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Pulvermühle in Wöhrd

Die Wöhrder Pulvermühle wurde 1532 vom Dinkelsbühler Baumeister Georg Weber erbaut. Die Anlage mit zwei Wasserrädern lag an der heutigen Ecke Bauverein-/Bartholomäusstraße (HausNr. 2).


Da das Vermahlen von Pulver ein höchst explosives Handwerk war, wurden Pulvermühlen außerhalb der Stadtmauern bzw. etwas entfernt der Vororte angesiedelt. Weber erhielt von der Stadt ein günstiges Darlehn über 400 Gulden, musste sich im Gegenzug aber verpflichten in Notzeiten die Anlage in eine Getreidemühle umzuwandeln. Besitzerin der Pulvermühle war die Stadt, die sich durchaus über die Bedeutung einer eigenen Schießpulverproduktion im Klaren war. Um die nahe gelegene Vorstadt Wöhrd zu schützen, wurden Weber Auflagen gemacht. Es durfte kein Pulver über Nacht in dem Anwesen gelagert werden, Feuerschutzmaßnahmen wurden vorgeschrieben, außerdem musste er für eventuelle Schäden bürgen.

Als Betreiber setzte Weber den Pulvermacher Harscher auf die Mühle, der 1540 von seinem Sohn abgelöst wurde. Weber der die Erbgerechtigkeit inne hatte, verkaufte diese 1543 für 995 Gulden an Harschers Sohn. Die Mühlenanlage und die gesamte Vorstadt Wöhrd wurden im zweiten Markgrafen Krieg durch die Nürnberger zerstört. Das Areal wurde geopfert um Albrecht Alcibiades und seinen Truppen keine Möglichkeit zu bieten sich dort zu verschanzen. Den Wert der Ortschaft schätze man auf 80.000 Gulden. Albrecht Harscher musste daraufhin die Anlage 1552 neu aufbauen.

1563 erfolgte ein Besitzerwechsel. Zu dieser Zeit wurde bereits ein Rad als Sägerad betrieben. Pulverhändler Hermann Heher und der Papiermacher Bernhard Buffsky kauften die Pulvermühle und gestalteten sie um. Buffsky baute mit Genehmigung, die Pulver- zu einer Papiermühle um. Heher wiederum funktionierte die Säge 1565 zur Pulvermühle um.

Buffsky starb 1565 hoch verschuldet, sodass das Anwesen 1568 in die Hände von Hans Palm gelangte. Wahrscheinlich widmete sich Palm wieder der Schießpulverproduktion. Jedenfalls wird die gesamte Anlage im 17. Und 18. Jahrhundert immer als Pulvermühle aufgeführt.

Nachdem die Mühle in den Jahren 1610, 1643, 1687, 1703, 1764, 1766 und 1780 explodierte und der Rat an einer eigenen Pulverproduktion festhielt, versuchte man erneut einen Pulvermacher zur Übernahme der Mühle zu finden, was den Anliegern natürlich nicht gefiel. Nach dem Veto der Wöhrder Bürger plante man 1781 die Errichtung einer Kattundruckerei (Kattun, feinfädiges Gewebe aus Baumwolle od. Chemiefasern). Da die Stadt immer noch mit dem Wiederaufbau der Pulvermühle liebäugelte, errichtete die Kattundruckerei ihr Gebäude an anderer Stelle.

Die Mühlenanlage verfiel zusehends und wurde 1788 durch den Apotheker Merkel für 800 Gulden gekauft, der dort ein chemisches Labor einrichtete. Aus einem Bericht des Bauamtes geht hervor warum das Anwesen nicht mehr als Mühle verkauft wurde. Darin heißt es:

"Zu einer Pulvermühle würde dieser, der Vorstadt, und der Straße und dem Leichen-Weg so gar nahe gelegene Platz (...) ohne schwerlich mehr gebraucht werden, sollte aber eine andere Mühle oder ein durch Wasser-Räder zu treibendes Maschinen-Werk dahin gestellt werden, so würden die hirzu unumgängliche Wiederherstellung der dazu gehörigen – durch Kunst und Fleiß gemachten -– dermalen aber dem täglichen Zusammenfallen unterworfenen Insul leichtlich bey 3000 Gulden erfordern, welche das Publicum nicht wird übernehmen wollen, ein neuer Käuffer aber um so weniger würde übernehmen können."


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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: RIF, SLN

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