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Nürnberg

Der Christkindlesmarkt in Nürnberg

(Früher auch: Kindleinsmarkt, Christkindlasmarkt, Kindleinskräme)

"Berühmtester Weihnachtsmarkt der Welt", "Nürnberg, Deutschlands Weihnachtsstadt Nr. 1". Solche Superlative liegen dem Franken eigentlich gar nicht, die Marketingfachleute aber schwärmen für solche Slogans. Und die Besucherzahlen geben den Werbern recht. Über zwei Millionen Besucher aus aller Welt kommen jährlich, allein in der Vorweihnachtszeit, nach Nürnberg um den Christkindlesmarkt zu besuchen.


Was unterscheidet den Nürnberger Christkindlesmarkt von Weihnachtsmärkten andernorts? Es ist seine einzigartige Atmosphäre, die sich in Worten nur schwer beschreiben lässt. Das "Städtlein aus Holz und Tuch" auf dem Hauptmarkt, direkt im Herzen der Altstadt, muss man erlebt haben. Eingebettet zwischen Schönem Brunnen und Frauenkirche bietet die Budenstadt ein Flair, dass individuell betrachtet, wirklich seinesgleichen sucht.

Vor allem der unbeschreibliche Duft lässt in der Adventszeit vorweihnachtliche Gefühle aufkommen. Es ist eine Mischung aus Nürnberger Bratwürsten, feinen Lebkuchen, frisch gebrannten Mandeln, Glühwein und anderen Leckereien. Besonders am Abend, wenn der weihnachtlich duftende Nürnberger Weihnachtsmarkt im Lichterglanz erstrahlt und es in der Budenstadt glitzert und funkelt, zieht er auch Skeptiker in seinen Bann. Anders als auf anderen Weihnachtsmärkten wird das Angebot an Waren und Essbarem vom Marktamt überwacht und reglementiert – und das ist auch gut so. Im Jahr 2006 ergab sich folgendes Angebotsverhältnis: 25% Weihnachtsartikel, 26% weihnachtliche Back- und Süßwaren, 31% Spielzeug, handwerkliche Erzeugnisse, Bücher etc. 18% Speisen und Getränke. Hähnchenbratereien und Handyzubehör wird man hier vergeblich suchen. Aber war das schon immer so? Ja, bereits im Jahr 1610 ließ die Obrigkeit "unzüchtige Scherzartikel" des Drechslers Jobst Friedrich Entner beschlagnahmen. Dies waren Kästchen, die beim Öffnen "schockierende Dinge" herausspringen ließen. Und im 18. Jh. sollen es die Heringsbrater gewesen sein die vom Markt verbannt wurden weil der Fischgeruch – manche sprechen von Gestank -– nicht so recht in die Vorweihnachtszeit passte.

Die Entstehung des Nürnberger Christkindlesmarkt lässt sich nicht genau bestimmen. Er wird so um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert entstanden sein, wahrscheinlich aber schon früher. Die Historiker sind sich da uneins – es könnte 1530 gewesen sein, mit Sicherheit aber im Jahr 1628. Für 1530, oder früher, gibt es einen Hinweis aus den Briefen des Nürnberger Ratsherren und Humanisten Willibald Pirckheimer (1470 bis 1530), die die Heidelberger Historikerin Helga Scheible bearbeitete und 2001 herausgab, heißt es, die Nonnen aus dem Kloster Bergen nahe Hersbruck – einer Außenstelle des Klosters Neuburg an der Donau – haben im Advent "nach Gewürzen von dem Markt" geschickt. Vermutlich war hier die Rede vom Nürnberger Markt. Mit Sicherheit gab es den Markt im Jahr 1628. Dies ist belegt durch eine Inschrift auf einer Spanschachtel die sich im Besitz des Germanischen Nationalmuseums befindet: "Regina Susanna Harßdörfferin von der Jungfrau Susanna Eleonora Erbsin (oder Elbsin) zum Kindles-Marck überschickt 1628".

Fest steht, dass Kaufleute und Handwerker schon in früheren Jahrhunderten Waren zum "Kindleinsbescheren" auf dem Hauptmarkt anboten. Diese Bescherung fand traditionell am Neujahrstag statt. Der Reformator Martin Luther lässt erstmals 1545 seine Kinder vom "Heiligen Christkind" bescheren, in den Jahren zuvor war es noch der "Heilige Nikolaus". Ob dies einhergeht mit der Verlegung auf den Heiligabend ist nicht überliefert. Fakt ist: Der Nürnberger Patrizier Endres Imhoff datierte in seinem Haushaltsbuch von 1564 seine Ausgaben zum "Kindleinbescheren" auf den 22. Dezember. In den Jahren zuvor war es der 30. oder 31. Dezember. Man geht davon aus, dass sich eine Bescherung am Weihnachtsabend in der "einfachen" Nürnberger Bevölkerung ab 1600 durchgesetzt hatte.

Der Altdorfer Universitätsprofessor Christoph Wagenseil beschrieb 1697 in seiner, in lateinisch gedruckten, zweiten Stadtgeschichte das die Nürnberger Kinder daran glaubten, dass das Christkind selbst seine Weihnachtsgeschenke auf dem Christkindlesmarkt kaufte, sie in eine Schüssel legt, die dann am Weihnachtsmorgen beschert wurde. Es wird auch beschrieben, dass der Lerneifer der Kinder im Dezember besonders hoch gewesen sein soll.

