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Lederer-Brauerei

Die Lederer-Brauerei war Nürnbergs erste Braustätte, die 1851 eine Dampfmaschine in Betrieb nahm. Auch das erste Eisenbahnfrachtgut auf der 1835 eröffneten Ludwigseisenbahn, waren 1836 zwei Fässer Lederer-Bier. Hervorgegangen war die Brauerei aus dem 1471 fertiggesellten Herrenbrauhaus. Noch heute trägt eine neu erbaute Gasthausbrauerei den Namen "Lederer-Kulturbrauerei.


Die Wurzeln der Lederer-Brauerei liegen in dem 1471 vollendeten Herrenbrauhaus in der Waizenstraße 1 (heute Karl-Grillenberger-Straße). Allerdings stellte der Rat der Stadt das Bierbrauen ein, nachdem das Herrenbrauhaus 1481 abbrannte, und nach dem Wiederaufbau 1506 erneut ein Raub der Flammen wurde. Wann das Brauhaus abermals errichtet wurde ist unklar, jedenfalls ging es 1581 in den Besitz des Bierbrauers Conrad Wurm über, der den Betrieb wieder aufnahm oder ihn fortführte.

Die Braustätte war auch 1806 noch in Betrieb, als eine der 34 Brauereien innerhalb der Nürnberger Altstadt. Direkt nebenan (Waizenstraße 3) lag einst auch das 1672 errichtete, städtische Weizenbrauhaus aus dem ab1855 die Tucher-Brauerei hervorging. 1814 erwarb Christian Lederer das Herrenbrauhaus und führte den Braubetrieb fort. Auch das erste Frachtgut, auf der ersten deutschen Eisenbahnlinie zwischen Nürnberg und Fürth, stammte aus der Lederer-Brauerei. Allerdings nicht so werbewirksam wie es von Marketingleuten unserer Zeit gerne dargestellt wird.

Der viel zitierte Biertransport, wie er auf historisierenden Gemälden und Stichen dargestellt wird, fand nicht während der Eröffnungsfahrt am 7. Dez. 1835 statt. Und, die beiden Bierfässer waren auch nicht auf dem Tender des Adlers gelagert. Das Direktorium der "Königlich privilegierten Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft" gestattete dem Bierbrauer Lederer "mit dem ersten nach Fürth gehenden Wagen zwei Fässchen Bier an den Wirt zur Eisenbahn gegen Vergütung von sechs Kreuzern per Fässchen für Transportlohn zu senden, unter der Bedingung, dass solche jedes Mal von dem Wirt bei Ankunft des Wagens sogleich abgenommen werden." Das erste Frachtgut auf einer deutschen Eisenbahnlinie wurde am 11. Juni 1836 auf die Reise geschickt. Allerdings erfolgte der Transport unspektakulär, in einem Personenwagen 3. Klasse mit einem pferdebespannten Zug.

Leder-Bräu hatte also bereits Geschichte geschrieben, noch bevor der Betrieb zu einem blühenden Unternehmen angewachsen war. Georg Lederer, Christians Sohn, übernahm den Brauereibetrieb 1841. Georg hatte sich bereits auf einer Englandreise 1833 über den dortigen hohen technischen Stand der Bierherstellung informiert und brachte dieses Wissen in den Produktionsprozess ein. Georg Lederer wurde 1848 steckbrieflich gesucht, weil er Mitglied des "Comités der Volksversammlung" war. Nach einer Amnestie kehrte er aus seinem französischen Exil zurück und führte wieder die Brauerei. Leder-Bräu war Nürnbergs erste Brauerei, die ab 1851 mit Dampfkraft arbeitete.

Von den gestiegenen Exporten während der Gründerzeit, über die Grenzen Bayerns hinaus, profitierte auch die Lederer-Brauerei. In den 1870er Jahren verdoppelte sich der Bierversand aus den Nürnberger Betrieben. Waren es 1871 noch 85.535 Hektoliter, so stieg der Export bis auf 173.090 Hektoliter im Jahr 1880 an. Demzufolge standen auch bei Lederer die Zeichen auf Expansion. Die Brauerei bezog 1881 einen großen Neubau in der Bärenschanzstraße 48. Lederer-Bräu hatte auf dem Areal schon Jahre zuvor große Lager- und Eiskeller errichten lassen. 1875 kam eine Mälzerei und 1880 ein neues Sudhaus mit Gärkeller dazu. Der Umzug vor die Stadttore brachte auch ein eigenes Wasserwerk mit sich.

