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Nürnberg

Nürnberg in der Literatur vergangener Jahrhunderte

Überwiegend positiv beschrieben Künstler, Schriftsteller und Gelehrte die einstige Reichsstadt Nürnberg. Es gab aber auch Kritiker wie W. A. Mozart, Ernst Moritz Arndt oder Hermann Hesse, bedingt durch Besuchsjahr bzw. der aktuellen Situation in der alten Noris. "Des deutschen Reiches Schatzkästlein" erlebte nach der "Romantischen Entdeckung" eine erneute Blütezeit, nachdem es bis Ende des 18. Jahrhunderts als düster und hässlich galt. Sogar König Ludwig I. war ein Verehrer der mittelalterlich-romantischen Stadt, wie Sie in den folgenden Literaturfunden nachlesen können. Schon Nürnbergs berühmter Sohn, Hans Sachs, huldigte seine Heimatstadt lange vor der "Romantischen Entdeckung".


Hans Sachs, 1530
"Da sprach ich zu dem persifand:
Sag an! Wie ist die stat genandt,
Die unden liegt an disem berg?
Er sprach: Sie heisset Nürnberg.
Ich sprach: Wer wondt in dieser stat,
Die so unzalbar heuser hat?
Er sprach: Inn der stat umb und umb
Des volckes ist on zal und sumb,
Ein embsig volck, reich und sehr mechtig.
Gescheyd, geschicket und fürtrechtig.
Ein grosser thayl treybt kauffmanns-handel.
In alle landt hat er sein wandel
Mit specerey aund aller wahr.
Alda ist jarmarckt uber jar
Von aller war, was man begeret.
Der maist thail sich mit hand-werck nert,
Allerley Handwerck ungenandt,
Was ye erfunden menschen-hand."

Martin Luther, 1530
"Nürnberg – das Auge und Ohr Deutschlands!"

Mattheus Dresser, 1581
"So wie Jerusalem der Nabel der Welt ist, so ist Nürnberg der Nabel Deutschlands."

Márton Szepi Csombor, 1618
"Mit seiner Wirtschaft und was die Händler betrifft, findet man Gleichwertiges nur in Amsterdam, Venedig, Genua, London und Lissabon. (...) Es wird gesagt, dass diese Stadt nicht nur der Mittelpunkt Deutschlands, sondern auch der Mittelpunkt ganz Europas ist."

Joh. Alexander Boener, 1702
"Es ist gewiß und ohnzweiffentlich, das die des Heil. R. Reichs freye Stadt Nürnberg, als ein herrlicher Mittel-Punct Teutschlands, und dann auch des Edlen Hochlöbl. Fränckischen Craises, schöner Aug-Appfel mit allen Recht, billig zu nennen und zu rühmen sey.

(...) Es ist aber mehr als zu wohl bekandt, daß diese herrliche Stadt an dem so genannten Pegnitz-Fluß, auf einem, ob zwar sandigtem, jedoch sonders-verwunderlich-fruchtbaren Boden gelegen. Auch ist selbige auf etlichen Hügeln oder Höhen erbauet zu sehen. Ueberdas, sind auch die Kunst-Wercke ihrer Einwohnere, als sonderlicher Künstlere, bey nahe durch die gantze Welt, und alle König-Reiche, bereits höchst lob-würdig bekannr und ruchbar worden."

Johann Heinrich Tischbein, 1779
"Es ist fast kein Kind in der kultivierten Welt, das nicht mit Nürnberger Spielwerk tändelte und sich darüber freute; wie viel fehlt einer Stadt, worin kein Nürnberger Laden ist!"

Friedrich Nicolai, ca. 1781
"Nürnberg selbst hat, wenn man des Weges von Erlangen einfährt, ein großes Ansehen, wenn sie mit ihrer Burg, ihren Kirchen und Thorthürmen, ihren Gartenhäusern und Vorstädtezierrathen in ihrer ganzen Weite vor dem Auge da liegt, und dieser Eindruck wird nicht getäuscht wenn man einfährt; alles wimmelt da und lebt und webt, und die Häuserdringen sich an einander in die Wolken empor, als könnten sie sonst die Menschen nicht fassen, welche Fleiß und Thätigkeit darin zusammengehäuft haben ..."

