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Nürnberg

Die Romantische Entdeckung Nürnbergs

"Zu Nürnberg haben wir gefrühstückt – eine häßliche Stadt" schrieb 1790 ein gewisser Wolfgang Amadeus Mozart in seine Aufzeichnungen. Zu dieser Zeit mag seine Aussage vielleicht zutreffend gewesen sein, denn Nürnberg war nach dem Dreißigjährigen Krieg völlig überschuldet und fiel in einen jahrzehntelangen Dornröschenschlaf, aus dem es erst kurz zuvor erwachte, als die erste deutsche Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth fuhr.


Im Frankenland des 18. Jahrhunderts wurde im Stil des Barocks kräftig gebaut. Nürnberg blieb wegen Überschuldung von diesem Trend "verschont". Doch wie kam es zu der romantischen Entdeckung Nürnbergs, galt es doch bis Ende des 18. Jh. als düster und hässlich. Die "Initialzündung" für die Wiederentdeckung mittelalterlichen Flairs verursachten zwei Erlanger Studenten. Wilhelm Heinrich Wackenroder und Ludwig Tieck, beide aus Berlin, interessierten sich sehr für Kunst sowie Geschichte und unternahmen Ausflüge in die nähere Umgebung. Neben Bayreuth und der Fränkischen Schweiz führte ihr Weg 1793 auch nach Nürnberg. Vom mittelalterlichen Charme angetan, verfasste Wackenroder sein 1796 erschienenes Werk "Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders" worin er begeistert die Romantik der mittelalterlichen Stadt beschreibt. So ist zu lesen:

"Nürnberg! Du vormals weltberühmte Stadt! Wie gerne durchwanderte ich deine krummen Gassen; mit welcher kindlichen Liebe betrachtete ich deine altväterlichen Häuser und Kirchen, denen die feste Spur von unserer alten väterlichen Kunst eingedrückt ist! (...) Wie oft ist sie (die Stadt) in meinen Gedanken wieder von neuem vor mir hervorgegangen, wenn ich in deinen ehrwürdigen Büchersälen, Nürnberg, in einem engen Winkel, beym Dämmerlicht der kleinen, rundscheibigen Fenster saß, und über den Folianten des wackern Hans Sachs oder über anderem alten, gelben, wurmgefressenen Papier brütete; – oder wenn ich unter den kühlen Gewölben deiner düstern Kirchen wandelte, wo der Tag durch buntbemahlte Fenster all das Bildwerk und die Mahlereyen der alten Zeit wunderbar beleuchtet!"

So entwickelte sich die Pegnitzstadt nach und nach zu "des deutschen Reiches Schatzkästlein" und zur "deutschesten aller deutschen Städte". Neben Wackenroder "entdeckten" auch andere Künstler jener Zeit die Romantik Nürnbergs, wie etwa Clemens Brentano, Joseph von Eichendorff oder E.T.A Hoffmann. Auch König Ludwig I. von Bayern war ein glühender Verehrer. Er schrieb 1840:

Nürnberg, einzig bist auch du zu nennen!
Du, des Mittelalters treues Bild,
Du allein von allen lehrst es kennen,
Das Verlangen wird in dir gestillt

Wie Pompeji zeigt des Römers Leben,
Sich in dir die alte deutsche Zeit;
Wiederum als Gegenwart gegeben
Ist die glänzende Vergangenheit.

Die Dürerfeier, ein von Münchener Kunstkreisen inszeniertes Fest, bildete 1828 einen Höhepunkt der romantischen Entdeckung. Zahlreiche Künstler und Gelehrte aus ganz Deutschland waren bei dieser Feierlichkeit anwesend. Hauptattraktion war die Grundsteinlegung für das Albrecht-Dürer-Denkmal am 7. April 1828. Weitere Ereignisse waren die Gründung der Albrecht-Dürer-Gesellschaft, sowie die des Germanischen Nationalmuseums durch Hanns Freiherr von Aufseß. Durch Richard Wagners Oper "Die Meistersänger von Nürnberg" wurde die romantische Sicht der Stadt weltweit verbreitet. Maler wie Johann Adam Klein, Johann Christoph Erhard, die Gebrüder Wilder oder Conrad Wießner dokumentierten in dieser Zeit das "neu entdeckte", beschauliche Stadtbild. Diese Werke der Romantiker wurden von der Buchhandlung J. L. Schrag verlegt und trugen so zur Verbreitung des romantischen Nürnbergs bei.

Zu dieser Zeit gab es noch das berühmte Nürnberger Bratwurstglöcklein nahe der Sebalduskirche, welches beliebter Anziehungspunkt für Touristen war. Ein Besuch dieser berühmten Wirtschaft war Pflicht bei allen "Stadtentdeckern". Bis zur Machtergreifung durch die Nationalsozialisten und der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg galt die Stadt als Inbegriff des Mittelalters. Das die Frankenmetropole heute wieder beliebtes Touristenziel ist und vor allem in der Sebalder Stadthälfte ein mittelalterliches Flair vermittelt, verdanken wir dem umsichtigen, geschichtsbewussten Handeln der Stadtspitze in der Wiederaufbauzeit.

Die Schönheit Nürnbergs in der Literatur des 18., 19. und 20. Jahrhunderts

Christoph Friedrich Rinck, 1783
"Sie sieht viel schöner aus als Basel, oder Straßburg, ist regelmäßiger, die Gassen mehr gerad und weit von einander, alles ist neuer und schöner."

Friedrich Hölderlin, 1794
"Die vergnügteste Zeit meiner Reise hatt ich in Nürnberg."

