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Gleißhammer – Gleißhammermühle

Die Gleißhammermühle, (nicht zu verwechseln mit der Gleiß- bzw. Hadermühle) nach der noch heute ein ganzer Stadtteil benannt ist, wurde 1336 erstmals urkundlich erwähnt. Konrad Groß hatte in diesem Jahr den "Hammer und der Weierstat" von Ludwig dem Bayern erworben. Groß war eine bedeutende Persönlichkeit Nürnbergs. Unter anderem stiftete er 1331 das Heilig-Geist-Spital. Die Mühlenanlage wurde auch als "Mühle oberhalb von Wöhrd" und "Goldbachmühle" bezeichnet.


Der Gleißhammer, ab 1434 so genannt, verdankt seinen Namen wahrscheinlich einer technischen Gegebenheit – der Hammer wurde in geraden, meist senkrechten Gleisen geführt. Die außerhalb der Stadtmauer, am heutigen Zeltnerweiher, gelegene Anlage war eine der wenigen, die mit Genehmigung vom Rat der Stadt betrieben werden durfte, allerdings nicht ohne Gegenleistung. Die städtische Obrigkeit räumte sich umfangreiche Einflussmaßnahmen ein. Der Sohn von Konrad Groß (ebenfalls Konrad benannt) sicherte 1370 "der Stadt zu Nürnberg offen Haus und Hammer" zu. Ebenso verpflichtete sich Groß das Anwesen nur an Nürnberger Bürger zu verkaufen. Die Stadt konnte im Kriegsfall somit auf einen vorgelagerten Stützpunkt zurückgreifen und beugte so einem Einflussverlust vor.

Die mechanische Schmiede wurde wahrscheinlich unverändert bis zum zweiten Markgräflichen Krieg (1552) betrieben. Bis zu dieser Zeit war in Urkunden vom "Gleißhemmerlein" oder "Blechhammer" die Rede. Der später als Zeltnerschloss bekannte Herrensitz wurde um 1524 errichtet. Leider ist Abfolge der Hammerwerkbetreiber nicht lückenlos bekannt. Dokumentiert sind die Namen Dietrich Teuchler, Herdegen Valzner und Niklas Gnotzamer im Jahr 1469.

Gnotzamer war es auch, der die zusätzliche Zuleitung des überschüssigen Fischbachwassers durchsetzen konnte. Somit verfügte der Gleißhammer, der vermutlich zwei Wasserräder besaß, neben dem Goldbach noch über eine zweite Kraftquelle. Darüber waren die anderen Nutzer des Fischbachs natürlich nicht erbaut. Gnotzamer zapfte den Fischbach wahrscheinlich auch bei Niedrigwasser den an, wodurch es immer wieder zu Streitigkeiten kam. Die genau zu entnehmende Menge wurde erst 1802 von der Stadt geregelt. Somit stand den Mühlenbetreibern in Gleißhammer und der Tullnau ein Drittel des Fischbachwassers zu Verfügung.

Der bereits erwähnte zweite Markgräfliche Krieg im Jahr 1552 brachte einen entscheidenden Einbruch für die Anlage. Markgraf Albrecht ließ die Mühle samt Herrensitz abbrennen. Ab 1566 war der Hammer sowie das Schloss über einhundert Jahre im Besitz der Familie Imhoff. Das zerstörte Anwesen wurde um 1569 durch die neuen Eigentümer wieder aufgebaut. Gleichzeitig wurde der Gleißhammer in eine Schleifmühle umgewandelt. Die Imhoffs betrieben die Mühlenanlage nicht selbst, da sie nicht im Besitz der Mühlengerechtigkeit waren. Georg Rummel, dem Beständer (Betreiber) auf der Anlage, wurde 1570 gestattet zwei zusätzliche Mahlgänge einzubauen. Die Mühle wurde bis zur Wende zum 17. Jh. betrieben und danach stillgelegt.