Der Christkindlesmarkt erlebte ein ständiges Auf und Ab. Zeitweise war er (wahrscheinlich) gänzlich aus dem Stadtbild verschwunden. In Glanzzeiten vergangener Jahrhunderte waren 140 Stände (1737) verzeichnet in denen Dockenmacher (Puppenmacher), Bürstenbinder, Goldschmiede, Haubenmacher, Zirkelschmiede und andere Zünfte ihre Waren feilboten. Es ist auch überliefert, dass ein Jahr später 49 von 140 Händlern kein Interesse mehr an dem Markt hatten und ihre Kräme erst gar nicht aufschlugen. Der berühmte Weihnachtsmarkt musste des Öftern auch seinen Standort wechseln. Wegen des zunehmenden Straßenverkehrs wurde das Marktgeschehen 1898 auf die Vordere Insel Schütt verlegt. Auch das Prinzregentenufer, die Räume des alten Verkehrsmuseum in der Norishalle (1923) und der Platz vor dem Gewerbemuseum (1919) dienten als Veranstaltungsort. Erst die Nationalsozialisten holten ihn "nach altem Brauch" wieder auf den Hauptmarkt zurück und verpassten dem Markt ein Eröffnungszeremoniell. Ein Rauschgoldengel spricht, Kinderchöre singen und die Kirchenglocken läuten. Nur die Unformen mochten nicht so recht in das vorweihnachtliche Treiben passen. Der Zweite Weltkrieg bedeutete das vorläufige Aus für die Budenstadt.

Erst in der Wiederaufbauzeit und im ersten Jahr der harten Deutschen Mark errichteten die Nürnberger "ihren Markt" erneut. Dies geschah im Dezember 1948. Es herrschte wieder Zuversicht – das Warenangebot stand der Vorkriegszeit in nichts nach. Christbaumschmuck, Bratwürste, Lebkuchen, Rauschgoldengel, Früchtebrot, Glühwein wurden kredenzt als wäre nichts geschehen. Nicht zu vergessen die "Zwetschgenmännla". Diese lustigen Gesellen aus Draht, Zwetschgen (Pflaumen), Nüssen und anderen Bestandteilen – oft als Nürnberger Erfindung gepriesen – gab es in dieser Form auch in anderen Städten. Aber! Der Christkindlesmarkt hat diese Figuren erst berühmt gemacht. Nur eines hat sich beim Neuanfang geändert: Anstatt des Rauschgoldengels stieg ein Christkind auf die Empore der Frauenkirche und lud zu seinem Markte ein.

Bis ins Jahr 1968 rezitierten Schauspielerinnen (Sofie Keeser, bis 1960; Irene Brunner bis 1968) den von Friedrich Bröger (Sohn des Dichters Karl Bröger) verfassten Prologs. Seit 1969 wird das Nürnberger Christkind alle zwei Jahre von einer Jury neu gewählt. Der angestammte Eröffnungstag – der Barbaratag, am 4. Dezember – wurde 1973 durch die Stadt Nürnberg auf den ersten Freitag vor dem 1. Advent vorverlegt.

Trotz der vielen Auf und Abs, der Christkindlesmarkt hat nach ein paar schwächeren Jahren wieder Aufwind. Auch wenn man heute, gerade an Wochenenden, nicht einfach über den Markt schlendern kann, sondern eher von der Masse geschoben wird, tut dies dem "Markt aller Märkte" keinen Abbruch. Angenehmer ist es freilich, an einem Montag (auch abends) und sogar sonntagabends, wenn die Besucher in ihren Tagesbusen schon wieder auf der Heimreise sind. Aber! Eines ist an allen Tagen gleich – der Zauber, das Flair, die Atmosphäre, der unnachahmliche Duft! Und wie heißt es so treffend am Ende des Christkind-Prologs:

Ihr Herrn und Frau´n, die Ihr einst Kinder wart,
Seid es heut´ wieder, freut Euch in ihrer Art.
Das Christkind lädt zu seinem Markte ein,
Und wer da kommt, der soll willkommen sein.


Termin 2013
29. November bis 24. Dezember 2013

Die Öffnungszeiten für 2013 wurden für Werktage und Wochenenden vereinheitlicht
Montag bis Sonntag: 10.00 bis 21.00 Uhr
Heiliger Abend (24. Dezember) 10.00 - 14.00 Uhr

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Christkindlesmarkt Nürnberg
Christkindlesmarkt Nürnberg
Christkindlesmarkt Nürnberg
Santa Claus
Christbaumschmuck
Christbaumschmuck
Christbaumschmuck
...
Weihnachten
Engelschor
Weihnachtsstadt
Weihnachtsstadt
Weihnachtsmarkt Nürnberg
Gruß v. Nürnberger Christkindlesmarkt
Christkind
Nürnberger Christkind
Zwetschgenmännla
Zwetschgenmännla
Früchtebrot
Früchtebrot
Eisenbahn
Eisenbahn
Krippe
Krippe
Zwetschgenmännla
Zwetschgenmännla
Weihnachtsengel
Christbaumschmuck
Christkindlesmarkt
Christkindlesmarkt von oben
Zwetschgenmännle
Lichterglanz
Zwetschgenmännle
Weihnachtskrippe


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Text: mw
Fotos: mw; Congress- und Tourismus-Zentrale Nürnberg (Uli Kowatsch, Christine Dierenbach)
Verwendete Literatur: DNA, DNC, Stadt Nürnberg Presse- und Informationsamt

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