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Bing-Werke AG – Ignaz Bing

Die Bingwerke AG (Bezeichnung ab 1919) waren einst die größte Spielwarenfabrik der Welt. Aus einem Handelshaus entwickelte sich in einem beispielslosen Aufstieg ein Unternehmen mit ca. 16.000 Beschäftigten (1923). Bis zur Einstellung der Spielzeugproduktion (1932) während der Weltwirtschaftskrise, umfasste das Sortiment mehrere tausend Artikel.


Ignaz Bing wurde am 29. Januar 1840 als Sohn des jüdischen Färbermeisters Salomon Bing in Memmelsdorf geboren. Nachdem die Familie 1853 nach Gunzenhausen übersiedelt war und sich im Hopfenhandel betätigte, kam Ignaz auf das Handelslehrinstitut in Ansbach. Nach einjähriger Ausbildung absolvierte er ein Volontariat bei der Bank J. E. Westheimer. Weitere Handelskenntnisse eignete sich Ignaz bei Tätigkeiten in Fürth, Wallerstein und Aschaffenburg an.

Zusammen mit seinem Bruder Adolf gründete Ingnaz Bing 1864 ein Geschäft für Band-, Garn- und Kurzwaren. Nachdem die Gebrüder Bing nach Nürnberg übersiedelten mieteten sie 1865 einen kleinen Laden in der Karolinenstraße. Größere Lagerhaltung konnte vermieden werden, da in Nürnberg eine gut entwickelte Heimindustrie ansässig war. Ein entscheidender Schritt der Brüder war die Aufnahme von Metallwaren in ihr Sortiment. Als 1866 preußische Soldaten in Nürnberg einquartierte waren, erlebte das Geschäft einen Aufschwung. Die Soldaten deckten sich in dem Laden mit Zigarrenspitzen und anderen Kleinwaren ein. Daraufhin beschloss man 1868 den Umzug in ein größeres Ladenlokal, in dem ausschließlich Metallwaren angeboten wurden.

Die allgemeine Wirtschaftskrise nach 1873 entgegnete die Firma mit dem Verkauf von Maßen und Gewichten des neu gegründeten Deutschen Reiches, die in Heimarbeit hergestellt wurden. Ein Vertragsabschluss mit der Firma Neufeld bei Kassel über Monopollieferungen machte den Erwerb neuer Geschäftsräume in der Pfannenschmiedsgasse und Marienstraße notwendig. Ein Verkaufsschlager war eine billige Petroleumlampe die durch Nürnberger Heimarbeiter hergestellt wurde. Die Bingschen Produkte wurden 1882 auf der Landesausstellung für Gewerbe und Industrie sogar mit der goldenen Staatsmedaille ausgezeichnet.

Nachdem die Nürnberger Hausindustrie den hohen Bedarf der Firma Bing nicht mehr decken konnte und Neufeld den Monopolvertrag kündigte, stand man vor der schweren Entscheidung, die Produktion selbst in die Hand zu nehmen. Da Adolf Bing das hohe Risiko scheute, baute Ignaz Bing 1879 allein eine Fabrik in der Scheurlstraße. In der "Nürnberger Metallwarenfabrik, Gebr. Bing" produzierten bald 3.000 bis 4.000 Arbeiter die Bingschen Waren. Doch selbst diese Kapazität war schnell erschöpft, sodass weitere Fabriken in der Blumenstraße und in Gleißhammer errichtet wurden, gefolgt von dem Emaillespielwarenwerk in Grünhain/Sachsen. Man konzentrierte sich aber nicht nur auf die Produktion, auch die Waren anderer Spielwarenhersteller aus dem Raum Nürnberg/Fürth wurden von Bing vertrieben.

