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Nürnberg

Carette & Co.

Carette & Co. war einst ein renommierter Blechspielzeug-Hersteller, dessen Produkte von Sammlern in aller Welt noch heute geschätzt werden. Gegründet wurde die Firma von Georges Carette (1861-1954), einem gebürtigen Franzosen der später eine Fränkin heiratet.


George Carette, Sohn eines Pariser Mechanikers, kam 1879 nach Nürnberg und absolvierte bei der Gebr. Bing AG, die in diesem Jahr mit der Produktion von Blechspielzeug begonnen hatte, eine Lehre. Carette profilierte sich als einfallsreicher Konstrukteur und Erfinder. 1886 machte sich der Tüftler selbstständig und gründete eine Fabrik für "optische, mechanische und elektrische Spielwaren". Ein weiterer Zweig war die Herstellung von Haus- und Küchengeräten.

Einer Quelle zufolge (s. u.), sollen anfangs Ignaz und Adolf Bing Teilhaber gewesen sein. Am 9. März 1888 heiratete der Jungunternehmer Margarte Pauline Lederer. 1893 stellte Carette & Co., als erster Hersteller überhaupt, auf der "Columbia World Fair-" Ausstellung eine elektrische Spielzeug-Straßenbahn vor. Eine Silbermedaille wurde dem Unternehmen 1896 auf der Bayerische Landes-Gewerbe-, Industrie- und Kunstausstellung in Nürnberg verliehen, "für hübsche Ausführung optisch und mechanischer Spielwaren und Modell-Dampfschiffe".

Finanziell unterstützt wurde der Jungunternehmer auch vom Fabrikanten Hopf. Der Betrieb war anfangs (ausschließlich?) Zulieferer der Bing-Werke. Nach 1890 wurde Paul Josephstal sein Kompagnon, der Carette um 1900 auch eine Geschäftsverbindung zu Wenman Basset-Lowke herstellte. Basset-Lowke war englischer Fabrikant und Fachhändler in Sachen Modellbahn, der 1938 die enteigneten und emigrierten Trix-Inhaber unterstützte. Für den englischen Modellbahnfachmann stellte die Nürnberger Firma Eisenbahnwaggons und Lokomotivmodelle nach englischem Vorbild her. Auch Bing und Trix lieferten an Basset-Lowke.

Weitere Spielwaren wie Uhrwerkautos, Dampfmaschinen, Schiffe und Flugobjekte, Laternae Magicae, Kinematographen wurden bei Carette ab etwa 1905 produziert. Die Produkte waren anspruchsvoll lithographiert und hochwertig verarbeitet. Vor Beginn des Ersten Weltkriegs zählte der Betrieb zu den großen Blechspielwarenfirmen in Nürnberg. 1914 waren dort etwa 450 Arbeiter und Angestellte beschäftigt.

Carette, der mit einer Deutschen verheiratet war, hielt von Anbeginn an seiner französischen Staatsbürgerschaft fest. Dies wurde ihm mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum Verhängnis, er musste mit seiner Frau und zwei Söhnen nach Frankreich fliehen, Tochter Kunigunde verblieb in Nürnberg. Die Geschäfte wurden von seinem Kompagnon fortgeführt. Nachdem dieser 1917 eingezogen wurde, musste die Firma liquidiert werden. Die genaueren Umstände sind nicht näher bekannt. Jedenfalls soll Josephstal einen Großteil der Formen und Werkzeuge an die Richard Bauer Gmbh, eine Tochterfirma der Bing AG, verkauft haben. Es wird vermutet, dass Bing, ein langjähriger Freund und Geschäftspartner, Bauer eigens als Auffangfirma gegründet zu haben.

Nachdem die Spielwarenherstellung der Bing-Werke 1932 in Schieflage geraten war und Konkurs anmelden musste, wurden deren Formen und Werkzeuge, sowie die der Richard Bauer GmbH von verschiedenen Spielzeugherstellern aufgekauft, unter anderem von Fleischmann und Bub. Diese Hersteller produzierten die Artikel, teils mit anderer Farbgebung, weiter. Einige Teile der Bauer GmbH wurden vom Zirndorfer Blechspielzeughersteller Martin Fuchs übernommen, ein Unternehmen das heute (2011) noch besteht. Weitere Carette-Werkzeuge gingen nach England an Basset-Lowke.

George Carette lebte bis zu seinem Tod mit seiner Frau in Chantilly, einem Ort nördlich von Paris. Er verstarb im Alter von 93 Jahren am 8. Januar 1954.

Wie eingangs erwähnt, sind Carette-Spielwaren bei Sammlern begehrt. Besonders die "Oldtimer"-Automobile, Dampfmaschinen oder Eisenbahnen erzielen bei Online-Auktionen in gut erhaltenem Zustand ansehnliche Ergebnisse. Schon in einem Sammlerkatalog von 1982 wird der Preis für einen Krankenwagen (um 1912) mit 2.500 DM beziffert. Auf einer bekannten Internet-Auktionsplattform wurde selbes Fahrzeug im November 2010 für 3.465 Euro zum Sofortkauf angeboten. Für die Carette Luxuslimousine (13509) im fast unbespielten Zustand von 1910, rief ein anderer Anbieter 12.000 Euro auf. Allerdings wechselten die Raritäten bei diesen Auktionen noch nicht den Besitzer. Im Gegensatz dazu fand man auch Artikel, die für unter 100 Euro umgeschlagen wurden.


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Text: mw
Fotos:
Verwendete Literatur: BAM, SLN, TRX
Quellen im Internet:
zinnfiguren-bleifiguren.com
sammeln-sammler.de

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