Christoph Friedrich Rinck, 1783
"Ich bestieg einen Thurm, er war sehr hoch, und mir angenehm, von demselben die ganze Stadt übersehen zu können: sie sieht viel schöner aus als Basel, oder Straßburg, ist regelmäßiger, die Gassen mehr gerad und weit von einander, alles ist neuer und schöner."

W. A. Mozart, 1790
"Zu Nürnberg haben wir gefrühstückt – eine häßliche Stadt"

Joh. Wolfgang von Goethe, 1790
"Nürnberg hab ich diesmal infaustis omnibus gesehen und der böse Eindruck hat mich weg gejagt."

Georg Friedrich Rebmann, 1793
"Die Veste ist unansehnlich, winklicht, alt. Die alten Kayser, welche dies Gebäude bewohnten, müssen sehr genügsam gewesen seyn. Ein mittelmäßiger Privatmann hat heut zu Tage bessere Zimmer."

"... Am sichtlichsten ist diese politische Auszehrung in Nürnberg, seitdem die fleißigen, arbeitsamen Nürnberger schuldig seien, zwei Drittel ihrer jährlichen Einfünfte zum Mästen einiger faulenzenden Familien herzugeben, die in Zeiten der finsteren Barbarei sich dieses Rechts angemaßt haben; daß diese Blutegel nach eigenem Gefallen die Summe des jährlichen verfassungsmäßigen Raubs, den sie beziehen, zu erhöhen berechtigt seien, ohne den Grund dieser Erhöhung oder die Verwendung desselben irgend jemand berechnen oder die Bürger um ihre Einwilligung fragen zu müssen. Wenn noch jemand in dem Wahn steht, der gemeine Mann sei zum Murren, zur Empörung, zur Unruhe geneigt, der komme nach Nürnberg, sehe und schweige."

Friedrich Hölderlin, 1794
"Die vergnügteste Zeit meiner Reise hatt ich in Nürnberg ... Nürnberg ist ein ehrenwürdiger Ort mit seinen gotischen Palästen und emsigen Einwohnern und liegt recht freundlich da auf der weiten Ebene, die rings mit Tannenwäldern bekränzt ist."

Wilhelm Heinrich Wackenroder, 1796
"Nürnberg! Du vormals weltberühmte Stadt! Wie gerne durchwanderte ich deine krummen Gassen; mit welcher kindlichen Liebe betrachtete ich deine altväterlichen Häuser und Kirchen, denen die feste Spur von unserer alten väterlichen Kunst eingedrückt ist! (...) Wie oft ist sie (die Stadt) in meinen Gedanken wieder von neuem vor mir hervorgegangen, wenn ich in deinen ehrwürdigen Büchersälen, Nürnberg, in einem engen Winkel, beym Dämmerlicht der kleinen, rundscheibigen Fenster saß, und über den Folianten des wackern Hans Sachs oder über anderem alten, gelben, wurmgefressenen Papier brütete; – oder wenn ich unter den kühlen Gewölben deiner düstern Kirchen wandelte, wo der Tag durch buntbemahlte Fenster all das Bildwerk und die Mahlereyen der alten Zeit wunderbar beleuchtet!"

F. Ph. Wilmsen, 1796
"Ein Spaziergang durch die Stadt ist mit körperlicher und geistiger Beschwerde verbunden, denn man hat unaufhörlich den Anblick der abscheulichsten Häuser, mit vierfachen Gallerien, mit großen Figuren in Erz und Stein geschmückt, mit den abscheulichsten Mahlereien geziert, und mit Erkern versehen, an denen das Schnitzwerk bis zur Ueppigkeit angebracht ist. (...) Doch nicht bloß Geistes- sondern auch Leibesstrapaze ist es, in den Straßen Nürnberg umher zu wandeln, denn nicht selten muß man ganz artige Anhöhen erklettern, oder hinabsteigen.


Ludwig Tieck, 1798
"(...) da glänzten die goldenen Knöpfe auf den Thürmen des heiligen Sebald und Laurentius, und röthlich färbte sich der Duft, der ihnen aus den Kornfeldern entgegen stieg."

