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Nürnberg

Spielwarenmesse International Toy Fair Nürnberg

Bevor in Nürnberg die erste Spielwarenmesse stattfand, war Leipzig der Messeort der Spielwarenindustrie. Bereits 1949 entstand auf Initiative der ortsansässigen Arbeitsgemeinschaft Spielwarenindustrie die Idee, die Messe nach Nürnberg zu holen. Federführend für diese Bestrebungen waren Hans Mangold (GAMA), Carl Ehmann (Märklin) Ernst Th. Horn (Arbeitsgemeinschaft Spielzeugindustrie) und Arno Drottboom (VEDES) Da sich die Frankenmetropole seit Ende des 19. Jh. zur Spielzeugstadt Nr. 1 weltweit entwickelt hatte, wurde dieses Bestreben auch von den Spielzeugindustriellen unterstützt.

Ein Blick in die Statistik bestätigt den Standort Nürnberg. Von einem gesamt-deutschen Export an Spielwaren im Jahr 1913, im Wert von 103,3 Millionen Mark, entfielen allein auf Nürnberg und Fürth ein Drittel dieser Summe. Von 331 existierenden, bayerischen Spielzeugbetrieben zu dieser Zeit, befanden sich 282 im Nürnberger Raum. Was lag also näher, als die Fachmesse ins Zentrum der deutschen Spielwarenindustrie zu holen.

Inhaltsübersicht
Die Anfangs- und Aufbaujahre der Spielwarenmesse
Die Spielwarenmesse-Macher gegen die "Auswärtigen" und den Mann mit der Zigarre
Platzprobleme und die Weichenstellung für die Zukunft
Die "Spielwarenmesse International Toy Fair Nürnberg" heute
Enjoy Toy Fair City – Nürnberg spielt mit! (2009)
Anhang
Spielwarenmesse-Daten
Die nächsten Messetermine
Alle Spielwarenmesse-Termine seit 1950



Die Anfangs- und Aufbaujahre der Spielwarenmesse

Im März 1950, dem Jahr des 900-jährigen Stadtjubiläums, fand die erste Deutsche Spielwaren-Fachmesse in Nürnberg statt. Nach heutigen Maßstäben gerechnet, war die Ausstellungsfläche recht bescheiden. Im Wieseler-Haus des Nürnberger Bundes mietete man 1.800 Quadratmeter an, die sich auf drei Stockwerken verteilten. Wegen der großen Nachfrage wurde im Hof noch eine zusätzliche Baracke aufgebaut. Ferner wurde das Gemeindehaus Maxfeld angemietet, welches später komplett von der Firma Lego belegt wurde. Auch das Gewerbemuseum der Stadt Nürnberg diente 1950 (ein einziges Mal) als Ausstellungshalle. Weitere 130 Quadratmeter fand man im Saal der Gaststätte Löbleinsgarten am Berliner Ring.

In den Folgejahren wurde das Wieseler-Haus an der Schoppershofstraße 82-84 mehrfach erweitert. 1951 kam der vierte Stock hinzu und vergrößerte die Ausstellungsfläche auf 5.600 qm, zwei Jahre später erfolgte ein fünfstöckiger Anbau mit weiteren 2.000 Quadratmetern. Doch all diese Erweiterungen wurden der aufstrebenden Spielwarenmesse nicht gerecht. Eine eigene Messehalle mit 3.200 Quadratmetern konnte zur Messe 1953 eröffnet werden. Voran getrieben hatte dies Fritz Drescher (erster Geschäftsführer der Messe), mit der 1952 gegründeten Messehallen GmbH, die sich für den räumlichen Ausbau der Spielwarenmesse engagierte. Getragen wurde diese Gesellschaft (Stammkapital 22.000 DM) zu 6/11 von der Spielwarenmesse, die restlichen 5/11 übernahm die Stadt Nürnberg.

Alle Zeichen standen in der Wirtschaftswunderzeit auf Expansion. 1956 konnte man bereits das neue, über 3 Millionen Mark teure Messehaus mit vier Stockwerken à 1.8000 Quadratmeter beziehen. Doch auch dieser Neubau konnte den steigenden Platzbedarf nicht befriedigen. Im selben Jahr musste das sogenannte Rot-Kreuz-Haus am Berliner Platz zugemietet werden, um österreichischen Firmen Platz zu bieten. Die Rot-Kreuz-Schwestern mussten zu dieser Zeit sogar auf ihren Speise- und Lehrsaal verzichten. Auf diese Räumlichkeiten wurde aus Platzmangel nochmals von 1964 bis 1969 zurückgegriffen. Auch der nahe gelegene Stadtpark-Saal diente der Spielwarenmesse von 1959 bis 1968 als Ausstellungsfläche.