Erst während des Dreißigjährigen Krieges wurde der Mahlbetrieb wieder aufgenommen. Aus der Not heraus genehmigte der Rat 1632 den Betrieb, der jederzeit widerrufen werden konnte. Letzteres geschah im Jahr 1638. Wahrscheinlich war die Gleißhammer-Mühle dennoch in Betrieb, da sie Ende des 17. Jh. abbrannte. Der Vorwurf der Brandstiftung durch die Konkurrenzmüller innerhalb der Stadtmauern konnte weder be- noch widerlegt werden.

Zu Beginn des 18. Jh. tat sich für den Gleißhammer ein völlig neuer Nutzungszweig auf: Die Spiegelglasschleiferei. Ruprecht Götz richtete in dem Anwesen 1703 die erste Spiegelglasschleife Nürnbergs, möglicherweise sogar ganz Deutschlands ein. Dieser Gewerbezweig war vorher nur in Italien und Frankreich verbreitet. Götz bezog das erforderliche Rohglas aus der Oberpfalz, Böhmen, Frankreich und Belgien.

Im Jahr 1710 erwarb der Direktoralkonsulent Johann Friedrich Schober den Gleißhammer, der das Glasschleifen fortsetzte. Schober hatte sich die Kenntnisse des Produktionsverfahrens bei einem Aufenthalt in Venedig angeeignet und beschäftigte zudem noch einen Italiener namens Buffi. Bis zu Schobers Tod (1731) muss das Geschäft recht rentabel gelaufen zu sein. Ein Stich aus dem Jahr 1721 trägt die Beschriftung: "Kleishammer, alwo die Krossen Spigel-kleeser gemagt werden".
Schobers Erben gelang es 1732 gar ein kaiserliches Privileg für die Spiegelglasherstellung zu erlangen. Doch schon vor Ablauf der Monopolstellung wurde das "Spiegelmanufakturhaus mit Schleif- und Polierwerk mit zwei Poliertischen, Schleifkästen und Steinen" an Johann Veit Kessel verkauft, der das Privileg um weitere zehn Jahre verlängern konnte.

Bevor 1798 Freiherr Paul Wolfgang von Günther den Gleißhammer erwarb, wechselte das Anwesen mehrmals den Besitzer. Der Freiherr besaß auch den nahe gelegenen "Vargetenhof", der nach ihm in "Güntherschlösschen" umbenannt wurde. Ein erneuter Besitzerwechsel erfolgte 1819. Der Kaufmann Johann Georg Benckher übernahm die Manufaktur für 3.000 Gulden – dessen Witwe führte den Betrieb nach seinem Tod 1831 fort.

Der Folgebesitzer, Eberhard Jodocus König von Königsthal, hatte wenig Glück auf dem Gleißhammer. Das Hochwasser vom 30./31. Mai 1845 zerstörte den Schlossweiher sowie die Stauanlagen. Völlig frustriert verkaufte von Königsthal das Areal an Johannes Zeltner, der Damm und Weiher instand setzen ließ. Besitzerin der Betriebsstätte war weiterhin Johanna Dorothea Benckher, die die Spiegelglasschleife bis 1850 weiterführte. Im selben Jahr verkaufte sie das Inventar ebenfalls an Johannes Zeltner, da die Nürnberger Spiegelglasindustrie mit der Konkurrenz nicht mithalten konnte. Wahrscheinlich führte Zeltner die Spiegelglasproduktion nicht fort -– er ließ das Mühlwerk im September 1854 abbrechen.

Mit dem Aus der Spiegelproduktion verschwand auch der Name Gleißhammermühle. Der erfolgreiche Ultramarinfabrikant errichtete auf dem Gelände seine repräsentativen Wohnsitz – das heute als "Zeltner-Schloss" bekannte Anwesen. Vom Gleißhammer übrig geblieben ist nur noch der Name, welcher einen Nürnberger Stadtteil bezeichnet.


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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: RIF, SLN

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