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Nürnberg

Erste Bayerische Motor-Omnibuslinien-Gesellschaft m.b.H

Ludwig Maurer, Firmengründer Nürnbergs erster und einziger Automobilfabrik (Maurer-Union), beschränkte sich nicht nur auf die Konstruktion und den Bau von Fahrzeugen, er gründete auch die "Erste Bayerische Motor-Omnibuslinien-Gesellschaft m.b.H.", die am 19. März 1903 im Handelsregister eingetragen wurde. Gegenstand des Unternehmens war die Einrichtung von Omnibusverbindungen und der Verleih von Motorwagen.


Als Geschäftsführer wurden Ludwig Maurer und Betriebsingenieur Hermann Schell der Jüngere eingesetzt. Das Stammkapital betrug 25.000 Mark. Maurer-Union als Gesellschafterin leistete ihre Stammeinlage in Höhe von 20.000 Mark durch Einbringung von drei Motoromnibussen. Im Vorfeld der Inbetriebnahme rührte die Gesellschaft kräftig die Werbetrommel. In einer Anzeige heißt es:

"Der Siegeslauf des Automobils ist nicht zu hemmen, es bricht sich auch dort seinen Weg, wo sich ihm Hindernisse entgegenstellen. Heroldsberg, ein uralter Marktflecken mit einigen alten Schlössern, dicht bevölkert, mitten im Reichswald herrlich gelegen, 11 km entfernt von Nürnberg, ist ein ungemein beliebter Ausflugsort der Nürnberger. (...) Kein Wunder, dass nicht allein Nürnberg, sondern auch Heroldsberg schon lange eine Verbindung, die bequemer als bisher, anstrebten, doch stets bergebens. Nun, der Bann ist gebrochen und zwar durch die Erste Bayerische Motor-Omnibus-Gesellschaft m.b.H in Nürnberg. ..."

Lange vor Eröffnung der Gräfenbergbahn (1. Mai 1908) richtete die Gesellschaft die Omnibuslinie Nürnberg-Heroldsberg ein. Am 23. Mai 1903 setzte sich ein Tross von 14 Union-Wagen, darunter drei Omnibusse, in Bewegung um die Strecke zu eröffnen. Die illustre Gästeschar wurde in Heroldsberg begeistert empfangen. Nach vielen Festansprachen, geselligen Beisammensein und einem Imbiss im Gasthaus "Zum Bären" ging es zurück nach Nürnberg. Am nächsten Tag berichtete die lokale Presse:

"Die erste Fahrt mit den Motoromnibussen nach Heroldsberg ist heute Nachmittag vor sich gegangen. Zu derselben Zeit waren verschiedene Vertreter der staatlichen, städtischen und militärischen Behörden erschienen. Der Zug der geschmückten Motorwagen bewegte sich vom Plärrer über den Hallplatz und den Bahnhof nach Heroldsberg in ungefähr 3/4 Stunden. Die verlief ohne jede Störung und bewies, daß mit dieser Omnibusfahrt für das Verkehrswesen Nürnbergs eine wertvolle Bereicherung gewonnen worden ist. Die Motorwagen der ersten Bayerischen Motoromnibus-Gesellschaft, welche die Linie betreibt, sind sämtlich von der Nürnberger Motorfahrzeugefabrik Union geliefert und nach dem bewährten System Maurer ... gebaut."

Zum Fuhrpark der Gesellschaft zählten drei Omnibusse für je 9 bis 11 Personen, sowie ein Tonneauwagen (offener Tourenwagen) für vier Personen. Ein sogenannter Gesellschaftswagen für neun Personen war mit einem 7-PS-Einzylindermotor ausgestattet, der bei voller Besetzung eine Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern erreichte und Steigungen bis zu 15% meisterte. Auch "an Gesellschaften und einzelne Personen werden Motorwagen miethweise auf Stunden, halbe und ganze Tage lt. Tarife abgegeben." Wegen des Erfolgs dieser Verbindung, wurde am 8. November 1903 eine zweite Linie auf derselben Strecke eröffnet, jedoch führte diese jetzt über Heroldsberg bis Eschenau. An Eröffnungstag setzte sich ein Korso aus 26 Automobilen in Bewegung, der in Eschenau begeistert empfangen wurde. Nach den üblichen Ansprachen begab man sich zu Speis und Trank in den Gasthof "Zum Schwan".

Im Dezember 1903 schloss die Erste Bayerische Motor-Omnibus-Gesellschaft einen Vertrag mit der Postverwaltung über die Brief- und Paketbeförderung auf der Strecke Nürnberg-Heroldsberg-Eschenau. Am 1. Januar 1904 wurden die ersten Postsendungen transportiert, allerdings nicht zur Freude aller. Es kam in der Folgezeit zu Beschwerden von Fahrgästen, da diese durch das Postaufkommen nicht befördert werden konnten – Gewicht und Volumen der Sendungen waren für die bis zu 11 Personen fassenden Fahrzeuge zu umfangreich.

Dies sorgte nicht für Missmut bei der Bevölkerung, es schlug sich auch auf das Betriebsergebnis der Gesellschaft nieder. Deshalb kündigte man den Vertrag am 24. Mai 1905 und stellte die Postbeförderung zum 1. Oktober selben Jahres ein. Auch die Omnibus-Gesellschaft wurde per Gesellschafterbeschluss am 22. September 1905 aufgelöst. Zum Liquidator wurde Ludwig Maurer bestellt, der die Linie noch bis 1906 aufrecht hielt. Nürnbergs Automobilpionier erkannte wahrscheinlich auch die zukünftige Konkurrenz durch die Eisenbahn. Prinz Luitpold hatte bereits 1904 den Bau der Gräfenbergbahn genehmigt – der Baubeginn erfolgte im selben Jahr. Allerdings wurde die Gesamtstrecke erst am 1. Mai 1908 eröffnet.


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Text: mw
Fotos: Archiv der Familie Maurer. Reproduktionen mit freundlicher Genehmigung von Herrn Hans Maurer.
Verwendete Literatur: MAU

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