Benannt nach dem ersten Aufsichtsratsvorsitzenden der Spielwarenmesse, konnte man 1962 das Max-Scheerer-Haus mit 10.000 Quadratmetern Bruttoausstellungsfläche in Betrieb nehmen, gefolgt vom Europa-Haus mit weiteren 5.200 Quadratmetern, welches 1966 bezogen werden konnte. Allein dieser Bauabschnitt verschlang 8.893.947 DM. Diese immense Summe führte dazu, dass die Spielwarenmesse ihre Mehrheit an der Messehallen GmbH, "schweren Herzens" so Drescher, aufgab. Das Stammkapital der Gesellschaft wurde auf 6.300.000 DM erhöht, wovon die Stadt zwei, die Spielwarenmesse ein Drittel übernahm.


Die Spielwarenmesse-Macher gegen die "Auswärtigen" und den Mann mit der Zigarre

Bis 1957 bezeichnete man die heutige Weltleitmesse in Sachen Spielzeug als "Deutsche Spielwaren Fachmesse". Die Messeverantwortlichen weigerten sich, ihre Veranstaltung auch für ausländische Aussteller zu öffnen. Man begründete dies mit Platznot und überhaupt sei die Messe schließlich von der deutschen Industrie ins Leben gerufen worden, um den Spielwarenexport zu stärken. Ausländische Einkäufer sah man hingegen gern, sie hatten anfangs sogar kostenlosen Zutritt. Da es damals noch keine Konkurrenz-Messe in Europa gab, zog es ausländische Spielzeugproduzenten zum jeweiligen Termin der Spielwarenmesse in die Frankenmetropole, wo sie ihre eigene "Messe" abhielten. In Hotels und Sälen richteten sie ihre "Showrooms" ein, wie es heute neudeutsch heißt. Dies war der Spielwarenmesse Nürnberg eG natürlich ein Dorn im Auge. Sie wollten verhindern, dass sich nichtdeutsche Hersteller an ihren guten Ruf/Namen anhängen. In einem Musterprozess wurden angestrebt solche "ausländischen Ausstellungen" zu unterbinden, allerdings vergeblich. Nur wenn die internationalen Anbieter in ihrer Werbung Bezug auf die Leitschau nahmen, konnte die Spielwarenmesse Veto einlegen.

Diese sture Haltung gegenüber nichtdeutschen Anbietern missfiel auch dem Wirtschaftsministerium, dass seit 1955 eine Internationalisierung forderte. Selbst ein aus Bonn gestelltes Ultimatum die Messe bis spätestens 1957 für ausländische Aussteller zu öffnen, lehnte der Aufsichtsrat der Spielwarenmesse am 15. März 1956 einstimmig ab. Bis, ja bis der damalige Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard ein Machtwort sprach. In seiner Eröffnungsrede 1957, teilte der Mann – Markenzeichen: Zigarre – mit: "Ich möchte nächstes Jahr das Wort D E U T S C H E nicht mehr hier sehen", ansonsten müsse man zukünftig auf seine Anwesenheit verzichten. Das saß!

Die Generalversammlung vom 5. Juni 1957 stimmte einer Internationalisierung zu. Bereits 1958 wurden die "Hotelaussteller" offiziell in den Messekatalog aufgenommen. In der Eröffnungsrede der Messe in diesem Jahr resümierte Ludwig Erhard: "Ich glaube ich kann sagen, dass ich der Hauptschuldige an dieser Internationalisierung bin. Aber ich habe das sicher nicht getan, um den deutschen Spielwarenfabrikanten das Leben schwer zu machen, sondern aus der festen Überzeugung, dass es überhaupt für die Zukunft keinen anderen Weg gibt, als den, im Wettbewerb nicht in der Enge zu verharren, sondern ihn so breit wie möglich anzulegen ...". Und damit sollte der damalige Bundeswirtschaftsminister, wie wir heute wissen, Recht haben. Sechzig ausländische Spielzeugaussteller waren auf der "9. Internationalen Spielwarenmesse" präsent. Dies war der Beginn einer internationalen Erfolgsgeschichte.

