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Nürnberger Rauschgoldengel

Rauschgoldengel gehören zum Nürnberger Christkindlesmarkt wie die Bratwürste, Lebkuchen oder Zwetschgenmännla. Der Größte seiner Art, zumindest in der Noris, hängt alljährlich über der Plobenhofstraße und weist den Besuchern den Weg zu Nürnbergs berühmtem Weihnachtsmarkt.


Der Rauschgoldengel bekam seinen Namen durch das Material aus dem er gefertigt wurde, dem Rausch- oder Flittergold. Bei dessen Herstellung wurde früher Messing von den ortsansässigen Metallschlägern zu hauchdünnem Blättern geschlagen bzw. später auch gewalzt. Wenn man diese zarten Messingfolien berührte, rauschte und knisterte es. Solches Rauschgold wurde auch in Augsburg hergestellt. In Nürnberg gab es ein eigenes Gewerbe für die Fertigung, die sogenannten Flinterleinsschlager. Das Material diente lange Zeit auch als Ersatz für Blattgold.

Der Rauschgoldengel dürfte mutmaßlich im 18. Jahrhundert entstanden sein. Manche Sage rankt sich um den rauschenden Himmelsboten. Der einen Legende nach, hatte ein Nürnberger Handwerker einen Traum. Nachdem seine Tochter verstorben war, und er über deren Tod nicht hinwegkam, erschien sie ihm eines Nachts engelsgleich und goldgewandet. Diese Erscheinung bildete er dann nach und so ward scheinbar der Rauschgoldengel geboren. Eine andere Erzählung berichtet von einem Puppenmacher der von Lyon nach Nürnberg kam und beim Ratsherrn Erasmus Ebner Unterschlupf fand. Als das Kind des Puppenmachers nach einer Krankheit verstarb, fertigte dieser einen Engel der dem Kind ähnelte.

Laut Susanne Goessel-Steinmann lässt sich die älteste Darstellung eines Rauschgoldengels auf das Jahr 1767 datieren. Er ist auf einem Gemälde von Johann Georg Reuss abgebildet, das die Nürnberger Familie Scheidlein zeigt (nachzulesen in dem Buch "Himmlische Boten"). Das Rauschgold und dessen Herstellungsverfahren wurden erstmals 1733 in "Großes Lexikon aller Wissenschaften und Künste" beschrieben.

Der Weihnachtsengel verkörpert auch das Christkind. Wahrscheinlich nach dem Willen Martin Luthers sollte nicht der heilige Nikolaus, sondern das Christkind als Gabensbringer die Kinder beschenken, als Betonung der alleinigen Segenspendung durch Christus.

Rauschgoldengel gab und gibt es in unterschiedlichsten Varianten und Größen. Vor allem die Köpfe können aus Pappmaché, Porzellan, Wachs oder kunstvoll geschnitztem Holz bestehen, was sich natürlich im Preis widerspiegelt. Und, ein echter Nürnberger Rauschgoldengel besitzt keine Arme. Heutzutage besteht das Gewand und die Flügel des Weihnachtsengels nicht mehr aus dem knisternden Rauschgold. Es wurde ab etwa Mitte des 19. Jahrhunderts durch bunt bemaltes Papier, oder mit Stoff beklebter Pappe, später durch Aluminiumfolie ersetzt. Auch ganz edle Exemplare, aus feinsten Materialien, werden in unseren Tagen angeboten und finden ihre Abnehmer.

Im Gegensatz zu Touristen, die ihr Mitbringsel, egal ob vom Christkindlesmarkt oder aus dem (Weihnachts)Kaufhaus, wahrscheinlich auf den heimischen Kamin bzw. Fenstersims stellen, krönen die Franken ihren Christbaum mit einem Rauschgoldengel – dort gehört er nämlich hin.


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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: NGG, NZC, SLN; Nürnberger Nachrichten, 24.12.2009, "Vom Knistern des Rauschgoldengels" v. Andreas Dalberg

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