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Nürnberg

Nägeleinsmühle

(Auch: "Irrer-, 'Baiern- oder Gartenmühle, Mühlen am Neuen Bau")

Die Nägeleinsmühle lag ca. 150 m westlich der Trödelmarktinsel, etwas flussabwärts der Maxbrücke. Um die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, beschloss der Nürnberger Rat im frühen 15. Jh. die Errichtung zweier weiterer Getreidemühlen. Die Nägeleinsmühle am Nordufer, und die Dürrenmühle am Südufer der Pegnitz. Da das dortige Fischwasser dem Deutschordenskommende (Deutscher Orden) gehörte, wurde 1431 vertraglich vereinbart die Fischnutzungsrechte des Ordens aufzuheben und im Ausgleich ein Mahlvorrecht einzuräumen.


Die Nägeleinsmühle betrieb zwölf Mühlräder. Acht Getreideräder, ein Schleifrad für die Ahlenschmiede, ein Polierrad, ein Walkrad für die Weißgerber und ein Sägerad.

Wie andere Nürnberger Mühlen auch, fiel die Nägeleinsmühle oftmals dem Feuer zum Opfer. Ein 1773 errichteter, hölzerner Wasserturm wurde am 17. Juni 1851 neben dem Mühlengebäude und acht, in der Nachbarschaft liegenden Häusern zum Raub der Flammen. Weitere Brände in den Jahren 1635, 1773, 1851 und 1876 richteten ebenfalls großen Schaden an. Der 1852 neu gebaute, steinerne Wasserturm wurde beim Brand von 1876 nur leicht beschädigt.

Zu der Mühle zählten die Anwesen Vordere Nägeleinsgasse 1,3,5,7 sowie Hintere Nägeleinsgasse 7 und 9 (heute Nägeleinsplatz). Besitzverhältnisse und Nutzung der einzelnen Bauwerke wechselten über die Jahrhunderte des Öfteren. Im Mühlengebäude, Vordere Nägeleinsgasse 5 richtete man 1667 ein Pumpwerk zur Versorgung des Tritonbrunnens (Maxplatz), sowie weiterer Gebäude ein. Der Wandel von der einst so wichtigen Mahlmühle zur Fabrikmühle vollzog sich hauptsächlich im Industriezeitalter, mehrere Besitzerwechsel folgten im frühen 20. Jh.

Im Jahr 1908 erwarb Julius Ernst Sill die Anwesen Nägeleinsgasse 1 und 5. Haus Nummer 1 wurden an Kleinfabrikanten vermietet. Sieben Werkstätten ließen sich in dem Gebäude nieder. Vorwiegend waren dies Drechsler und Schleifer die im zweiten Stockwerk ansässig waren. Das Erdgeschoss wurde von der Kunstmühle Blum & Döhla als Getreidelager genutzt.

Anwesen Nummer 5 nützte die Glasschleiferei Sill selbst. Produziert wurden vor allem optische Gläser und Linsen für Brillen, Lupen und die laternae magicae. Die Glasschleifer sollte 1941 auf Anordnung der Baupolizei ihren Betrieb einstellen. Man hatte festgestellt das die Eisenträgerkonstruktion des Gebäudes völlig durchgerostet war. Ursache soll nach Meinung der Behörde das ständige Arbeiten mit Wasser beim Glasschleifen gewesen sein. Der Eigentümer des Nachbarhauses dagegen führte den Schaden auf eine "seit 34 Jahren defekte Wasserpumpe im städtischen Anwesen Nr. 5" zurück, "wo der Fußboden immer unter Wasser stand", wie er an die Baubehörde schrieb. Das Hochbauamt veranlasste 1941 den Abbruch des Hauses mit der Auflage, es trotz Neubauverbot schnellstmöglich wieder zu errichten, um die Nachbaranwesen zu stützen. Ob das Bauvorhaben je begonnen bzw. fertig gestellt wurde ist nicht bekannt. Die Mühle wurde durch die Luftangriffe 1943 zerstört.

Das zur Mühlenanlage gehörende Haus Nr. 7, wurde seit Bestehen vorwiegend als Polierwerk genutzt. Eine Nutzungsänderung erfolgte erst im 19. Jh. Ab den 1870er Jahren war eine Pastellfarbenfabrik untergebracht, welche durch die Holzschleiferei Bingold abgelöst wurde. Diese Firma ließ 1892 ein eisernes Wasserrad samt eisernem Gerinne einsetzen. Auch bis zum Zweiten Weltkrieg wurde das Anwesen mehrfach umgenutzt.. Die Räume wurde an holz- und metallverarbeitendes Gewerbe vermietet. Zu einer geplanten Umwandlung zur Notunterkunft (1941) kam es nicht mehr, da Umbau und Isolierung zu kostspielig waren.

Anwesen Nr. 3 ging 1875 in Besitz des Müllers Johannes Blum über, der die Mühlräder durch breitere und leistungsstärkere ersetzte. Das Gebäude wurde 1876 an den Kammfabrikanten Lauer verkauft, der dort bis ca. 1900 Kämme produzierte.

Die Gebäude Vordere Nägeleinsgasse 1 und 3 und das Haus Hintere Nägeleinsgasse 9 waren im 19. Jh. im Besitz der Müllerfamillie Soergel, die im Haus Nr. 3 eine Schleifmühle betrieb. Gottfried Probst pachtete 1859 den ersten Stock der Mühle und stellte 20 mit Wasserkraft betriebene Kammschneidemaschinen auf. Diese Rationalisierung vervielfältige die Stückzahlen der täglichen Produktion erheblich, was Probsts Konkurrenten natürlich ein Dorn im Auge war. Eine, durch die Kammacher gegründete Gesellschaft zur Anschaffung eigener Maschinen, wurde aber bald wieder aufgelöst.


Die Nutzung und die Besitzverhältnisse aller Gebäude der Nägeleinsmühle wechselten in den Jahren bis zu ihrer Zerstörung 1943 mehrmals. Neben Johann Faber, der jüngere Bruder des Bleistiftfabrikanten Johann Lothar Fabers, waren auch Blum & Döhla, die Präzisions-Apparate-Firma Adolf Finze, die Papyrolin-Fabrik Wassermann auf dem Areal ansässig. Ein Antrag der Firma Wassermann von 1939 für den Abbau der Radstuben wurde mit der Begründung abgelehnt: "weil die Radstuben gerade deshalb von großer Wichtigkeit seien, weil die an sich hässliche Fassade durch Abbruch der vorgelagerten Radstuben noch viel unangenehmer zur Geltung käme." Es folgten Auflagen seitens der Stadt, Fassaden neu zu verputzen und Schieferdächer durch Ziegeldächer zu ersetzen, mit einer "Frist bis Kriegsende". Dazu kam es nicht mehr. Das traditionsreiche Areal fiel am 10. August 1943 dem Bombenhagel zum Opfer.



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Nägeleinsmühle
Nägeleinsmühle (rechts)
Nägeleinsmühle
Nägeleinsmühle (links)


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Text: mw
Fotos: Ansichtskarte, Verlag Louis Glaser, Leipzig
Verwendete Literatur: RIF, SLN

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