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Plärrer in Nürnberg

Heute ist der Nürnberger Plärrer vor allem eines: Verkehrsdrehscheibe. Etwas trist und viel umfahren, ist der Platz zwischen Spittlertor- und Frauentorgraben sowie der Südlichen Fürther Straße, nicht gerade ein Lieblingsort der Nürnberger. Dies war früher jedoch anders.


Die Bezeichnung "Plärrer" leitet sich nicht wie oft angenommen von plärren (schreien) ab, sondern von "plarre", was soviel bedeutet wie "freier Platz". Im 19. Jahrhundert fanden dort allerlei Volksbelustigungen statt. So richtet man hier zwischen 1885 und 1887 das Nürnberger Volksfest aus. Auch der Zirkus schlug dort seine Zelte auf, Tierschauen waren ebenso zu Gast wie fliegende Händler mit ihren Schaubuden.

Einen Höhepunkt hatte der Plärrer jedoch schon viel früher. Hier stand seit 1835 der Ludwigsbahnhof als Ausgangspunkt für die Ludwigsbahn, die erste mit Dampf betriebene Eisenbahn Deutschlands. Am 7. Dezember 1835 wurde die Strecke mit Sonderfahrten feierlich eröffnet. Vierzehn Minuten brauchte das dampfende Stahlross für die Fahrt von Nürnberg nach Fürth. Doch der rasche technische Fortschritt brachte Ende des 19. Jh. ein weiteres modernes Verkehrsmittel hervor – die Straßenbahn. 1899 kreuzten sich bereits fünf Straßenbahnlinien am Plärrer. Ein um die Wende zum 20. Jh. errichtetes Wartehäuschen war ein beliebtes Postkartenmotiv.

Für Nostalgiker der Inbegriff des Plärrers schlechthin: Der Plärrer-Automat. Er wurde 1932 nach Entwürfen von Walter Brugmann gebaut und ersetzte das eben beschriebene Wartehäuschen. Es war eine großzügig gestaltete, verglaste Wartehalle mit einer Imbiss-Stube und öffentlichen Telefonapparaten.

Die Nationalsozialisten wollten den Platz umgestalten um den zunehmenden Autoverkehr großzügiger fließen zu lassen. In einem Antrag vom 16.05.1939, gestellt vom nationalsozialistischen Oberbürgermeister Liebel heißt es:

"Dieser Platz war vor der Machtübernahme, zu einer Zeit des geschäftlichen und industriellen Niederganges schon völlig unzureichend. Heute ist er der ungestümen Entwicklung des Verkehrs in keiner Weise mehr gewachsen. Die Platzverhältnisse sind unhaltbar: Zu enge Verkehrswege überschneiden sich mehrere Male. Straßenbehnlinien durchkreuzen den Fern- und Nahverkehr. Der Strom der Kraftwagen und Straßenbahnen stockt. Zu Zeiten geschäftlichen Hochbetriebes wirkt sich der hier unruhig pulsierende Verkehr spürbar und lästig auch auf die kilometerweit entfernten Verkehrszentren rings um den Graben und insbesondere in der Innenstadt aus."

Ferner heißt es in einem Vorentwurf von 1940 zur "Plärrer-Umgestaltung im Rahmen der Neugestaltung der Stadt der Reichsparteitage": "Die Reichsparteitage, die in Nürnberg den Verkehr einer Millionenstadt erzeugen, machen eine großzügige Neuordnung des Verkehrs am Plärrer notwendig. Zugleich soll städtebaulich der Platz zu einem würdigen Vorraum der Altstadt werden."

Wohngebäude hätten dem Vorhaben großflächig weichen müssen, jedoch konnte das Projekt aufgrund der Kriegsereignisse nicht mehr umgesetzt werden. Die Beseitigung der Bauten erledigten dann die Fliegerbomben während den verheerenden Luftangriffen 1944/45.

In der Wiederaufbauphase wurde der Plärrer mit modernen Geschäftshäusern bebaut. Auch das erste Hochhaus Bayerns wurde von 1951 bis 1953 an diesem Platz errichtet. Mit einer Höhe von 56 Metern war es seinerzeit das höchste Bauwerk im Freistaat. Nach wie vor ist der Plärrer ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, der seit den 1980er Jahren auch von der U-Bahn angefahren wird. Ab Mitte 2008 kreuzt dort auch die erste führerlose U-Bahn Deutschlands das Schienennetz. Die korrekte postalische Bezeichnung lautet "Am Plärrer".


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Plärrer-Hochhaus
Plärrer-Hochhaus
Plärrerautomat
Plärrerautomat

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Text: mw
Fotos: Ansichtskarte, Verlag unbekannt
Verwendete Literatur: BAN, SLN

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