Jonas Ludwig von Hess, 1798
"Im Verhältniß der Größe, der Volkszahl, und der frühen Civilisation, giebt es gewiß keine sittleriche, bessere und sanftere Menschen-Gattung, als die Bewohner Nürnbergs."

Ernst Moritz Arndt, 1798
"Die Stadt mit ihren Vorstädten gehört unstreitig zu den größten Städten Teuschlands, und hat um ihre Ringmauern, mit Ausschluß der Vorstädte, wenigstens anderthalb Stunden im Umkreise. (...) Die Stadt selbst ist nach alter Art krumm und schief gebaut, und meistens mit engen Gassen. Alle Häuser, auch die neuen, haben etwas Schwerfälliges und beleidigen durch die Erker und vielen Schnörkel das Auge. In den lebhaften Gegenden der Stadt sind sie meistens auch zu fünf Stock hinaufgebaut. Dagegen findet man nach den östlichen und südlichen Mauern hinaus ganz erbärmliche Hütten und Schmutzwinkel, und öde und menschenleere Plätze. Das ehedem viel Malerei und Geschmack an heiligen und bunten Geschichten in Nürnberg gewesen ist, das beweisen die Vorderseiten mancher Häuser, wo aus Legende ganze Geschichten, seltener aus der profanen Mythologie, zum besten gegeben sind, mit gar zierlichen Inschriften. Dieses einfältige Geklexe entstellt auch oft ganz gute Häuser."

Josef von Eichendorff, 1807
"... früh zeitig angenehm gewekt durch Nachtigallen und schön überrascht beym ersten Blik durchs Fenster von der Schönheit Nürnbergs. Häuser im alten Geschmak aber hoch u. schön u. meist farbig. Die Straßen sind sehr breit und reinlich. Ueberall eine eigne Heiterkeit."

"Darauf eilten wir auf das hiesige Schloß o. Feste das eines der merkwürdigsten Überbleibsel des deutschen Altertums ist. Es hat eine himmlische Lage auf einem Berge neben der Stadt, der vorn mit hohen Bäumen bepflanzt ist, u. ist ganz auf Felsen erbaut u. mit Wällen u. Mauern umgeben."

G. H. Schubert, 1809
"Der berühmte Schmausengarten ist voll alter Statüen und Springbrunnen, beschnittene Gänge und Baumplätze, hat aber doch ganz die Tracht des 17ten oder gar 16ten Jahrhunderts."

Johann Ferdinand Roth, 1813
"Zu den Lustorten der Nürnbergischen Einwohner gehört auch der sogenannte Dutzend-Teich."

Joh. Chr. Xeller, 1814
"Der Blick über die ganze ausgedehnte Stadt mit ihren Kirchen, Türmen, Mauern, Toren und alten Gebäuden und der unübersehbare Horizont mit unzähligen Feldern, Wiesen, Gärten und endlich die freie Gebirgslinie nach dem Fichtelgebirge zu, ist ein Anblick, der einzig ist, und ich kann mir nirgends so sehr die Gegend von Rom vergegenwärtigen als hier auf dem Burghof, den ich so oft besuche."

Friedrich von der Hagen, 1818
"Die schönen gemalten Glasfenster in allen diesen Kirchen sind von wunderbarer Magie und verbreiten eine warme heilige Dämmerung. Die Farbenpracht, wenn die Sonne hindurch scheint ist unbeschreiblich. ..."

J. G. von Quandt, 1819
"Die ganze Stadt kommt mir so alterthümlich wie ein Gedicht aus des Knaben Wunderhorn vor. ..."

W. L. Müller, 1821
"Noch findet man die alten Thürme, welche man in A. Dürers Holzschnitten bewundert, die an Dächern so reichhaltig und wunderbar in einander greiffen, dass sie ein Musikus eine steinerne Simfonie nannte."

Karl Julius Weber, 1826
"Nürnberg ist eine meiner Lieblingsstädte, das alterthümliche und doch so reinliche, das so sehr misshandelte, und doch so gute Nürnberg, das Baiern recht eigentlich erlöset hat; nie verliess ich es ohne Wehmuth ..."

"Die vier Riesentürme wiegen allein hundert andere Türme auf, vor denen ich nie vorübergehen kann, ohne stehenzubleiben und ihnen mein Kompliment zu machen."