Ludwig Tieck, 1798
"(...) da glänzten die goldenen Knöpfe auf den Thürmen des heiligen Sebald und Laurentius, und röthlich färbte sich der Duft, der ihnen aus den Kornfeldern entgegen stieg."

Jonas Ludwig von Hess, 1798
"Im Verhältniß der Größe, der Volkszahl, und der frühen Civilisation, giebt es gewiß keine sittleriche, bessere und sanftere Menschen-Gattung, als die Bewohner Nürnbergs."

Josef von Eichendorff, 1807
"... früh zeitig angenehm gewekt durch Nachtigallen und schön überrascht beym ersten Blik durchs Fenster von der Schönheit Nürnbergs."

G. H. Schubert, 1809
"Der berühmte Schmausengarten ist voll alter Statüen und Springbrunnen, beschnittene Gänge und Baumplätze, hat aber doch ganz die Tracht des 17ten oder gar 16ten Jahrhunderts."

Johann Ferdinand Roth, 1813
"Zu den Lustorten der Nürnbergischen Einwohner gehört auch der sogenannte Dutzend-Teich."

Friedrich von der Hagen, 1818
"Die schönen gemalten Glasfenster in allen diesen Kirchen sind von wunderbarer Magie und verbreiten eine warme heilige Dämmerung. Die Farbenpracht, wenn die Sonne hindurch scheint ist unbeschreiblich. ..."

J. G. von Quandt, 1819
"Die ganze Stadt kommt mir so alterthümlich wie ein Gedicht aus des Knaben Wunderhorn vor. ..."

W. L. Müller, 1821
"Noch findet man die alten Thürme, welche man in A. Dürers Holzschnitten bewundert, die an Dächern so reichhaltig und wunderbar in einander greiffen, dass sie ein Musikus eine steinerne Simfonie nannte."

Karl Julius Weber, 1826
"Nürnberg ist eine meiner Lieblingsstädte, das alterthümliche und doch so reinliche, das so sehr misshandelte, und doch so gute Nürnberg, das Baiern recht eigentlich erlöset hat; nie verliess ich es ohne Wehmuth ..."

Meyers Universum, 1837
"Wer noch keine alte Stadt gesehen hat und in die Straßen von Nürnberg tritt, dem breitet sich eine ganz neue wunderliche Welt aus. Wie in einem Guckkasten die bunten Bilderbögen, drehen sich lebhafte Farben, roth, grün, blau, in wunderlichem Gemisch durch einander."

Max von Schenkendorf, 1837
"Wenn einer Deutschland kennen soll
Und Deutschland lieben soll,
Wird man ihm Nürnberg nennen,
Der edlen Künste voll."

Gustav von Heeringen, 1838
"Nürnberg ... Lieblingstochter der Cäsaren, wir grüssen dich. Es heisst, dass einst Venedig, die Stolze, die Völkerbeherrschende, deine Freundin und Schwester gewesen sei, und man glaubt es, wenn man dich sieht."

Friedrich Hebbel, 1843
"Am anderen Morgen um halb 11 Uhr kam ich in Nürnberg an. Es war schönes Wetter; aber empfindlich kalt. Ich beschloß, mich einen Tag aufzuhalten, und bereue dies jetzt. Eines Rasttags bedurfte ich nicht, um aber eine solche Stadt kennen zu lernen, ist ein Tag zu wenig."

G. H. von Schubert, 1854
"... Die ganze Stadt mit ihren ehrwürdigen Kirchen, ihrem großartig stattlichen Rathhause, ihren prachtvollen Brunnen und anderen zur öffentlichen Schau stehenden Kunstwerken (...) erscheinen in ihrer Gesammtheit als das Werk eines und desselben Baumeisters."

Carl Alexander, Großherzog v. Sachsen-Weimar-Eisenach, 1858
"Nürnberg bleibt eins der merkwürdigsten Monumente, die es gibt, denn selten tritt aus der Vergangenheit ein Bild von dieser Ausdehnung, dieser Vollkommenheit und dieser Schönheit der fühlenden Seele entgegen."

Adalbert Stifter, 1865
"Nürnberg hat auf mich einen ungeheueren Eindruck gemacht; ich ging nach meiner Ankunft in der Stadt herum, bis es finster wurde und kam völlig berauscht nach Hause. (...) Die Zierlichkeit, Heiterkeit und Reinheit dieser mannigfaltigsten Schönheit füllte mich mit den wohltuendsten Empfindungen."

Hermann Hesse, 1927
"(...) Ich sah eine wahrhaft entzückende alte Stadt, reicher als Ulm, origineller als Augsburg, ich sah St. Lorenz und St. Sebald, sah das Rathaus mit dem Hof, wo der Brunnen so unsäglich anmutig steht. Ich sah dies alles, und alles war sehr schön, aber alles war umbaut von einer großen, lieblosen, öden Geschäftsstadt ... (...) Was für schöne, was für entzückende Sachen sah ich in dieser tollen Stadt! ..."

Wilhelm Hausenstein, 1935
"Man meint, man wüsste, was Nürnberg ist. Immer wieder aufs neue von einer erregten Bewunderung für diese Stadt ergriffen, von einem gar nicht zu beruhigenden Staunen über ihre durchgebildete Vollkommenheit ..."

Benno Reifenberg, 1950
"... dass diese Stadt wirklich durch Jahrhunderte wie einen fortdauernden Traum ihre Vergangenheit weitergetragen hatte und dass hier eine längst entschwundene Zeit durch die seltsame Leibhaftigkeit ihre Bauten in unsere Epoche hereinragt."


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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: NEL, NGG, NZS, SLN

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