1890 erfolgte die Umwandlung in die "Bierbrauerei-Gesellschaft vorm. Gebr. Lederer AG". Gleichzeitig wurde ein neues Markenzeichen eingeführt, welches bis heute in nur leicht veränderter Form Bestand hat – ein um einen rotgelben Holzkrug kriechendes Krokodil. Entworfen hatte es der Nürnberger Akademieprofessor Friedrich Wanderer. Inspiriert wurde Wanderer wahrscheinlich durch den Namen seines Stammlokals "Zum Krokodil", ehemals in der Weintraubengasse 2 gelegen.

Die Wirren des Ersten Weltkriegs brachten auch das Nürnberger Brauwesen in arge Bedrängnis. Der Bierausstoß sank von 800.000 (1913), auf 400.000 Hektoliter im Jahr 1916. In der Nachkriegszeit lag die Stammwürze, aufgrund der kontingentierten Rohstoffe, bei rund 3,5, anstatt der üblichen 12,5 Prozent. Von den vierzehn Brauereien 1914 in der Noris, existierten Anfang der 1920er Jahren nur noch acht, auch weil auswärtige Betriebe mit billigerem Flaschenbier in den Nürnberger Markt drängten.

Der Verdrängungswettbewerb setzte sich auch vor und nach dem Zweiten Weltkrieg fort. Nach Kriegsende gab es nur noch vier Brauereien in der Stadt: Das Brauhaus Nürnberg, Tucher Bräu, Lederer-Bräu und die Zeltner-Brauerei. Während sich 1966 die Brauhaus AG mit der Tucher Brauerei zur Brau AG Nürnberg zusammenschloss, wurde Lederer 1972 vom Schickedanz-Konzern übernommen, der bereits seit den 1960er Jahren eine Mehrheitsbeteiligung besaß. Das Unternehmen fusionierte die Traditionsbrauerei mit sechs weiteren, kleineren Betrieben zur Patrizier Bräu AG. Unter diesem Namen wurden dann auch die verschiedenen Biersorten vermarktet.

Unter der Marke Lederer werden erst ab 1980 wieder Biere gebraut. 1994 übernahm der Münchner Bauunternehmer Hans Inselkammer die Aktienmehrheit an der Tucher Bräu AG und führte Tucher mit der Patrizier Bräu AG zusammen.

Der neue Brauerei-Konzern verfügte nun über vier Braustätten. Neben dem Stammhaus am Schillerplatz braute man in Fürth, Schwabacher Straße (vorm. Humbser-Brauerei), in der Bärenschanzstraße (Lederer-Brauerei), und in Zirndorf (Brauerei Zirndorf). Seit 1998 erfolgt der Vertrieb der unterschiedlichsten Biersorten aus dem neu erbauten Logistikzentrum am Main-Donau-Kanal in der Fürther Südstadt.

Erneut wechselt die Lederer-Bräu, samt den anderen Marken den Besitzer. 2004 übernimmt die Dr. August Oetker KG, zu der auch die Radeberger-Gruppe gehört, die Traditionsbrauerei. Unter der neuen Führung wurde im September 2008 die neue, zentrale Braustätte in der Fürther Tucherstraße errichtet. Dort werden jetzt auch die Lederer-Biere gebraut, von denen es (momentan) nur zwei Sorten gibt – Pils und Light.

Auf einem Teil des ehemaligen Brauerei-Areals an der Bärenschanz-/Sielstraße steht heute die "Lederer-Kulturbrauerei", eine Gasthausbrauerei in der ein Stück Lederer-Geschichte erlebbar wird. Die unterschiedlichen Räumlichkeiten wie Kesselhaus oder Maschinenlokal vermitteln einen Eindruck aus der Zeit als das Brauwesen den Schritt von handwerklicher zur industriellen Produktion unternahm.



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Text: mw
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Verwendete Literatur: BIN, SLN
Quellen im Internet:
wikipedia.de

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