"Herrlich sind die beiden altdeutschen Kirchen zu Sankt Lorenz und Sankt Sebaldus, und nie bin ich vor dem Portale der ersteren vorübergegangen, ohne stehenzubleiben. Fast nirgendwo sind die Türme unserer gotischen Kirchen vollendet, hier sind sie es, was mir immer ein Hauptbeweis des hohen Wohlstandes des alten Nürnberg gewesen ist."

Friedrich Campe, 1828
"Welch ein Lichtpunkt war Nürnberg! Diese einzige Stadt hat mehr für Erfindung, Kunst und Wissenschaft gethan, wie ganze Länder."

Meyers Universum, 1837
"Wer noch keine alte Stadt gesehen hat und in die Straßen von Nürnberg tritt, dem breitet sich eine ganz neue wunderliche Welt aus. Wie in einem Guckkasten die bunten Bilderbögen, drehen sich lebhafte Farben, roth, grün, blau, in wunderlichem Gemisch durch einander. Nichts Einerlei, keine Spur von Beschränkung und Vorschrift. (...) Solche Mannigfaltigkeit schützt den Reisenden vor der Langeweile, die ihn so oft anwandelt, wenn er nach der Schnur gebaute Städte unserer Zeit zu beschauen geht, in denen ein Haus und ein Platz dem anderen ähnlich sieht, wie ein Soldatenrock dem anderen."

Max von Schenkendorf, 1837
"Wenn einer Deutschland kennen soll
Und Deutschland lieben soll,
Wird man ihm Nürnberg nennen,
Der edlen Künste voll."

Gustav von Heeringen, 1838
"Nürnberg ... Lieblingstochter der Cäsaren, wir grüssen dich. Es heisst, dass einst Venedig, die Stolze, die Völkerbeherrschende, deine Freundin und Schwester gewesen sei, und man glaubt es, wenn man dich sieht."

König Ludwig I., 1840
Nürnberg, einzig bist auch du zu nennen!
Du, des Mittelalters treues Bild,
Du allein von allen lehrst es kennen,
Das Verlangen wird in dir gestillt

Wie Pompeji zeigt des Römers Leben,
Sich in dir die alte deutsche Zeit;
Wiederum als Gegenwart gegeben
Ist die glänzende Vergangenheit.

Friedrich Hebbel, 1843
"Am anderen Morgen um halb 11 Uhr kam ich in Nürnberg an. Es war schönes Wetter; aber empfindlich kalt. Ich beschloß, mich einen Tag aufzuhalten, und bereue dies jetzt. Eines Rasttags bedurfte ich nicht, um aber eine solche Stadt kennen zu lernen, ist ein Tag zu wenig."

G. H. von Schubert, 1854
"... Die ganze Stadt mit ihren ehrwürdigen Kirchen, ihrem großartig stattlichen Rathhause, ihren prachtvollen Brunnen und anderen zur öffentlichen Schau stehenden Kunstwerken, ja selbst mit ihren einzelnen Häusern, die ohne Unterschied der Größe und Ansehnlichkeit ihres Ranges wie schlichte Bürgersleute neben dem Herrn von hohem Adel in den winklich sich durchlaufenden Straßen nebeneinander stehen, erscheinen in ihrer Gesammtheit als das Werk eines und desselben Baumeisters."

George Elliot
" ... Wie of hatte ich daran gedacht, Nürnberg zu besuchen und mir dabei enge Straßen mit wunderlichen Giebeln vorgestellt! Die Wirklichkeit entsprach überhaupt nicht meiner Vorstellung, sie war zehnmal schöner. Keine düsteren Farben, die alten Kirchen ausgenommen: alles war hell und bunt, jede Fassade hatte eine andere Farbe – zartes Grün oder Ocker oder Rosa oder Lila – immer wieder hervorgehoben durch die Nachbarschaft eines satten Rotbraun. Und die Dächer mit ihren hellroten oder purpurroten Ziegeln gaben immer einen warmen Farbton dazu ..."