Selbst 1960 konnten sich einige deutsche Fabrikanten und Spielwarengenossen mit der Internationalisierung noch nicht anfreunden. Einer japanischen Industriedelegation wurde offiziell der Eintritt zur Spielwarenmesse verwehrt. Den Japanern, damals als Nachahmer verteufelt, gelang der Messebesuch nach zähen Verhandlungen dennoch. Durch die Vermittlung des Fachblattes "das spielzeug", unter Mithilfe des Dolmetschers Goro Fujita, damals Professor für Germanistik an der Universität Erlangen, traf man sich zur Aussprache im Haus für Museumsfreunde in Nürnberg. Bei diesem Gespräch taute das Eis zwar mühsam, aber stetig. Es kam sogar zu Agreements und endete in einer Gegeneinladung deutscher Hersteller ins Land der aufgehenden Sonne. Dennoch sollen am nächsten Tag, beim hochoffiziellen Messebesuch der japanischen Gäste, einige Aussteller ihre Stände dicht gemacht haben.


Platzprobleme und die Weichenstellung für die Zukunft

Wie wir jetzt wissen kämpfte die Spielwarenmesse seit ihrer Geburtsstunde mit Platzproblemen. Fritz Drescher (Messegeschäftsführer 1950-1974) schrieb 1974, anlässlich des 25. Messejubiläums: "Wohl keine deutsche Messe hat so um den notwendigen Raum ringen müssen und war zu so vielen Behelfsmaßnahmen gezwungen wie die Spielwarenmesse."

Im Vergleich zu heute sehen die Daten aus der Anfangszeit eher bescheiden aus. Im ersten Nürnberger Messejahr konnten 4.300 Besucher lediglich 350 Aussteller besuchen. Doch die heutige Weltleitmesse in Sachen Spielwaren, entwickelte sich kontinuierlich weiter.

Schon damals stellte sich heraus, dass die von der Stadt Nürnberg und der "Deutschen Spielwarenmesse GmbH" 1952/53 errichtete Messehalle den Anforderungen nicht mehr genügte. Trotz mehrfacher Erweiterungsbauten stieß man im Messezentrum am Stadtpark in den folgenden Jahrzehnten immer wieder an Kapazitätsgrenzen, obwohl die Ausstellungsfläche bis 1970 auf 42.000 qm vergrößert werden konnte. Außerdem waren Freiflächen und Parkplätze nicht in ausreichender Anzahl vorhanden. So begann man bereits in den 1960er Jahren mit den Planungen für einen neuen Messestandort.

Dr. Wilhelm Doni, der damalige Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg, brachte 1969 die Diskussion über ein neues Messezentrum außerhalb des Stadtkerns erneut in Gang. Unterstützt von Oberbürgermeister Dr. Andreas Urschlechter entschied man sich für den Neubau eines Messezentrums an der Münchener Straße. Die geplanten Baukosten wurden mit 100 Millionen DM veranschlagt. Ein Projekt dieser Größenordnung konnte natürlich nicht von der Spielwarenmesse eG allein getragen werden. Und so stieg man aus der Messehallen GmbH aus, ließ allerdings die bisherige Beteiligung in Höhe von 2.350.000 DM als neues Darlehn für zehn Jahre stehen. Ferner wurde ein Mietvertrag für weitere 15 Jahre geschlossen. Hans-Otto Steiff, der damalige Aufsichtsratvorsitzende, erklärte diese Entscheidung folgendermaßen: "Es ist besser, ein guter Mieter zu bleiben als ein schlechter Gesellschafter."

So konnte die Spielwarenmesse 1973 erstmals ihr neues Domizil in Nürnberg-Langwasser beziehen. Stolze 61.000 Quadratmeter standen jetzt als Ausstellungsfläche zu Verfügung. 25.480 Besucher kamen zur ersten Spielwarenmesse im neuen Messezentrum das 1.560 Aussteller beherbergte. Etwas ungewohnt für Aussteller und Einkäufer war anfangs noch der sechseckige Grundriss der Messehallen, nichts desto Trotz erhielt das Gelände das Prädikat "Die Messe der kurzen Wege".