Die Firma arbeitete überaus erfolgreich. Ignaz Bing arbeitete mit Exporteuren in Hamburg, Bremen und Berlin zusammen, was eine Erweiterung der Absatzgebiete nach ganz Europa und Übersee mit sich brachte. Eigens ausgebildete "Bingkaufleute" betreuten die Kunden in Amerika. In den mehrsprachigen Katalogen waren neben Spielwaren auch Gebrauchsgegenstände aus Blech sowie Artikel aus Holz abgebildet. Ignaz Bing, der mit Stolz behauptete das es in seinem Betrieb nie einen Streik gab, zog sich einen Stamm von zuverlässigen Mitarbeitern heran, die er angemessen entlohnte.

Das Unternehmen genoss Weltruf, auch deshalb weil Ignaz Bing das alte Sprichwort "Nürnberger Tand geht durch alle Land" neu belebte. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg wurde das Sortiment noch durch Badeöfen und Badeartikel erweitert. Auch Haus- und Küchengeräte wurden in die Produktion aufgenommen. Um das Gesamtsortiment zu präsentieren, wurden in Großstädten Musterzimmer eingerichtet.

Die Blechspielwaren der Firma Bing, die heute noch Sammlerherzen höher schlagen lassen, wurden natürlich auf den Weltausstellungen in Chicago und Paris ausgestellt. 1895 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Während des Ersten Weltkriegs musste auch Bing auf Kriegsgüter umstellen. Hergestellt wurden hauptsächlich Helme, Tornister, Feldflaschen und Kochgeschirr. Noch während der letzten Kriegsjahre stellte Ignaz Bing die Produktion (teilweise) auf Friedensgüter um. Er erwarb eine Puppenfabrik und gründete eine Handelsgesellschaft für erzgebirgische Spielwaren. Ebenso wurde der betriebseigene Vertrieb neu organisiert.

Nach den Kriegsjahren firmierte die Firma ab 1919 unter der Bezeichnung "Bingwerke AG", deren Expansionswille ungebrochen war. In dieser Zeit waren auch Büro- und Luxusartikel, sowie Eisschränke im Produktangebot. Das Unternehmen entwickelte sich durch Firmenübernahmen und Neugründungen zu einem verzweigten Großkonzern, bei dem 1923 ca. 16.000 Beschäftigte arbeiteten.

Ignaz Bing erhielt auch öffentliche Anerkennung. 1891 wurde er Kommerzienrat und erhielt die Silberne Bürgermedaille der Stadt Nürnberg. Als Ehrenbürger von Streitberg und Grünhain wurde er 1910, anlässlich seines 70. Geburtstags, Geheimer Kommerzienrat. Durch seine Leidenschaft für die Naturforschung entdeckte er die nach ihm benannte "Binghöhle" bei Streitberg.

Sein Sohn, Stephan Bing, übernimmt 1922 die "Vereinigten Spielwarenfabriken Andreas Förtner und J. Haffner´s Nachfolger oHG", heute Modellbahnern besser besser bekannt unter dem Namen Trix.

Einen herben Rückschlag brachte die Weltwirtschaftskrise für die Bing-Werke. Die Spielwarenherstellung musste 1932 eingestellt werden, das Konkursverfahren wurde eröffnet. Teile der Spielwarenproduktion wurden von Traditionsunternehmen wie Bub, Kraus oder Fleischmann übernommen. Andere Unternehmensbereiche konnten fortgeführt werden und existieren bis in die heutige Zeit.

Der erfolgreiche Firmengründer und Visionär Ignaz Bing verstarb am 25. März 1918. Sein Sohn Stefan führte die Bing-Werke von 1919-1927. In Nürnberg erinnert noch die Bingstraße an das glanzvolle, weltberühmte Unternehmen.

Wer heutzutage gut erhaltene Blechspielwaren der Marke Bing erstehen will, womöglich noch in Originalverpackung, muss tief in die Tasche greifen. Nicht selten erzielen solche Stücke bei Onlineauktionen mehrere hundert Euro. Bei raren Exemplaren oder Fehldrucken sind 1.000 oder mehr Euro keine Seltenheit.


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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: NWM, SLN

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