Hans Christian Andersen
"Könnt ich malen, so würde ich auf den Markt gehen, mich durch die Menge drängen und den Springbrunnen dort skizzieren; zawr prangt er nicht, wie in alten Tagen, mit reicher Vergoldung, aber die prächtigen Metallfiguren stehen noch da ..."

"Vom Dichterhaus wanderte ich zum Königschlosse, und dieses Gebäude steht in allem mit dem alten Nürnberg in Einklang; ritterliche Pracht außerhalb und traulich drinnen; die Mauern sind so hoch, der Burghof selbst eng, aber die große grüne Linde die hier wächst, hat Duft und Sage, die den Ort heimlich und lieb machen."

"Unter der Burg, in der Straße dicht dabei, liegt ein altes Haus, mit Fachwerk gebaut, aus drei Geschossen bestehend ... Gehen wir nun einige Schritte um die Ecke, und auf dem kleinen Platz steht des Eigentümers kräftiges Bild; das Metall blitzt in der Sonne, es ist Albrecht Dürers Denkmal."

Carl Alexander, Großherzog v. Sachsen-Weimar-Eisenach, 1858
"Nürnberg bleibt eins der merkwürdigsten Monumente die es gibt, denn selten tritt aus der Vergangenheit ein Bild von dieser Ausdehnung, dieser Vollkommenheit und dieser Schönheit der fühlenden Seele entgegen. Ich für meinen Teil kenne nächst Nürnberg nur zwei ähnliche Beispiele: Siena im Toskanischen und Pompeji. Dieses Bild durchgeführt zu sehen bis in die geringsten Einzelheiten, bis an die Ziegel auf dem Dach, bis auf den Griff an der Tür, ist ein Genuß sonderbarer und seltener Art."

Emanuel Geibel, um 1860
"Der nächste Morgen brachte uns nach Nürnberg. Die Stadt hat in ihrer äußeren Erscheinung fast noch ganz den mittelalterlichen Charakter. An den Häusern haben sie fast überall die freundlichen Erker erhalten; die hohen schwarzen Kirchen mit ihren künstlich geschlungenen Steinverzierungen sind Muster gotischer Bauart; rings an der Stadtmauer stehen noch die alten Verteidigungstürme, und über der Stadt auf der Höhe erhebt sich die Burg, in der so oft seit ältester Zeit die deutschen Kaiser gehaust. Abends machte ich einen Spaziergang nach dem Kirchhofe hinaus, wo Albrecht Dürer begraben liegt, den nächsten Morgen besah ich das Schloß mit seinen reichen Kunstschätzen und erfreute mich vom höchsten Wartturme der schönsten Aussicht über die sonnige Ebene mit ihren unzähligen Dörfern. ..."


Adalbert Stifter, 1865
"Nürnberg hat auf mich einen ungeheueren Eindruck gemacht; ich ging nach meiner Ankunft in der Stadt herum, bis es finster wurde und kam völlig berauscht nach Hause. Das ganze Ding war mir wie feenhaft; ich war eine Gestalt auf einem Albrecht Dürerschen Bilde. Nürnberg ist die schönste Stadt, die ich je gesehen habe, sie ist in ihrer Ganzheit ein wahrhaftiges Kunstwerk. Die Zierlichkeit, Heiterkeit und Reinheit dieser mannigfaltigsten Schönheit füllte mich mit den wohltuendsten Empfindungen."

Hermann Hesse, 1927
"(...) Ich sah eine wahrhaft entzückende alte Stadt, reicher als Ulm, origineller als Augsburg, ich sah St. Lorenz und St. Sebald, sah das Rathaus mit dem Hof, wo der Brunnen so unsäglich anmutig steht. Ich sah dies alles, und alles war sehr schön, aber alles war umbaut von einer großen, lieblosen, öden Geschäftsstadt ... (...) Was für schöne, was für entzückende Sachen sah ich in dieser tollen Stadt! (...) Aber es half allles nichts. Ich sah alles nur noch in die Auspuffgase dieser verfluchten Maschinen gehüllt, alles unterwühlt, alles vibrierend von einem Leben, das ich nicht als menschlich, nur als teuflisch empfinden kann, alles bereit zu sterben, bereit zu Staub zu werden, sehnsüchtig nach Einsturz und Untergang, angeekelt von dieser Welt, müde des Dastehens ohne Zweck, des Schönseins ohne Seele. (...) Menschen warum quälet ihr mich denn so, gebt mir doch lieber einen raschen Tod!"