Nürnberg war und ist auf dem besten Weg seinen Ruf als Spielzeugstadt Nr. 1 zu festigen. Stillstand war bei den Messemachern nie ein Thema. Das damals als eines der modernsten deutschen Messegelände geltende Areal, stieß in den Folgejahren immer wieder an seine Grenzen. Um den Platzbedarf zu decken, mussten im östlichen Bereich immer wieder Leichtbauhallen (ca. 11.000 Quadratmeter) aufgebaut werden, die im Messejargon als "Asia-Hallen" bezeichnet wurden. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Die NMA, die Nürnberger Messe- und Ausstellungsgesellschaft, die seit 1974 die Messehallen GmbH ersetzt, baute das Messegelände in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich aus. Zwischen 1974 und 1998 wurden allein DM 250 Millionen investiert um mit der Expansion der Spielwarenmesse International Toy Fair Schritt halten zu können. Auch die Spielwarenmesse eG beteiligte sich mit Baukostenzuschüssen bzw. Darlehen um den Messestandort Nürnberg im (inter)nationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu halten. Und das ist bis jetzt gelungen!


Die "Spielwarenmesse International Toy Fair Nürnberg" heute

Verantwortlich für den Erfolg und die ständige Expansion der Spielwarenmesse, International Toy Fair Nürnberg, ist die genossenschaftlich organisierte Spielwarenmesse eG. Inzwischen hat die Genossenschaft auch ein Auslandsmesseprogramm ins Leben gerufen. Unter dem Titel "World of Toys by Spielwarenmesse eG" werden Gruppenbeteiligungen organisiert, die Firmen bei dem Einstieg in neue Märkte unterstützt. Auch eine eigene Auslandsmesse hat man schon im Portfolio, die "Toys Russia". Doch zurück zur Nürnberger Messe.

Die Weltleitmesse der Spielzeugindustrie zieht jährlich, meist Anfang Februar, über 2.000 Aussteller und zehntausende Fachbesucher in die Noris und ist somit auch ein beachtlicher Wirtschaftsfaktor. Außerdem unterstreicht diese Veranstaltung Nürnbergs Image als Weltstadt des Spielzeugs. 2008 wurden auf 160.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche über 1 Mio. Produkte präsentiert, davon 70.000 Neuheiten.

Am besten beschreibt das Vorwort zum Messekatalog 2008 die Fachschau:

[Zitat]
Die Spielwarenmesse International Toy Fair Nürnberg ist die weltweit führende Leitmesse für Spielwaren, Hobby und Freizeit. Die reine Fachmesse schafft eine umfassende Kommunikations- und Order-Plattform für rund 2.700 nationale und internationale Hersteller. Die Neuheiten-Präsentation und der umfassende Branchenüberblick bilden für 80.000 Einkäufer und Fachhändler aus über 100 Nationen einen wertvollen Informationspool für die jährliche Marktorientierung.
[/Zitat]

Das jährliche Messegeschehen wird umrahmt von begleitenden Veranstaltungen, Sonderschauen und Expertenvorträgen. Wie dem oben zitierten Text zu entnehmen ist, handelt es sich bei der Spielwarenmesse um eine reine Fachmesse. Der Zutritt bleibt nur Fachbesuchern, Ausstellern und Medienvertretern vorbehalten. Fast schon so alt wie die Messe ist der Ruf nach einem "Publikumstag". Alle paar Jahre geistern Meldungen durch die Gazetten, dass sich bei der nächsten Messe eventuell an einem Tag die Tore für das breite Publikum öffnen. Bisher eingetreten ist dieser Fall noch nicht – und wird es auch in naher Zukunft wahrscheinlich nicht. Eine Ausnahme gab es 2007. In diesem Jahr wurde die Hallen 4A und 7A (Modelleisenbahnen und -zubehör, bzw. Modellbau, Hobby) für einige Vereine aus diesem Segment geöffnet.

Wer die Spielwarenmesse International Toy Fair Nürnberg schon einmal besucht hat, kann diese Haltung der Aussteller sowie der Spielwarenmesse eG sicher nachvollziehen. Die Messestände sind eben nicht für eine Publikumsmesse konzipiert. Bestrebungen die Stände nach Messeschluss umzurüsten und die Hallen am darauf folgenden Wochenende erneut zu öffnen stießen bei den Ausstellern auf wenig Gegenliebe. Klar, es ist ja nicht nur ein zeitlicher, sondern vor allem ein finanzieller Faktor. Und so bleibt Modelleisenbahnern, Puppenliebhabern oder Bastelfreunden auch in Zukunft nichts anderes übrig, als von einem Händler seines Vertrauens eines der begehrten Tickets "auszuleihen". Selbst bei einem bekannten Internet-Auktionshaus wurden schon Eintrittskarten angeboten, die "Liebhaberpreise" erzielt haben sollen, also weit über dem Preis einer normalen Tageskarte lagen.


