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Die Sandmühle

(Auch: Mühle am Sand, Drahtziehermühle)

Die Sandmühle lag am Nordufer der Pegnitz gegenüber der "Kleinen Insel Schütt". Nachdem die Mühle seit 1330 zum Katharinenkloster gehörte ging sie 1431 in städtischen Besitz über. Schon im 14. Jh. besaß sie 18 Mühlräder zum Mahlen von Getreide und zur Tuch- und Lederbearbeitung.


Unter Federführung der Familie Gwichtmacher wurde in der Sandmühle zwischen 1402-1415 der mechanische Drahtzug mittels Wasserkraft erfunden und durch Experimentieren zur "Marktreife" gebracht. Die bisherige Methode des Drahtziehens durch Muskelkraft wurde also grundlegend revolutioniert und Nürnberg wurde zum führenden Ort der Drahtherstellung. Der so gewonnene Grobdraht diente als Rohmaterial zur Herstellung von Nadeln, Nägeln, Ketten und Bürsten.
Der mechanische Drahtzug, also die Herstellung von grobem Draht mittels Wasserkraft blieb bis 1510 ein streng gehütetes Geheimnis der Nürnberger Handwerkszunft. In diesem Jahr durfte die Augsburger Firma Hochstätter, unterstützt durch Kaiser Maximilian I., erstmals Drahtzieher aus Nürnberg anwerben (bzw. Nürnberg musste seine Drahtzieher ziehen lassen). Dies war der Beginn einer raschen Verbreitung dieser Nürnberger Erfindung in ganz Mitteleuropa.

Als Synonym für den Erfindungs- und Ideenreichtum der Nürnberger Kaufleute, Erfinder, Künstler und Handwerker, sowie deren innovatives Handeln, gilt seit dem späten Mittelalter der Begriff "Nürnberger Witz".

Im März 1445 wurde die Sandmühle/Drahtziehermühle durch ein Pegnitzhochwasser schwer beschädigt, war aber bis ins 18. Jh., trotz der seit 1618 nur noch verblieben acht Räder, immer noch die größte städtische Getreidemühle. In ihr wurde auch das Malz für die Nürnberger Bierbrauer gebrochen. Im Jahr 1707 wurde noch eine Brasilholzstossmühle in Betrieb genommen die Brasilholz für die Farbenherstellung pulverisierte.

Die Sandmühle hielt sich, wie manch andere Nürnberger Mühle auch, bis hinein in das frühe 20. Jh. Allerdings waren bis zu dieser Zeit die Nutzungen der Betriebsstätte sehr unterschiedlich. Gegen Ende des 19. Jh. wurde die Wasserkraft zum Betrieb einer mechanischen Werkstatt in der Hinteren Fischergasse 3 genutzt. Zur Kunstmühle automatisiert, wurden später dann auch Teigwaren und Oblaten hergestellt. Neben Glasschleifereien wurden, bis zu ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg, auch Schachspiele und Christbäume aus gefärbten Federn gefertigt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel nicht nur die Mühlen-Ruine den Hochwasser-Regulierungsplänen der Pegnitz zum Opfer, auch die "Kleine Insel Schütt" verschwand aus dem Nürnberger Stadtbild. Der im Mittelalter, nördlich angelegte Mühlenkanal, wurde mit Trümmerschutt aufgefüllt. Unter der Überschrift "Die Kleine Insel Schütt wird Festland" war am 12. April 1958 in den Nürnberger Nachrichten zu lesen: "... Der alten Pegnitz wird ein Arm amputiert, denn in diesen Tagen wird der Teil des Flusslaufs zugeschüttet, der jahrelang die Kleine Insel Schütt bildete. ..."

Der heutige Name "Andreij-Sacharow-Platz" der ehemaligen Kleinen Insel Schütt wird dem einstmaligen, innovativen Platz leider nicht gerecht.



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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: DIS, NZS, RIF, SLN

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