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Nürnberg

Nürnberger Uhr

Die sogenannte "Nürnberger Uhr" war im Mittelalter eine Zeitrechnung die auch in Regensburg, Schwabach, Windsheim und Rothenburg o. d. T. Anwendung fand. Unterteilt wurde in Tag- und Nachtstunden von Sonnenauf- bzw. Sonnenuntergang.


Es gab also keine gleichmäßige Zeitmessung, weil es ja jahreszeitliche Unterschiede zwischen Tag- und Nachtdauer gibt. Dies hatte zur Folge das man im Winter acht Tag- und 16 Nachtstunden zählte – in Sommermonaten war das Verhältnis umgekehrt. "Em or in die Nacht" bedeutete eine Stunde nach Sonnenuntergang. Diese Zeitangabe konnte im Sommer 21 Uhr und Winter 17 Uhr bedeuten, je nach Sonnenuntergang. Den Sonnenuntergang bezeichnete man als "Garaus", bei dem die Stadttore geschlossen und erst zu Sonnenaufgang wieder geöffnet wurden. Angekündigt wurde der "Garaus" durch die Türmer, die in ein Horn bliesen. Jean Paul schrieb dazu 1798:

"... ich vergas und überhörte den Garaus – dan die blasenden Hörner auf den Thoren, welche die Sperre verkündigten – und mit Mühe vernahm ich die Feierglokke um neun Uhr." Jean Paul fand trotz Karte das "Hallerthürlein" nicht durch das er einreisen wollte und musste wahrscheinlich außerhalb der Stadtmauern nächtigen.

Da kein mechanisches Uhrwerk in der Lage war dem entsprechenden Tag-/Nachtrhythmus zu folgen, musste die Zeit durch Turmwächter angeschlagen werden, die auf den Kirchtürmen von St. Sebald und St. Lorenz, sowie auf dem Weißen Turm und dem Laufer Schlagturm positioniert waren.

Am treffendsten beschrieb Friedrich Nicolai* 1783 die komplizierte Nürnberger Uhr:

"Zu den Gewohnheiten, welche bloß beybehalten werden, weil sie alt sind, gehört auch die sogenannte große Uhr. Man nennt in Nürnberg die sonst gewöhnliche Art von 1 bis 12 zu schlagen die kleine Uhr, welche auch von verschiedenen Thürmen in der Stadt schlägt. Hingegen von dem Sebald- Lorenz Weißen- und inneren Laufer-Thurme schlägt die große Uhr (...) Sie ist bloß den Reichsstädten Nürnberg, Windsheim und Rothenburg an der Tauber eigen. Die Tagesstunden werden ungefähr vom Aufgange der Sonne bis zum Untergange erzählt, und die Nachtstunden vom Untergang der Sonne bis zum Aufgang. So hat nach der großen Uhr in Nürnberg den 24ten May der Tag 16 Stunden und die Nacht 8 Stunden, und den 25ten Nov. ist es umgekehrt. Dieses beständige Ab- und Zunehmen der Uhr, woraus derselben Ab- und Zuschlagen entsteht, ist etwas höchst unbequemes; ... Gleichwohl werden alle öffentlichen Geschäfte nach der großen Uhr verrichtet."

Die kleine Uhr von der Nicolai schreibt, war die "Halbe Uhr" die seit 1436 bei St. Katharina geschlagen wurde. Es gab also damals schon auch eine "moderne" Zeitrechnung, die den Tag in 2x12 Stunden unterteilte. Die "Große Uhr" auf den Kirch- und Schlagtürmen war bis zum Übergang Nürnbergs an Bayern (1806) in Gebrauch.

*Aus: "Beschreibung einer Reise durch Deutschland und die Schweiz im Jahre 1781".


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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: NEL, NZS, SLN

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