"Enjoy Toy Fair City – Nürnberg spielt mit! Jubiläumsmesse 2009

Im letzten Jahr (2009) feierte die Messe ihr 60. Jubiläum, und Nürnberg feierte mit. Zwar gab es keinen heiß ersehnten Publikumstag, dafür konnte man in der Innenstadt etwas Messeluft schnuppern. In der Fußgängerzone standen Show-Trucks verschiedener Hersteller in denen man nicht nur schauen, sondern auch anfassen durfte. Am Freitag und Samstag hielten die Geschäfte ihre Türen bis 22.00 Uhr geöffnet, was nicht nur von den Besuchern aus 110 Ländern gerne genutzt wurde. Unter dem Motto "Enjoy Toy Fair City – Nürnberg spielt mit!" mischten sich auch die Nürnberger in den bunten Besucherstrom. Auf drei Bühnen gab es ein abwechslungsreiches Programm mit musikalischen Darbietungen, Kleinkunst und Theater. Besonders beliebt bei Jung und Alt bzw. Klein und Groß waren die Spielzeugverlosungen und die zur Fastnachtszeit passenden Auftritte der Karnevalsgesellschaften.

Was der damalige Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard anlässlich der Eröffnung der Internationalen Spielwarenmesse 1961 sagte, gilt noch heute: "Die Liebe zum Kleinen macht eine freie Gesellschaft aus. Und sich am Kleinen, an dem Bunten erfreuen zu dürfen, das ist das Bedürfnis freier Menschen. Dazu gehört das Spielzeug."

Daten
1998 Aussteller 2.835, Fachbesucher 53.000
2008 Aussteller 2.676, Fachbesucher 78.816, Journalisten 2.587

Die nächsten Termine der Spielwarenmesse International Toy Fair Nürnberg:
30.01.-04.02.2013
(Messelaufzeit: Mittwoch - Montag)

Alle Spielwarenmesse-Termine seit 1950

2012 01.02.-06.02.
2011 03.02.-08.02.
2010 04.02.-09.02.
2009 05.02.-10.02. (Jubiläumsmesse, 60 Jahre Spielwarenmesse)
2008 07.02.-12.02.
2007 01.02.-06.02.
2006 02.02.-07.02.
2005 10.02.-15.02.
2004 05.02.-10.02.
2003 30.01.-04.02.
2002 31.01.-05.02.
2001 01.02.-06.02.
2000 03.02.-08.02.
1999 04.02.-10.02.
1998 05.02.-11.02.
1997 30.01.-05.02.
1996 01.02.-07.02.
1995 02.02.-08.02.
1994 03.02.-09.02.
1993 04.02.-10.02.
1992 06.02.-12.02.
1991 31.01.-06.02.
1990 08.02.-14.02.
1989 09.02.-15.02.
1988 04.02.-10.02.
1987 05.02.-11.02.
1986 30.01.-05.02.
1985 07.02.-13.02.
1984 02.02.-08.02.
1983 02.02.-09.02.
1982 04.02.-10.02.
1981 05.02.-11.02.
1980 02.02.-08.02.
1979 01.02.-07.02.
1978 09.02.-15.02.
1977 05.02.-11.02.
1976 07.02.-13.02.
1975 01.02.-07.02.
1974 02.02.-08.02.
1973 03.02.-09.02.
1972 05.02.-11.02.
1971 06.02.-12.02.
1970 14.02.-20.02.
1969 08.02.-14.02.
1968 10.02.-16.02.
1967 12.02.-17.02.
1966 13.02.-18.02.
1965 14.02.-19.02.
1964 23.02.-28.02.
1963 10.02.-15.02.
1962 11.02.-16.02.
1961 26.02.-03.03.
1960 03.03.-08.03
1959 22.02.-27.02.
1958 23.02.-28.02.
1957 07.03.-12.03.
1956 26.02.-02.03.
1955 26.02.-04.03.
1954 04.03.-09.03.
1953 08.03.-13.03.
1952 02.03.-07.03.
1951 07.03.-12.03.
1950 12.03.-18.03.


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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: 50JS, SLN, Messekatalog 2008, MKW

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