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Schuco-Werke

Schuco, ein Name mit Weltruhm. Sammler aus aller Welt zahlen für gut erhaltene Stücke aus alter Produktion immense Summen. Mit dem Hype um die Marke können wahrscheinlich nur noch Produkte aus dem Hause Steiff oder Märklin mithalten.

Heinrich Müller legte 1905 den Grundstein für das weltweit bekannte und angesehene Unternehmen. Als 17-jähriger begann er mit der Konstruktion eigener Artikel. Um sein Wissen und seine Fähigkeiten zu erweitern, arbeitete er als Techniker und Konstrukteur einige Jahre in der renommierten Bing-Fabrik
.


Zusammen mit dem Kaufmann Heinrich Schreyer gründet Müller am 16. November 1912 die Schuco-Werke. Der gewählte Firmenname war schlicht und einfach die Abkürzung für Schreyer & Co. Der erste Firmensitz befand sich in der Nürnberger Roonstraße – mit 10 Mitarbeiten wurde auf 150 qm produziert. Schwerpunkt waren bewegliche Filz- und Plüschwaren. Doch schon bald waren die Räumlichkeiten zu klein und man zog erst in die Celtisstraße, später in die Singerstraße um.

Der Erste Weltkrieg brachte den ersten Rückschlag. Beide Firmeninhaber wurden eingezogen. Nach Kriegsende schied Schreyer aus der Firma aus, weil er nicht an den Erfolg der produzierten Spielwaren glaubte. Heinrich Müller hielt an seiner Idee fest und suchte einen neuen Teilhaber. Wieder war es ein Kaufmann den Müller von seinen Visionen überzeugen konnte: Adolf Kahn.

Beide trieben die Entwicklung der Firma mächtig voran. Man beschäftigte 300 fest angestellte Mitarbeiter und zusätzlich noch 100 Heimarbeiter. Wiederum stieß man an räumliche Grenzen und zog 1928 von der Singerstraße in eine ehemalige Schuhfabrik in der Fürther Straße 28-32. Inflation und Zweiten Weltkrieg überstand der Betrieb. Neubauten neben dem Firmensitz in den Jahren 1952 und 1954 waren notwendig geworden. In den goldenen Fünfzigern war die Firma äußerst erfolgreich. Man wurde zum Trendsetter: bis zu acht Neuheiten wurden jährlich auf den Markt gebracht. Schuco war zwischenzeitlich zum größten Spielwarenproduzenten Europas gewachsen (800 Mitarbeiter). Technisches, innovatives, zeitgemäßes Spielzeug wie Flugzeuge, Autos und Schiffe waren die Renner. Auch die Aktualität trug zum Erfolg bei. Der Atlantikflug des Charles Lindbergh (1927) veranlasste Schuco für ein Modell der "Spirit of St. Louis". Auch als der Hula-Hoop-Reifen aus den USA nach Deutschland kam (1960) war die Firma mit dem Hula-Girl zur Stelle.

Selbst der Tod Heinrich Müllers am 3. Juni 1958 hatte keine negativen Auswirkungen auf die Schuco-Werke. Warum war das so? Fehlte doch jetzt der ideenreiche "Motor". Nun, Müllers Mitarbeiter waren enthusiastisch und wollten den Betrieb im Sinne des Firmengründers weiterführen.

Der Anfang vom Ende zeichnete sich bereits 1974 ab. Das Aus kam im November 1976 als alle Mitarbeiter entlassen wurden. Konkurs! Doch woran hat es gelegen? Misswirtschaft? Missmanagement? Innovationslosigkeit? Hätte man auf Billigprodukte umstellen müssen? An der Qualität kann es nicht gelegen haben, sonst würde es heute nicht so viele gut erhaltene Artikel aus der Produktion der fünfziger und sechziger Jahre geben. Wenn Sie selbst schon einmal einen Formelwagen der Rennwagen-Serie (1960er Jahre) oder einen Micro-Racer (1950er Jahre) in der Hand hatten oder gar zerlegten, und mit "Ex-und-Hopp-Erzeugnissen" aus heutigem Warenangebot vergleichen, können Sie dies nachempfinden.

Sicherlich gibt es auch heute noch qualitativ hochwertige Spielsachen die im gehobeneren Preissegment angesiedelt sind, aber die Mehrheit der angebotenen Artikel besteht aus Massenware die vielfach aus Fernost importiert werden. Manche werden jetzt denken, hätte sich Schuco dem Trend der Billigproduktion angepasst, wäre der Betrieb vielleicht heute noch existent. Das könnte evtl. zutreffend sein, würde aber der Firmenphilosophie völlig widersprechen. Massenware von minderer Qualität war nie das Ziel der Traditionsfirma und schon gar nicht das des Heinrich Müller.

Der englische Spielzeugkonzern DCM übernahm Inventar und den Firmennamen. Das Firmengebäude in der Fürther Straße wurde 1978 geräumt. Produziert wurde von dem englischen Unternehmen nichts mehr, lediglich der gute Name musste für den Vertrieb herhalten. Die angebotenen Produkte hatten mit dem ehemaligen Schuco-Sortiment nichts mehr gemeinsam. Aber auch diese Periode währte nicht lange. Die Gama-Mangold Gruppe hatte dann 1980 den Markennamen erworben und brachte seit 1981 Repliken unter der Bezeichnung "Schuco-Spielzeug" als Neuauflagen auf den Markt.

Der Spielzeugmarkt von heute ist ausgereizt. Es gibt fast nichts was es nicht gibt. Computerchips in Spielzeugen sind heute gang und gäbe. Was lag also näher die Firma wiederzubeleben. Aber mit welchen Produkten? Modelle die sich durch Sensoren selbst steuern? Modellautos die sich, nach Vorbild der Fernsehwerbung, zu Androiden verwandeln? Sicher nicht bei Schuco. Man besann sich auf alte Traditionen und ließ Nostalgie aufleben.

Seit 1999 gehört Schuco jetzt der Familie Sieber in Fürth und wird unter dem Dach der Simba-Dickie-Group geführt. Neben Neuentwicklungen gehören auch alte Klassiker zum Programm.



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Text: mw
Verwendete Literatur: DSB

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