fleisch-, Brot-, und Schildalmosen bezeichnet und war die bedeutendste Armenspeisung Nürnbergs.

Die Almosenmühle war eine gute Kapitalanlage und wurde nicht von der Stiftung betrieben, sondern verpachtet. Der Pachtzins gewährleistete regelmäßige Einnahmen und der Pächter verpflichtete sich das Korn für die Stiftung zu mahlen und zu lagern.

Die vier Wasserräder der Mühle wurden oberschlächtig angetrieben, d. h. das Wasser wurde durch einen Kanal von oben auf das Mühlrad geführt. Im zweiten Drittel des 17. Jh. dienten nur noch drei der Räder für den Mahlbetrieb – das Vierte trieb jetzt eine Pumpe an. Man hatte herausgefunden, dass sich bei der Mühle eine unterirdische Quelle befand. Das wahrscheinlich zwischen 1619 und 1622 errichtete Pumpwerk diente zur Trinkwasserversorgung des Labenwolfbrunnens im Rathaushof. Die Anlage war so konstruiert, dass das Pumprad auch wieder zum Mahlrad umfunktioniert werden konnte. Allerdings soll die gewonnene Wassermenge die in die Lochwasserleitung eingespeist wurde sehr gering gewesen sein. Dagegen war die Mahlmenge mit 1533 Simmern im Jahr 1761 sehr beachtlich – die viel größere Schwaben- bzw. Pfannenmühle brachten es kaum auf das Doppelte.

Durch den Dreißigjährigen Krieg wurden die Mühlen vor den Stadttoren zerstört und die Bevölkerungszahl innerhalb der Stadtmauern stieg durch Schutzsuchende an. Dies schien den Rat dazu bewogen zu haben 1625 auch die Nutzungsrechte des Mühlenbetriebs zu kaufen um die Mehlversorgung sicherzustellen. Im selben Jahr wurde am oberen Ende der Mühlgasse auch noch eine Rossmühle errichtet deren Mahlgang durch Pferdegöpel angetrieben wurde.

Nach dem Krieg wurde das Anwesen 1672 an Hans Schramm verkauf. Dessen Sohn konnte aber die aufgelaufenen Schulden nicht begleichen. Die Mühle wurde daraufhin 1707 zwangsversteigert. Käufer war Joachim Graef der die, ebenfalls am Fischbach gelegene, Krötenmühle betrieb. Die Almosenmühle wechselte in den folgenden Jahren mehrmals den Besitzer. Obwohl das, an Stelle der Rossmühle, neu errichtete städtische Weizenbräuhaus eine zusätzliche Einnahmequelle darstellte, hatte keiner der Betreiber rechten Erfolg mit dem Betrieb. Die Verkaufspreise für die Gebäude lagen 1707 bei 7.100 Gulden, 1773 bei 11.200 Gulden und wurden 1786 mit 12.200 Gulden beziffert. Die häufigen Besitzerwechsel endeten erst im Jahr 1790, als die Müllerfamilie Haberstumpf das Anwesen erwarb und über vier Generationen bis 1877 betrieb.

Ein entscheidendes Nachteil hatten die beiden innerstädtischen, am Fischbach gelegenen Mühlen den die Müller an der Pegnitz nicht kannten. Die Firma Spaeth betrieb am Dutzendteich ein Hammerwerk und konnte durch Aufstauung die Wassermenge bestimmen, die dem Bach auf seinem Weg in die Stadt zur Verfügung stand. Oft blieb für die innerstädtischen Mühlen nicht mehr genug Wasser übrig, manchmal versiegte der Wasserlauf gänzlich. Die Stadt musste regulierend eingreifen.

Der Magistrat kaufte die Mühle 1877 zum Preis von 89.800 Mark. Aber weshalb? Moderne Zeiten waren angebrochen! Da das Wasserrecht am Fischbach unmittelbar mit der Almosenmühle verbunden war und die Industrialisierung unaufhaltsam fortschritt, waren Fluss und Mühle überflüssig. Der offen laufende Fischbach wurde nach und nach unter die Erde verbannt und diente nun nur noch zur Durchspülung der städtischen Kanalisation.

Aber die Almosenmühle sollte noch eine letzte große Sternstunde haben. Sie wurde am 7. Juni 1882 zum "Elektrizitätswerk" umfunktioniert. Elektropionier Sigmund Schuckert hatte am Josephsplatz und in der Kaiserstraße, Deutschlands erste dauerhafte, mit Strom betriebene, Straßenbeleuchtung installiert. Schuckert hatte das oberschlächtige Wasserrad durch eine Turbine ersetzt, welche den Strom für die Lichtinstallation lieferte.

Auch damals konnte man schon von einer schelllebigen Zeit sprechen, denn die Turbinenleistung von 5 PS waren bald nur noch "Peanuts". Am 13. März 1891 kam nach langer und wechselvoller Geschichte das endgültige Aus für die Almosenmühle – sie wurde stillgelegt. Die Turbinenanlage wurde in die Schwabenmühle verlegt wo sie bis zur Eröffnung des städtischen Elektrizitätswerkes am 25. März 1896 noch den Strom für die Beleuchtung der Kaiserstraße lieferte.

Das Bauwerk hat beide Weltkriege fast unbeschadet überstanden und wurde/wird als Wohngebäude genutzt. Im Jahr 1975 erwarb der Antiquitätenhändler Klinger das Anwesen. Ein Restaurant und ein Auktionshaus hatten dort einige Zeit ihren Firmensitz – heute (2007) stehen die Gewerbeflächen wieder zur Vermietung. Am Haus Mühlgasse 3 erinnern noch die beiden Mühlenzeichen an die ehemalige Nutzung.

Wenn Sie mehr lesen wollen über den Fischbach mit seiner bewegten Geschichte und wie es der Fluss "schuckern" ließ, dann bitte hier entlang.



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Hutergasse
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Almosenmühle
Almosenmühle
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Text: mw
Fotos: mw
Verwendete Literatur: RIF, SLN

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