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Nürnberger Witz

Das der Nürnberger bzw. der Franke keine rheinländische Frohnatur ist wissen wir. Was hat es dann mit dem sogenannten "Nürnberger Witz" auf sich? Dieses Synonym bezeichnet den Erfindungsreichtum der ehemaligen Handwerkszünfte und Künstler Nürnbergs, hat also nichts mit witzig oder Spaß zu tun.


Im späten Mittelalter ein bekannter Spruch:

"Hätt ich Venedigs Macht
und Augsburger Pracht
Nürnberger Witz
Straßburger Geschütz
Und Ulmer Geld
So wär ich der reichst in der Welt."

Der Nürnberger Witz begründet sich im Erfindergeist und technischen Einfallsreichtum ortsansässiger Handwerker, Künstler und Erfinder. Zur Verdeutlichung das dieser Spruch seine Berechtigung hat, hier ein paar Fakten: Ulman Stromer war es, der ca. 1390 die erste Papiermühle Deutschlands in Nürnberg betrieb. Auch der mechanische Drahtzug wurde zwischen 1408 und 1415 in der Sandmühle entwickelt und machte die Stadt zum führenden Ort der Drahtherstellung. Der älteste, erhaltene Erdglobus von Martin Behaim entstand zwischen 1492 und 1494 in der Reichsstadt. Nicht zu vergessen das sogenannte "Nürnberger Ei", die erste am Körper zu tragende Uhr, zu der Peter Henlein wichtige Vorarbeit leistete. Auch auf die Qualität der Waren legte man besonderen Wert. So prüfte man amtlich die Messer mit dem Nürnberger N oder Stadtwappen im 16. Jahrhundert. Vereidigte Meister zerbrachen minderwertige Ware vor Ort, sodass sie durch die Handwerker nicht in Umlauf gebracht werden konnten.

Alle Erfindungen wurden damals natürlich vom Rat der Stadt gehütet und bewacht. Die Handwerksordnung aus jener Zeit drohte jedem "Verräter" mit Zuchthausstrafen. Die Rotschmiedsdrechsler beispielsweise durften, wie manch andere Handwerker auch, die Stadt nicht ohne vorherige Erlaubnis verlassen.

Umso verwunderlicher ist es, dass 1783 Friedrich Nicolai eine ziemlich genaue Beschreibung dieses Handwerks liefern konnte.

"... Von den Nürnbergischen Handwerkern und anderen Arbeitern, die wir gesehen haben, will ich hier nur die sogenannte Rothschmiedmühle anführen, die man sonst sehr geheim hält, und die mir aus besonderer Freundschaft gezeigt ward. (...) Der Arbeiter spannt das Stück das er abdrehen will, an eine vertikale Scheibe, woran mit verschiedenen Eisen gedreht wird. Die Vorrichtung ist so gemacht, und dieß halten sie für das eigentliche Geheimniß, daß man mit wenigen Umständen die Scheiben, nebst allem was dazu gehört, von der größten bis zur kleinsten erhöhen und erniedrigen kann, ohne das Wasserrad zu hindern. Es konnten daher sowohl ganz kleine Sachen, z. B. kleine Leuchter oder kleine Glocken, als auch Stücken von zwey oder drey Centnern darauf gedreht werden."

"Nürnberger Tand geht durch alle Land", ein Begriff der im 19. Jh. geformt wurde, galt einerseits als Synonym für den regen Handel der Nürnberger Kaufleute, andererseits für die gute Qualität Nürnberger Erzeugnisse. Die Bleistift-, Spielwaren-, Lebkuchen-, Elektro- und Zweiradindustrie waren Meilensteine in der Stadtgeschichte und prägten maßgeblich die Entwicklung der heutigen Frankenmetropole. Wäre noch zu erwähnen, dass Sigmund Schuckert am 7. Juni 1882 drei Bogenlampen in Betrieb nahm, die den Josephsplatz und einen Teil der Kaiserstraße hell erleuchteten und der Elektropionier damit Deutschlands erste elektrische, dauerhaft betriebene Straßenbeleuchtung installierte. Auch die erste deutsche, mit Dampf betriebene Eisenbahn verkehrte am 7. Dezember 1835 von Nürnberg nach Fürth.

Eine Nürnberger Erfindung aus jüngerer Vergangenheit ist das Tempo-Taschentuch. Oskar Rosenfelder ließ sich den Markennamen "Tempo" schon 1929 beim Reichspatentamt in Berlin schützen. Somit ist der Nürnberger Witz heute weltweit verbreitet ohne dass dem Verbraucher dieses Synonym bekannt ist. Selbst der erste Reißverschluss aus deutscher Produktion stammt aus der Noris und wurde von den Zipp-Werken hergestellt.

Ebenso stammt die erste serienmäßig gefertigte Modelleisenbahn in Spur N aus Nürnberg, 1960 vorgestellt von der Firma Arnold. Auch das heute so beliebte MP3-Format wurde zwischen 1979 und 1992 von der Universität Erlangen-Nürnberg und dem Fraunhofer-Institut für integrierte Schaltungen entwickelt. Und, seit 2008 verkehrt die erste führerlose U-Bahn Deutschlands auf dem örtlichen Streckennetz.

Meisterwerk & Massenware

Vom 16. September bis 25. November 2009 widmete sich eine Ausstellung im Stadtmuseum Fembohaus dem "Nürnberger Witz" – das Motto lautet "Meisterwerk & Massenware". Auf der eigens eingerichteten Website heißt es dazu:

"Der wirtschaftliche Erfolg, der Nürnberg auszeichnete, hat eine solide Basis: eine zentrale Lage innerhalb des europäischen Verkehrsnetzes und eine Konzentration kluger Köpfe. "Nürnberger Witz" ist die wohl kürzeste Charakterisierung einer Fähigkeit, gute Ideen zu wirklichen Markterfolge zu entwickeln. Durch diese Gewitztheit entstanden sowohl einzigartige Meisterwerke als auch Massenware, die ihren wirtschaftlichen Erfolg über hohe Stückzahlen erlangte. ..."

Der "Nürnberger Witz" wurde in dieser Ausstellung anhand von 13 markanten Objekten vom 15. Jh. bis zur Gegenwart veranschaulicht. Weitere Einzelheiten finden Sie unter:
www.nuernbergerwitz.eu


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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: NGG NZS SLN

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