Wilhelm Beckh, vor 1930
Alt-Nürnberg, ruhmreich weit und breit,
In hohem Streben stets die gleiche,
Du Zeuge deutscher Herrlichkeit
Im alten wie im neuen Reiche:
Du Jungfrau-Adler, flugbereit,
Rausch´auf und zeig´ dein Goldgefieder –
Dich liebe ich mit Innigkeit,
Von Jugend auf und immer wieder!

Karl Bröger
Seit tausend Jahren steht unsere Stadt
Wo Arbeit und Fleiß eine Heimat hat.
Sie wurde groß, nicht durch Gnade und Gunst,
allein durch der Schaffenden Wille und Kunst.

Wilhelm Hausenstein, 1935
"Man meint, man wüsste, was Nürnberg ist. Immer wieder aufs neue von einer erregten Bewunderung für diese Stadt ergriffen, von einem gar nicht zu beruhigenden Staunen über ihre durchgebildete Vollkommenheit ..."

Alfred Kerr, 1947
"Nürnberg ... Das war eine Stadt – und es ist eine Schutthalde. Das war gemütlich – bürgerlich -– und es ist ein Grauen. Ein Grauen ohne Tragik; nur noch was Unangenehmes. Eine Ruppigkeit. Eine Hässlichkeit. Eine Trostlosigkeit ... Eine Schutthalde."

Benno Reifenberg, 1950
"... dass diese Stadt wirklich durch Jahrhunderte wie einen fortdauernden Traum ihre Vergangenheit weitergetragen hatte und dass hier eine längst entschwundene Zeit durch die seltsame Leibhaftigkeit ihre Bauten in unsere Epoche hereinragt."

Wilhelm Hausenstein, 1952
"Eine Stadt mit einer starken, geheimen Ordnung, die im Wesen und in der Geschichte verbürgt – sie stellt das bürgerliche Wesen in ausnehmend starker Prägung dar."

Gerhard Pfeiffer, 1953
"Nürnberg ist dem treu geblieben, was sein Bürgertum vorlebte: Verzicht auf blendende Fassade; Schlichtheit der äußeren Erscheinung; nicht mehr scheinen wollen als man ist."

Hermann Kesten, 1965 (nach seiner Rückkehr aus dem Exil)
"Das alte Nürnberg ist verschollen und entschwunden, wie meine Kindheit, meine Jugend ... Als ich gestern bei illusionärem Schein des vollen Mondes durch Nürnbergs Straßen und über seine Plätze und Brücken ging, von denen meist nichts mehr authentisch war als der alte Name, durch diese zärtlich nachgemachte und nur mit halbem Glück restaurierte Altstadt, sah ich wie in einen halb beklemmenden, halb entzückenden Alptraum, besonders wenn ich in den Mond schaute, das alte, unzerstörte Nürnberg wieder, das Nürnberg meiner Kindheit, von dem nur noch hier und da ein Denkmal steht, oder ein Turm, oder wo ein Brunnen rauscht, der nicht immer auf der alten Stelle geblieben ist. (...) Da grüßten mich die wiederhergestellten Kirchen von St. Sebald, von St. Lorenz, die Frauenkirche, die Egydienkirche, die Burg. Da winkten mir die alten Türme, sie waren noch dieselben, aber längst nicht mehr so hoch, wie sie mir in meiner Kindheit vorkamen ..."

Dr. Ulrich Maly, 2007 (derzeitiger Oberbürgermeister der Satdt Nürnberg)
"Das Anlitz der Stadt Nürnberg ist das schöne Gesicht einer alten Frau, nicht das eines jungen Püppchens. Das Leben mit seiner tausendjährigen Geschichte hat Spuren hinterlassen, auch Narben, zum Beispiel aus der Nazizeit. Aber das Gesamtbild, der Charakter, besteht aus ebenmäßigen Zügen und aus Falten. Kann man das vorher lesen oder muss man das erspüren?"


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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: LLF, NAN, NEL, NZS, RDF, SAN, SLN; NN v. 07.07.2007

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