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Nürnberger Tand

"Nürnberger Tand geht durch alle Land". Dieses Synonym stand im 19. Jahrhundert für die in der Noris hergestellten Qualitätsprodukte, insbesondere die der Spielwarenindustrie. Der Begriff "Tand" für eine Ware taucht erstmals im 16. Jh. auf, als das von Hans Ehemann hergestellte Zang- oder Zankeisen (ein Kinderspielzeug), so benannt wird. Laut Otto Barthel (s. Literatur, NHL) bezeichnete man als Tand anfänglich die Messingpfennige, mit welchen die Leute ihre Rechenaufgaben lösten.


Die Reichsstadt Nürnberg verdankte ihren Reichtum dem Fernhandel, der durch die optimale, geographische Lage an den wichtigen Fernhandelstraßen begünstigt wurde. Einziges Manko war eine fehlende, schiffbare Wasserstraße, wie sie andere Handelsstädte vorweisen konnten. Aus dem 15. Jh. ist bereits das Sprichwort "Nürnberger Hand geht durch alle Land" überliefert. Das Hand bezieht sich hierbei auf Handwerkserzeugnisse, insbesondere aus dem Metallgewerbe. Diese "Nürnberger Waren", hauptsächlich Kleinartikel wie Nadeln, Beschläge, Schüsseln, Kannen, Becher, Leuchter, oder auch Pinsel, Knöpfe und Kämme etc., wurden sogar in ferne Länder vertrieben. Solche Produkte wurden auch als Nürnberger Kramwaren bzw. Pfenwert (heute würde man sagen Pfennigartikel) bezeichnet.

Im frühen 15. Jh. wurde Kurfürst Burggraf Friedrich VI. von brandenburgischen Adeligen, spöttisch als "Tand von Nürnberg" bezeichnet. Er muss bei seinen Untertanen nicht sehr beliebt gewesen sein.

Der Reiseschriftsteller Friedrich Nicolai schrieb 1781 über die "Nürnbergischen Waaren": (...) Sie (die Industrie) besteht besonders in Metallarbeiten aller Arten, hauptsächlich in Verfertigung vieles gemeinen Hausgeräthes aus Metallen, einer Menge kleiner künstlicher Arbeiten, und verschiedenes Puppenwerk und Spielzeug für Kinder. (...) Wenn man die Sache ein wenig genauer überlegt, so wird man finden, dass die Nürnbergischen kurzen Waaren Dinge von dem ersten Bedürfnisse sind. Wer seine Industrie hierauf gründet, wird den sichersten Fortgang haben ..."

Exakt 70 Jahre später beschrieb Dr. Friedrich Mayer den Nürnberger Handel etwas pessimistischer: ... der Riß durch die Handelsverbindungen mit Venedig und den Niederlanden und noch so manches Andere lockerte (im Sinne von verschlimmern) auch die Grundlagen des Nürnberger Handels, die später nie wieder so gefestigt werden konnten wie eben zur Zeit seiner höchsten Blüthe im Mittelalter, etwa von 1480-1530." Hier irrte Dr. Mayer. Er konnte 1851 nicht ahnen, dass "Nürnberger Hand" ab der zweiten Hälfte des 19. Jh. eine nie da gewesene Blüte erleben würde. Von einem gesamt-deutschen Export an Spielwaren im Jahr 1913, im Wert von 103,3 Millionen Mark, entfielen allein auf Nürnberg und Fürth ein Drittel dieser Summe. Von 331 existierenden, bayerischen Spielzeugbetrieben zu dieser Zeit, befanden sich 282 im Nürnberger Raum.

Bis ins 19. Jh. hält sich die "Nürnberger Hand" für Handwerkserzeugnisse aus der Pegnitzstadt. Im 17./18. Jahrhundert entwickelt sich parallel der "Nürnberger Tand", nachdem man nach Ehemanns Zankeisen, weiteres Spielzeug so bezeichnete. Erst die florierende, weltweit agierende Spielzeugindustrie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verdrängt die "Hand". Von nun an heißt es nur noch: "Nürnberger Tand geht durch alle Land". Dieser Spruch wurde in dem Gemälde "Kaufmannszug" an der Hausfassade der IHK (Hauptmarkt 25-27) versinnbildlicht.

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Nürnberger Tand
Nürnberger Tand geht
Nürnberger Kaufmannszug an der Hausfassade der IHK Kaufmannszug
durch alle Land


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Text: mw
Fotos: mw
Verwendete Literatur: NEL, NHL, NUM, SLN

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