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Hallerwiese

Die Hallerwiese ist eine der beliebten Grünlagen Nürnbergs. Direkt am rechten Pegnitzufer gelegen, war sie einstmals eine sumpfige Wiese die durch zahlreiche Hochwasser immer wieder überschwemmt wurde. Und seit Mai 2009 hat sie einen neuen Anlaufpunkt, über den mancher Nürnberger die Nase rümpft. Das "Café Schnepperschütz" in einer ehemaligen, öffentlichen Toilettenanlage.


Zum heutigen Stadtteil St. Johannis gehörig, war die Hallerwiese im 14. Jahrhundert im Besitz der Familie Holzschuher. Benannt wurde sie nach einem weiteren Besitzer, dem Patrizier Berthold Haller. Nachdem das Areal 1434 vom Rat der Stadt erworben wurde, pflanzte man mehrere Reihen Linden. Von da an war die Hallerwiese ein Sport-, Spiel-, Fest- und Schützenplatz. Seit 1446 wurden dort aber auch Hinrichtungen durch Ertränken vollstreckt.

In "Norimberga" (übersetzt von Gerhard Fink) beschreibt Konrad Celtis das Treiben auf der Hallerwiese um 1500.
"... Da treffen sich an Feiertagen die jungen Leute und Menschen jeden Alters zur Frühlings- und Sommerzeit wie auf einer öffentlichen Bühne. Die jungen Männer messen sich auf dem Sportplatz im Ringkampf und Weitsprung, im Schleudern von Steinen, Balken und Speeren, erproben ihre Stärke und die Kraft ihrer Glieder und bieten mit unterschiedlichen Beifall dem müßigen Volk ein Schauspiel.
Der Platz ist fünfhundert Fuß lang, aber nicht ganz so breit und mit einer vierfachen Reihe von Bäumen bepflanzt, die zueinander gebührenden Abstand halten. Unter ihnen sprudeln vier wasserreiche Brunnen. Drei von ihnen speien, ein jeder aus vier ehernen Leitungsrohren, das plätschernde Nass in die Höhe und versprühen es gleich einem Regen in stattliche Schalen und Becken aus schön poliertem Stein. ..."

Der in der Mitte der Anlage stehende Armbrustschützenbrunnen erinnert noch an die Nutzung als Schießplatz durch die "Schießgesellschaft St. Johannis", die hier von 1462 bis 1856 ihren Sitz hatte. Der Erinnerungsbrunnen wurde von Leonhard Herzog erbaut und 1904 aufgestellt. Auch eine Hallerwiesen-Kirchweih (1785) gab es einst. Angeblich soll die Szene auf der Festwiese in Richard Wagners "Meistersinger von Nürnberg" (3. Akt) diese Parkanlage zum Schauplatz haben.

Von 1806-1829 war das Areal Exerzierplatz des bayerischen Militärs. Am nordwestlichen Rand der Grünanlage befindet sich die 1899 erbaute Klinik Hallerwiese und die bereits 1876 eröffnete Cnopfsche Kinderklinik. Der Fischweibchenbrunnen, einst für die Klettsche Maschinenfabrik von August v. Kreling entworfen, den man in den 1930er Jahren an die Hallerwiese versetzte, wurde 1967 abgebrochen. Die vier Meter hohe Nymphenfigur wurde von der MAN zurückgekauft und auf dem Firmengelände an der Frankenstraße aufgestellt.

Dr. Friedrich Mayer schreibt in seinem 1849 erschienen Reiseführer "Nürnberg und seine Merkwürdigkeiten" über die Parkanlage: "Der öffentlichen Anlagen Nürnbergs waren noch in der ersten Periode unseres Jahrhunderts sehr wenige. Einige Pappelalleen um die Boulevards, der Judenbühl und die im fünfzehnten Jahre vom Rathe mit Bäumen bepflanzte Hallerwiese, das war Alles, was in dieser Beziehung vorhanden war. Die Anlagen der Hallerwiese sind in neuerer Zeit sehr zweckmäßig erweitert und verschönert worden, und der Brunnen, so wie eine Fontäne, sind schöne Zierden dieses angenehmen Platzes, welcher auch in der schönen Jahreszeit stets besucht ist." (Um welchen Brunnen bzw. Fontäne es sich handelt ist dem Autor nicht bekannt, der Armbrustschützenbrunnen wurde erst 1904 erbaut.)

Früher sehr beliebt war das Gasthaus "Café-Garten", das sich schon vor 1900 am westlichen Ende der Grünanlage, unter der Adresse St.-Johannis-Mühlgasse 25, befand. Über diese Institution schrieb Peter Luginsland in seinem 1967 erschienen Buch "Das war´n halt noch Zeiten" (Bd. 2): "Willst du lieber Leser, ohne weite Wege zurück zu legen, fern vom Geräusch der Fabrik- und Handelsstadt, des Sonntags aber fern vom Fiedeln, Schreien und Kegelschieben ein Stündchen in beschaulicher Ruhe verbringen, so begib Dich in den Café-Garten. Seine Lage ist eine äußerst schöne, einem Theile der Hallerwiese entlang und sein Kaffee von vorzüglicher Qualität. Der Schach-Club hat hier sein Heim aufgeschlagen und finden Freunde des Schachspiels in Folge dessen im Café-Garten stets Partner. Betrübte finden hier Trauernde und Wehklagende finden Leidtragende. Ist es doch ein alter Usus: hat man einen lieben Freund oder sonst Jemanden das letzte Geleit gegeben, so hält man im Café-Garten den Leichentrunk. ..."

In einem Reisführer von 1953 (Nürnberg alt und neu) wird sogar die moderne Randbebauung der Anlage erwähnt. Darin heißt es: "Die Hallerwiese weist auch eine architektonische Sehenswürdigkeit besonderer Art aus der Gegenwart auf. Auf der nördlichen Straßenseite erbaute man nach dem Entwurf des Architekten Dittrich das erste Laubenganghaus in Nürnberg, als überzeugendes Beispiel, wie die moderne Architektur die Bauplastik harmonisch und wirksam zugleich eingliedern kann. ..."

Heute nutzen Spaziergänger, Gassigeher, Jogger und Radfahrer die Wege Hallerwiese für ihre Aktivitäten. Auf den Grünflächen wird gesonnt oder gefaulenzt. Den Café-Garten gibt es freilich längst nicht mehr, dafür hat die Hallerwiese jetzt das eingangs erwähnte Café Schnepperschütz am Ostende der Parkanlage, unterhalb der Hallertorbrücke.


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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: NAN, NOG, NUM, NWG, SLN

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